Standarddeutsch als Unterrichtssprache an den Schulen von Basel-Stadt

Hohe Kompetenzen in der Unterrichtssprache – auch im mündlichen Bereich – sind der Schlüssel zum Schulerfolg eine Voraussetzung für das Erlernen weiterer Sprachen sowie Grundlage für das lebenslange Lernen. Standarddeutsch wird deshalb an den Schulen von Basel-Stadt per Schuljahr 2006/2007 konsequent als Unterrichtssprache in allen Fächern ab der 1. Klasse der Primarschule eingeführt. Das hat der Erziehungsrat im Juni 2005 beschlossen. Auch im Kindergarten erfolgen Schritte in diese Richtung: Mit einer zweijährigen Erprobung der Verwendung von Standarddeutsch im Unterricht wird im kommenden Schuljahr begonnen.

Standarddeutsch wird an den Schulen von Basel-Stadt per Schuljahr 2006/2007 konsequent als Unterrichtssprache in allen Fächern ab der 1. Klasse der Primarschule eingeführt. Das hat der Erziehungsrat im vergangenen Juni beschlossen. Hohe Kompetenzen in der Unterrichtssprache sind der Schlüssel zum Schulerfolg, eine Voraussetzung für das Erlernen weiterer Sprachen sowie Grundlage für das lebenslange Lernen. Sicherheit in Standarddeutsch – und dazu gehört auch der mündliche Bereich – führt zu Schulerfolg. Deshalb ist es besonders wichtig, in der Schule in allen Fächern konsequent Hochdeutsch zu sprechen.

Standarddeutsch wird an den Schulen von Basel-Stadt nicht nur in formellen Unterrichtssituationen zur Vermittlung von Inhalten verwendet, sondern bewusst auch in informellen Situationen und als Beziehungssprache: für Anweisungen im Sport- oder Werkunterricht zum Beispiel, oder für Lob oder Ermahnung, im persönlichen Zwiegespräch mit Kindern und Jugendlichen am Rande des Unterrichts. Standarddeutsch soll nicht eine erduldete Schulsprache sein, sondern vielmehr eine lebendige, vielfältige Sprache, die nach den Regeln der Mündlichkeit benutzt wird, weil sie attraktiv und leistungsfähig ist. Die Dialektkultur soll in den Schulen aber weiterhin einen Platz haben und im Unterricht thematisiert werden.

Nicht nur in den sprachlichen Unterrichtsfächern bildet die Sprache einen Lerngegenstand. Sprache ist ein Instrument, dessen Gebrauch in der Praxis ständig geübt wird, auch dann, wenn sie von den Schülerinnen und Schülern nicht explizit als Thema wahrgenommen wird. Deshalb ist jede Unterrichtsstunde auch eine Sprachstunde. Standarddeutschförderung ist jedoch kein isoliertes Anliegen, sondern steht im Kontext eines umfassenden Sprachförderkonzepts. Die Verstärkung des Sprachunterrichts in den Schulen von Basel-Stadt stützt sich auf das kantonale Gesamtsprachenkonzept (GSK) von 2003 sowie auf die Sprachenstrategie der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) vom Frühling 2004.

Auch der Unterricht in Basler Kindergärten bewegt sich in Richtung Einführung von Standarddeutsch.

Ende Oktober ist der Schlussbericht «Standardsprache im Kindergarten» erschienen. Im Auftrag des Erziehungsdepartements Basel-Stadt wurden während vier Jahren (2001 bis 2005) vier Gruppen überwiegend fremdsprachiger Mädchen und Jungen beim Erwerb der deutschen Sprache wissenschaftlich begleitet. Im Mittelpunkt dieses Forschungsauftrags stand die Frage, wie sich das konsequente Sprechen von Standarddeutsch in Kindergärten mit einem hohen Anteil fremdsprachiger Kinder auswirkt.

Aus dem 120-seitigen Schlussbericht von Prof. Dr. Mathilde Gyger, Dozentin an der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik beider Basel (HPSA-BB), geht hervor: Standardsprache wirkt sich vorteilhaft aus – vor allem auf die Sprechfreude und auf den Schriftspracherwerb in der Primarschule. Bei Kindern mit keinen oder wenig Deutschkenntnissen ist der Lernerfolg deutlich höher. Die Studie weist auch nach, dass Standarddeutsch das Sozialverhalten der Kinder nicht beeinträchtigt.

Im Schuljahr 2006/2007 wird in den Kindergärten deshalb mit einer breiteren, zweijährigen Erprobung der Verwendung von Standarddeutsch im Unterricht begonnen. Den Anfang machen Lehrpersonen, die schon auf den Wechsel von Mundart in Standarddeutsch vorbereitet sind, sowie insbesondere auch Lehrpersonen, die in Klassen mit einem hohen Anteil fremdsprachiger Kinder unterrichten. Die Erprobungsphase gibt Gelegenheit, die Kindergarten-Lehrpersonen umfassend vorzubereiten sowie den Einbezug des Dialekts zu klären.

Hinweise:

Schlussbericht «Projekt Standardsprache im Kindergarten» Der vollständige Schlussbericht ist auf dem kantonalen Bildungsserver eduBS unter www.edubs.ch/lehrpersonen/Fachstelle_Sprachen/index.pt erhältlich.

«Bericht zu Standarddeutsch in den Schulen Basel-Stadt»
Der vollständige Bericht ist auf dem kantonalen Bildungsserver eduBS unter www.edubs.ch/lehrpersonen/Fachstelle_Sprachen/bericht_und_anhaenge_standarddeutsch_juni05.pdf erhältlich.

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