Orientierungsarbeiten im 6. Schuljahr: Erwartungen bestätigt

Im November 2004 wurden in den 2. Klassen der Orientierungsschulen von Basel und Riehen in den Fächern Deutsch und Geografie/Naturlehre zum ersten Mal Orientierungsarbeiten geschrieben. Die Auswertung dieses flächendeckenden Leistungstests bestätigt den insgesamt erfreulichen Leistungsstand der OS-Schülerinnen und -Schüler zeigt aber auch Unterschiede zwischen deutsch- und fremdsprachigen Kindern auf.

Orientierungsarbeiten, die an der Weiterbildungsschule (WBS) und an den Gymnasien bereits etabliert sind, wurden im vergangenen November erstmals auch an der Orientierungsschule (OS) geschrieben. Orientierungsarbeiten zeigen den Lehrpersonen, wie gut sie mit ihrer Klasse die Lernziele im Vergleich zur gesamten Schule erfüllen. Im Weiteren dienen sie der Schulentwicklung und signalisieren der Öffentlichkeit, dass die Schule den Kindern an allen Standorten zum Lernerfolg verhelfen will. Die in den 2. OS-Klassen durchgeführten Orientierungsarbeiten wurden vom Institut für Bildungsevaluation und Leistungsmessung der Universität Zürich evaluiert. Die nun vorliegende Auswertung zeigt keine überraschenden Ergebnisse. Vielmehr bestätigt sie längst geäusserte Vermutungen: Im Bereich Textverständnis (Deutsch) erfüllen rund 91% der Schülerinnen und Schüler mindestens die Grundanforderungen, rund 24% erfüllen hohe Anforderungen. In Geografie/Naturlehre erfüllen 89% der Kinder mindestens die Grundanforderungen, 17% hohe Anforderungen. In Deutsch erzielen die Mädchen tendenziell bessere Leistungen als Knaben, allerdings ist der Unterschied mit 3% gering. In Geografie/Naturlehre lassen sich keine Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen nachweisen.

Hingegen bestehen deutliche Leistungsunterschiede zwischen deutsch- und fremdsprachigen Kindern. In Deutsch beträgt die Differenz der durchschnittlichen Leistungen 18%, in Geografie/Naturlehre 17%.

Die Orientierungsarbeiten beider Fächer zeigen, dass die Sprachkenntnisse zentral für das schulische Lernen sind. Es ist geplant, der Sprachförderung an der OS und in allen anderen Schulen in den kommenden Jahren einen noch höheren Stellenwert einzuräumen, nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit der Umsetzung des kantonalen Integrationsleitbildes.

Im nächsten Jahr finden die Orientierungsarbeiten in den Fächern Französisch und Mathematik statt. Die Arbeiten aus dem Vorjahr stehen künftig allen Lehrpersonen für ihre Klassen zur Verfügung. Im Laufe der Zeit entsteht so eine Sammlung von standardisierten Tests, die den Lehrpersonen punktuelle Vergleiche ermöglichen.

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