Gemeinsam für Kleinhüningen

Politik Regierung Verwaltung GGG ABG und das Quartier arbeiten an einem Modell für den sinnvollen Ersatz der Bibliotheks-Zweigstelle Kleinhüningen der ABG (Allgemeine Bibliotheken GGG). Dem durch vielschichtige Probleme belasteten Quartier soll damit ein dringend benötigtes Angebot geschaffen und über ein solch konkretes Projekt signalisiert werden dass seine Anliegen und Bedürfnisse ernst genommen werden.

Der Entscheid der ABG, die Zweigstelle Kleinhüningen zu schliessen, hat nachvollziehbare Gründe, hat aber bei der betroffenen Quartierbevölkerung und auch in der Politik heftige Reaktionen ausgelöst. Im letzten Jahr hat die ABG bekannt gegeben, dass sie ihre Zweigstelle Kleinhüningen per Juli 2005 schliessen müsse. Neben finanzieller Probleme führte sie als Gründe vor allem an, dass die Art der Nutzung sich verändert habe. Die Zweigstelle sei immer mehr als Betreuungs- und Kinderhüteort in Anspruch genommen, das Bibliotheks-Kerngeschäft, die Ausleihe, sei unbefriedigend genutzt worden. Zudem habe die ABG ihre Zweigstelle Bläsiring, nahe Kleinhüningen, massiv ausgebaut und modernisiert.

Gegen diesen Entscheid wurde eine Petition eingereicht, viele Quartierbewohnerinnen und Bewohner protestierten, die Grossrätin Heidi Mück (Grünes Bündnis) und der Grossrat Hans Baumgartner (SP) reichten ein Budgetpostulat zur Rettung der Zweigstelle Kleinhüningen ein. Dieser parlamentarische Vorstoss, zusammen mit dem verständlichen Protest der Kleinhüninger Bevölkerung, veranlasste das Erziehungsdepartement und Finanzdepartement zum Handeln. Am 23. Juni 2005 trafen sich im Erziehungsdepartement die Regierungsräte Christoph Eymann und Eva Herzog, die Grossrätin Heidi Mück und Grossrat Hans Baumgartner, Niklaus Merz von der GGG, Urs Breitenstein (Präsident), Kurt Waldner (Direktor) und Gabriele Christ (Statthalterin) von den ABG, Susanne Moldovanyi und Paul Dilitz, die Projektleitenden vom entstehenden Quartiertreffpunkt Kleinhüningen, sowie Michael Koechlin, Leiter Ressort Kultur im Erziehungsdepartement, zu einer Sitzung.

Die konstruktive Diskussion führte zu konkreten Einschätzungen und Resultaten: Die Bedürfnisse der Quartierbevölkerung Kleinhüningen, besonders der Kinder und Jugendlichen, werden ernst genommen, können aber von einer "klassischen" Bibliotheks-Zweigstelle nicht mehr erfüllt werden. Es soll ein dem realen Bedarf entsprechendes Modell erarbeitet und umgesetzt werden, das als ein wichtiges Element, und in Zusammenarbeit mit den ABG, die Lese- und Kulturförderung, aber auch weitere spezifische, für die multikulturell geprägte Quartierbevölkerung geeignete Betreuungs-, Kultur- und Freizeitangebote und Aktivitäten umfasst. Die Finanzierung muss von den involvierten Partnern gemeinsam realisiert, die Quartierbevölkerung aktiv in das Projekt mit einbezogen werden. Die Gesprächsrunde sicherte dem Projekt jede mögliche Unterstützung zu und beauftragte eine Projektgruppe unter der Federführung des Ressorts Kultur bis Herbst 2005 ein Modell mit einem Betriebs- und Finanzierungskonzept für den Ersatz der ABG-Zweigstelle Kleinhüningen auszuarbeiten, das auf Beginn 2006 umgesetzt werden soll.

Zur Zeit stehen die ABG in den Subventionsverhandlungen mit dem Erziehungsde-partement. Im Rahmen der Sparmassnahmen A+L des Regierungsrats wird die Subvention an die ABG von bisher 3,9 Mio. per 2006 auf 3,7 Mio. gekürzt. Das Erziehungsdepartement verbindet mit dem neuen Subventionsvertrag die Forderung, dass die ABG das bestehende Zweigstellennetz (ohne Kleinhüningen) erhält. Es verpflichtet sich aber auch, sich gemeinsam mit den ABG für die Lösung der finanziellen Probleme der ABG einzusetzen.

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