Gemeinsam für eine starke Medienkunststadt Basel

Die gemeinsam vom Ressort Kultur des Erziehungsdepartements Basel-Stadt und der Christoph Merian Stiftung in Auftrag gegebene Studie "Neue Medien / Medienkunst – vom Basler Modell zur Medienkunststadt der Schweiz" zeigt das grosse Potential Basels aber auch die Probleme im Bereich der breiteren Akzeptanz und ungenügenden Vernetzung. Das Zukunftsmodell heisst "Fusion plus".

Der Autor der Studie, Prof. Giaco Schiesser, Leiter der Abteilung Medien und Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich HGKZ, präsentierte gestern den Vertreterinnen und Vertretern der direkt involvierten Institutionen seine Studie. Das Ressort Kultur und die CMS erläuterten ihre grundsätzliche Position und Zielsetzung, insbesondere bezüglich der künftigen Subventionierung von VIPER und [plug.in].

Mangelnde Akzeptanz ausserhalb der Fachwelt, der Rückzug der CMS aus der Mitfinanzierung von VIPER und die knapper werdenden Ressourcen erfordern ein grundsätzliches Überprüfen des immer noch relativ jungen, dem breiteren Publikum wenig bekannten aber sehr innovativen, spannenden und zukunftsträchtigen Bereichs Neue Medien / Medienkunst in Basel. Die Studie, deren Ziel die Erarbeitung von Grundlagen und Entwicklungsperspektiven für diesen Bereichs war, kommt zu zwei wesentlichen Schlüssen: Erstens ist in Basel ein grosses, noch nicht optimal genutztes Potential im Bereich der Vermittlung und Reflektion vorhanden, während sich andere Orte als Produktionsstandorte etabliert haben. Zweitens müssen die Kräfte und Mittel für die Realisierung des Ziels "Medienkunststadt der Schweiz" besser eingesetzt, fokussiert und vernetzt werden. Ein überzeugendes Modell würde mit Sicherheit auch die Bereitschaft der Geldgeber (Erziehungsdepartement Basel-Stadt, CMS, aber auch Bundesamt für Kultur und weitere öffentliche und private Quellen), sich künftig und möglichst auch intensiver zu engagieren, sehr fördern.

Aus den von Prof. Giaco Schiesser vorgeschlagenen Modellen haben sich das Ressort Kultur und die CMS klar für das Modell "Fusion plus", der Fusion der Vereine VIPER und [plug.in] ausgesprochen. Wesentlich, und damit das "plus" bei diesem Modell, sind die Schaffung einer neuen gemeinsamen Struktur von Festival und Ganzjahresprogramm, zu dem neben Präsidium, Vorstand und Leitung mit klar definierten Anforderungsprofilen und Aufgaben auch ein Beirat gehören soll, in welchem sich interessierte und involvierte Kreise und Persönlichkeiten für das gemeinsame Ziel "Medienkunststadt Basel" engagieren sollen. Die guten und auch international etablierten Namen [plug.in] und VIPER sollen erhalten bleiben, wobei das Festival nach der Ausgabe 2005 künftig auch als Biennale stattfinden könnte.

Der nächste Schritt liegt nun bei den Vereinen [plug.in] und VIPER, die bis Ende März 2005 das Modell prüfen und grundsätzlich über ihre diesbezügliche Haltung entscheiden sollen. Bei einem positiven Entscheid ist dann umgehend und in geeigneter Form die konkrete Umsetzung des Modells "Fusion plus" anzugehen, um für 2006 und die folgenden Jahre den entsprechenden neuen Subventionsvertrag und die künftige Finanzierung zu sichern, sowie die mittel- und längerfristigen Entwicklungsziele und Massnahmen zu definieren.

nach oben