Task Force Basel-Stadt: 116 neue Attestlehrverträge!

Gemeinsame Medienmitteilung des Erziehungsdepartements Basel-Stadt und dem Gewerbeverband Basel-Stadt -- Gute Nachricht der Task Force Basel-Stadt für mehr Attestlehrstellen: Dieses Jahr konnten in Basel-Stadt 116 Jugendliche mit einem Lehrbetrieb einen Lehrvertrag über eine zweijährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest abschliessen. Damit hat die Task Force bestehend aus den Spitzen des Erziehungsdepartements und des Gewerbeverbands Basel-Stadt bereits etwa einen Drittel ihres Ziels - rund 400 Attestlehrstellen bis Ende 2007 - erreicht. Der neue Ausbildungstyp bietet Jugendlichen mit Volksschulabschluss einen niveaugerechten Zugang zu einer landesweit anerkannten Berufsausbildung. Die Bereitstellung von mehr Attestlehrstellen ist eine der wichtigsten Massnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Regierungsrat Dr. Christoph Eymann und Gewerbeverbandsdirektor Peter Malama rufen Unternehmungen dazu auf sich an der Lehrlingsausbildung zu beteiligen.

Dieses Jahr sind im Kanton Basel-Stadt 116 Lehrverträge über eine zweijährige berufliche Grundbildung mit eidg. Berufsattest abgeschlossen worden. Das bedeutet, dass etwa ein Drittel des Ziels der Task Force, bis Ende des Jahres 2007 400 Attestlehrstellen zu gewinnen, bereits erreicht ist, so die erfreuliche Botschaft von Regierungsrat Dr. Christoph Eymann und Gewerbeverbandsdirektor Peter Malama. Insgesamt befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt in Basel-Stadt bereits 155 Jugendliche in sieben verschiedenen Attestausbildungen und bauen sich so während zwei Jahren ein gutes Fundament für ihre weitere berufliche Laufbahn. In Anbetracht des Umstands, dass von den neuen Attestausbildungen deren sechs erst auf Lehrbeginn 2005 in Kraft gesetzt worden sind, ist das ein sehr guter Start.

Zusammen mit den Lehrverträgen über die drei- und vierjährigen Berufsausbildungen sind in Basel-Stadt dieses Jahr total 1'810 neue Lehrverträge (prov. Zahl) abgeschlossen worden wie Christoph Marbach, Leiter des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung, bekannt gab. Davon betreffen 235 neue Lehrstellen, nämlich 140 Lehrverträge in neuen Lehrbetrieben (Vorjahr: 139) und 95 in bestehenden Lehrbetrieben, welche zusätzliche Lehrstellen geschaffen haben. Per Ende Jahr rechnet das Amt mit 4 - 5 % mehr Lehrverträgen als im Vorjahr. Dem standen im Sommer 7 % mehr Schulabgänger gegenüber. Die Lehrstellensituation war somit auch dieses Jahr angespannt und wird es voraussichtlich auch nächstes Jahr bleiben: Die Schulabgängerzahlen steigen nochmals um rund 5 %, die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen auf Lehrbeginn 2006 hat hingegen nicht zugenommen.

Hans Georg Signer, Leiter des Ressorts Schulen, legte dar, wie schwierig der Übergang von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung geworden ist. Bei stagnierendem Wirtschaftswachstum und knappem Lehrstellenangebot sind es in erster Linie Jugendliche mit nicht so grossem Schulrucksack, denen der Zugang zu einer Berufsausbildung verwehrt wird. Sie müssen ein Brückenangebot in Anspruch nehmen, oder sie weichen als Ungelernte auf Gelegenheitsjobs aus mit entsprechend hohem Risiko, arbeitslos zu werden. Dieses Jahr haben aus den neunten Klassen nur 13 % den direkten Zugang zu einer Lehr- oder Praktikumsstelle gefunden, vor fünf Jahren waren es immerhin noch 20 %. Der Anteil derjenigen, welche in die Schule für Brückenangebote eingetreten sind, hat laufend zugenommen. Im Schuljahr 05/06 bereiten sich dort über 1'000 Schülerinnen und Schüler auf eine Berufslehre oder eine weiterführende Schulbildung vor. Mit verschiedenen Massnahmen wie der Strukturreform an der WBS, der Sprachförderung, dem Ausbau der familienergänzenden Tagesstrukturen etc. versucht das Ressort Schulen, die Chancen der Jugendlichen auf eine weiterführende Berufs- oder Schulbildung zu verbessern.

Der Gewerbeverband Basel-Stadt hilft tatkräftig mit, dass leistungsfähige und motivierte Schulabgängerinnen und Schulabgänger den Zugang zu einer Berufsausbildung finden. Um diese Jugendlichen beim Übertritt von der Schule in eine Berufslehre vermehrt zu unterstützen, ist der Gewerbeverband federführend beim Projekt "Casting". Wie Peter Malama, Direktor des Gewerbeverbands, ausführte, geht es dabei um eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule, Berufsberatung und Wirtschaft. Im Schulfach "Laufbahnvorbereitung" treffen die Achtklässler eine erste Berufswahl, die sie anschliessend von den Profis der öffentlichen Berufsberatung überprüfen lassen können. Zu Beginn des neunten Schuljahrs haben sie die Möglichkeit, ihr Auftreten und Gesprächsverhalten bei der Lehrstellensuche real zu trainieren. Dazu haben sich dreissig Personalfachleute namhafter Ausbildungsbetriebe freiwillig zur Verfügung gestellt. Aber alle Massnahmen helfen nicht, wenn nicht genügend Lehrstellen angeboten werden. Deshalb hat der Gewerbeverband mit Hilfe von Bund und Kanton das Projekt "100 Lehrstellen für Basel" lanciert. Bis 2006 sollen so viele Nichtlehrbetriebe vorwiegend für die neuen Attestausbildungen gewonnen werden, wie Reto Baumgartner, Leiter Berufsbildung beim Gewerbeverband, erläuterte. Zu diesem Zweck hat der Gewerbeverband eine Öffentlichkeitskampagne gestartet und zugleich Branchenkundige aus dem kaufmännischen Bereich, dem Detailhandel und Gastgewerbe als Akquisiteure eingesetzt. Die Motivationsarbeit ist nicht einfach. Der Aufruf ergeht deshalb an die Firmen, ernsthaft die Einrichtung eines Ausbildungsplatzes zu prüfen.

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