Schalt mal ab! - Suchtgefahr Internet

Chatten, Twittern, Liken, Gamen... Das Internet und die damit verbundenen Angebote bieten uns Unterhaltung und Spass rund um die Uhr. Doch aus Spass kann auch bitterer Ernst werden: Schätzungsweise 70’000 Menschen in der Schweiz leiden an einer Internetsucht und weit mehr Personen verfügen über einen problematischen Umgang mit diesem Medium. Deshalb lanciert das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt die Kampagne „Schalt mal ab! – Check deinen Internetkonsum“. Die Bevölkerung soll dabei angeregt werden, den eigenen Umgang mit Internet, Smartphone und anderen neuen Medien frühzeitig zu reflektieren.

Suchtexperten sind sich einig: Im Bereich der Internetsucht besteht ein hoher Bedarf an Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Besonders interaktive Medien, wie soziale Netzwerke und Onlinegames, binden die User emotional an sich und bergen daher ein hohes Suchtpotential. Im Gegensatz zur realen Welt, in der Anerkennung, Bestätigung und das Gefühl von Zugehörigkeit oft mit einem realen Aufwand verbunden sind, können in Spielwelten wie Second life oder in sozialen Netzwerken wie Facebook eine unbeschränkte Anzahl von Scheinbeziehungen eingegangen werden. So erfährt man auf einfache Art und Weise vermeintlich soziale Bestätigung und Annerkennung.

Jugendliche sind besonders gefährdet.
Betroffene einer Internetabhängigkeit können ihren Konsum nicht mehr willentlich kontrollieren und leiden unter negativen gesundheitlichen, beruflichen und sozialen Folgen. Jugendliche sind dabei besonders gefährdet, süchtig zu werden, denn sie haben aufgrund ihres Entwicklungsstandes eine geringere Impulskontrolle und können ihr Verhalten noch nicht so gut kontrollieren wie erwachsene Personen.

Kampagne möchte den reflektierten Umgang mit neuen Medien fördern
Ein wichtiger Hinweis auf eine problematische Internetnutzung ist, wenn sie der Realitätsflucht, etwa der Ablenkung von Problemen und Sorgen dient. Wenn zudem Surfen, Chatten, Gamen immer mehr Raum einnehmen, und dafür andere Lebensbereiche in den Hintergrund treten, ist Vorsicht geboten. Häufige Folgen sind schulische oder berufliche Probleme und Konflikte im persönlichen Umfeld, beispielsweise mit Angehörigen oder dem Partner/der Partnerin.

Dies kann sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Internetkonsum zu reflektieren, und sich über die Motivation zum eigenen Verhalten bewusst zu werden. Dies versucht die Kampagne „Schalt mal ab – Check deinen Internetkonsum“. Eine in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Verhaltenssüchte der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel entstandene Broschüre mit integriertem Selbsttest, soll die Bevölkerung auf das Thema aufmerksam machen und informiert über wichtige Anlaufsstellen im Kanton Basel-Stadt. Sie ist ab heute in den Trams der BVB aufgelegt. Zusätzlich wird diese Woche mit öffentlichen Aktionen in der Innenstadt auf das Thema aufmerksam gemacht, und es sind Weiterbildungsveranstaltungen für Fachleute geplant. Auf der Kampagnenseite www.allesgutebasel.ch und der dazugehörigen Facebookseite werden nützliche Informationen und Fakten rund ums Thema Verhaltenssüchte kommuniziert.
Bestellung
Die Broschüre «Schalt mal ab» kann beim Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, Abteilung Prävention, St. Alban-Vorstadt 19, 4052 Basel, telefonisch über 061 267 45 20, oder per Mail abteilung.praevention@bs.ch bestellt werden . Informationen zur laufenden Kampagne sowie die Links zur direkten Bestellung finden sich auf www.allesgutebasel.ch.

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