Das PMD hält am Sanierungsprojekt "Allschwilerweiher" fest

Die Kosten für die Realisierung einer von privater Seite vorgeschlagenen unterirdischen Schiessanlage auf dem Gelände Allschwilerweiher werden vom Baudepartement auf 10 Millionen Franken geschätzt. Dies sind 44 Millionen Franken mehr als die vom baselstädtischen Souverän bereits bewilligten Gelder zur Sanierung der Schiessanlage Allschwilerweiher. Das Polizei- und Militärdepartement hält deshalb an dem bestehenden Sanierungsprojekt fest. Die Gemeinden Binningen und Allschwil sind entsprechend orientiert worden.

Unmittelbar nach der Mitte August 2002 von privater Seite (Glaser, Saxer, Keller AG, Bottmingen) überraschend und ohne vorherige Koordination mit den baselstädtischen Behörden lancierten Präsentation eines Projektes für eine unterirdische Schiessanlage Allschwilerweiher hat Regierungsrat Jörg Schild eine rasche und nicht nur oberflächliche Prüfung des Projektes zugesagt. Diese ist mittlerweile durch die Fachleute von Baudepartement, Polizei- und Militärdepartement sowie weiteren involvierten Kreisen erfolgt.

Dabei zeigte es sich, dass das Projekt einer unterirdischen Anlage mit sechs Scheiben auf eine Distanz von 300 Metern und je fünf Scheiben auf eine Distanz von 25 und 50 Metern erheblich teurer zu stehen kommt als das von Regierung, Grossem Rat und Souverän gutgeheissene und ausgereifte Sanierungsprojekt für die bestehende Schiessanlage Allschwilerweiher. Für dessen Umsetzung stehen 6‘450 000 Franken zur Verfügung, wovon 5‘650 000 Franken zu Lasten der Steuerzahler. 800 000 Franken erbringen die Schiessvereine in Eigenleistung.

Demgegenüber belaufen sich die Kosten einer unterirdischen Anlage laut einer Grobschätzung der Initianten auf 7'140 000 Franken. Das sind 1,5 Millionen Franken mehr als die Kosten für das Sanierungsprojekt. Der Projektleiter des Baudepartementes, der bereits für das 1990 abgelehnte Projekt einer unterirdischen Schiessanlage verantwortlich war und auch das aktuelle Sanierungsprojekt betreut, rechnet demgegenüber mit effektiven Kosten von 10 Millionen Franken. Dies entspricht einer Differenz 4,4 Millionen Franken.

Weder in der Schweiz noch im Ausland hat man bisher Erfahrungen mit unterirdischen 300-Meter-Schiessanlagen sammeln können, da noch keine entsprechenden Anlagen existieren. Nebst dem einstigen Basler Projekt von 1990 scheiterte ein entsprechendes Vorhaben in Adelboden an den Kosten. Seit 1997 wird eine 300-Meter-Indoor-Anlage in Lungern (OW) geplant, nebst finanziellen Problemen kämpfen die Projektbeteiligten mit teils ungelösten Problemen in den Bereichen Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung und SUVA-Verträglichkeit. Auch die in dem Projekt von Glaser, Saxer und Keller AG involvierte Firma LMK Projekt Engineering SA (Comano) hat bisher lediglich konventionelle Schiesskeller für Kurzdistanzen gebaut.

Zudem machen die baselstädtischen Behörden und die Schiessvereine bei den Betriebsmöglichkeiten der unterirdischen Anlage in der vorgeschlagenen Dimension mit nur sechs Scheiben gravierende Einschränkungen aus. So würden etwa allein zur Durchführung des "Obligatorischen" 100 Übungen zu zwei Stunden notwendig werden mit einem Mehrfachen des heute benötigten Bedarfs an Funktionären. Die Obligatorisch-Schützen müssten zudem einzeln aufgeboten und ihnen ein fixes Zeitfenster zur Absolvierung ihrer Übung zugeordnet werden.

Das Polizei- und Militärdepartement ist zum Entschluss gekommen, keine weiteren Abklärungen über die Realisierbarkeit des Projektes von Glaser, Saxer, Keller vorzunehmen und am bestehenden Sanierungsprojekt festzuhalten, wie es vom baselstädtischen Souverän beschlossen worden ist. Vordringlich ist ein möglichst baldiger Baubeginn, um die Anlage der Lärmschutzverordnung anzupassen.

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