Systemevaluation Integrative Schule: Basel-Stadt auf dem richtigen Weg

Zum ersten Mal überhaupt wurde das System der integrativen Schule im Kanton Basel-Stadt von externen Experten geprüft. Sie empfehlen, die eingeschlagene Richtung der «Schule für alle» konsequent weiter zu verfolgen. Allerdings solle der Umfang verfasster Papiere drastisch reduziert werden. Bezüglich Konzeption, Gesetzgebung, Organisation und Ressourcen sei Basel-Stadt anderen Kantonen weit voraus.

Jedes schulpflichtige Kind im Kanton Basel-Stadt soll gemeinsam mit seinen Spielgefährtinnen und Spielgefährten eine Regelschule besuchen. So lautet der Grundsatz der integrativen Schule, der auch für Kinder mit einer Behinderung, einer Lernschwäche oder einer besonderen Begabung gültig ist. Um zu prüfen, wie der gesetzliche Auftrag zur Integration umgesetzt wird, beauftragte der Vorsteher des Erziehungsdepartements Basel-Stadt (ED), Dr. Christoph Eymann, die von Basel-Stadt unabhängige Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich mit dem Verfassen einer gründlichen Studie.

Volksschule soll eingeschlagene Richtung konsequent weiter verfolgen

Die Professoren Christian Liesen und Peter Lienhard führten dazu eine schriftliche Befragung bei 64 Schulleitenden durch sowie elf mündliche Interviews mit Schulleitungen und sieben Gruppeninterviews mit Lehrpersonen und der Kantonalen Schulkonferenz. Dazu kamen zwölf Einzelinterviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Fachstellen-, Schulkreisleitungen und Stabsstellen des ED.

Kernaussagen

1. Die Grundkonstruktion der integrativen Schule in Basel-Stadt ist solide und tragfähig.
2. Tempo und Umfang der laufenden Reformen in Basel-Stadt sind sehr hoch. Inmitten der übrigen Reformen wirkt Integration nicht als stärkste Belastung.
3. Basel-Stadt verfügt über ein sehr breites Unterstützungsangebot für die Schulen. Es ist für die Schulen unterschiedlich anschlussfähig.

Empfehlungen für die Volksschule Basel-Stadt

1. Die Volksschule sollte die eingeschlagene Richtung konsequent weiter verfolgen. Weder an der Grundkonfiguration der integrativen Schulung noch an den Ressourcen sollte sie etwas ändern.
2. Es gibt eine Reihe strategischer Erwartungen, die sinnvolle Leitplanken für alle Schulen des Kantons Basel-Stadt darstellen, zum Beispiel: «Jede Schülerin und jeder Schüler muss an unserer Schule seinen / ihren Platz finden.» Diese sollten strategisch (statt an Abläufen orientiert) kommuniziert werden.
3. Die Volksschulleitung sollte betonen, dass es weniger um «umsetzen» als vielmehr um «entwickeln» geht, und unterschiedliche Entwicklungen zulassen.
4. Die Stabs- und Fachstellen sowie die Fachzentren, die Information, Weiterbildung und Beratung für Schulen anbieten, sollten in abgestimmter und durchdachter Form auf die Schulen zugehen und ihnen die Hand zur Unterstützung bieten.

Pierre Felder, Leiter Volksschulen, ist mit dem Ergebnis der Untersuchung sehr zufrieden: «Wir sind mit den Schulen auf dem richtigen Weg. Die Ergebnisse bedeuten Anerkennung und Ansporn für uns alle.» Der Bericht zeige aber auch Optimierungsbedarf, hier wolle man handeln.

Sofortige Massnahmen der Volksschule Basel-Stadt

1. Die Volkschul-, Schulkreis- und Schulleitungen führen durch strategische Zielsetzung und sind gleichzeitig offen für die Realitäten und Bedürfnisse der Praxis. Gefragt ist Dialog, nicht Monolog.
2. Schuldienste und Fachstellen erhalten den Auftrag, auf die Schulen zuzugehen und ihr jeweiliges Angebot klar zu definieren. Die Schulen sollen über ein Unterstützungsnetz verfügen, das sich an ihren Bedürfnissen ausrichtet.
3. Die Volksschulleitung setzt eine kleine bevollmächtigte Gruppe ein, die in einem halben Jahr strategische Leitlinien für die Volksschule formuliert. Sie überprüft die Fülle an Konzeptpapieren auf ihre Notwendigkeit und reduziert den Detaillierungsgrad aufs Nötige. Dadurch wird es für die Schulleitungen besser möglich, sich auf den Gestaltungsraum ihrer Schule zu konzentrieren.

Hinweise:

Vollständiger Bericht (inkl. Zusammenfassung) unter www.volksschulen.bs.ch > Aktuell

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