Kampagne ermutigt Männer zur Teilzeitarbeit

Die Themen Teilzeitarbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelten in der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor als Herausforderungen für Frauen. Repräsentative Befragungen und Studien sowie die Erfahrung von Beratungsstellen wie dem Männerbüro Region Basel zeigen jedoch, dass Vereinbarkeitsfragen auch zum Männerthema geworden sind. So würden gemäss einer Studie von Pro Familia über 90 % der befragten Männer gerne ihr Arbeitspensum reduzieren. Sie schrecken allerdings oft davor zurück, weil das Thema gesellschaftspolitisch buchstäblich noch in den Kinderschuhen steckt und die Rahmenbedingungen noch nicht genügend ausgearbeitet sind.

"Wir müssen uns aufgrund der sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen immer wieder mit neuen Lebensentwürfen befassen", erklärt Guy Morin, Vorsteher des Präsidialdepartements. "Dabei gilt es traditionelle Rollenvorstellungen laufend zu überdenken, zu hinterfragen und sie eventuell gar über Bord zu werfen. Wenn Wirtschaft und Staat erfolgreich arbeiten wollen, müssen relevante gesellschaftspolitische Entwicklungen berücksichtigt und entsprechende Lösungswege ermöglicht werden", so Morin weiter.

Mehrwert für die gesamte Gesellschaft

Leila Straumann, Leiterin der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, bestätigt die gesellschaftliche Relevanz: "Der Einbezug der Männer in die Themen Teilzeitarbeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat positive Auswirkungen auf alle Beteiligten." So könnten beide Elternteile aktiv am Familienleben teilnehmen und auch eine bessere Freizeitgestaltung werde ermöglicht. Grundlagen, die erwiesenermassen mehr Lebensqualität und Motivation am Arbeitsplatz mit sich bringen. "Es erstaunt nicht, dass Unternehmen mit familienfreundlichen Massnahmen rund 8 % Rendite erzielen", so die Ökonomin Straumann. Im Engagement für die Schaffung von besseren Rahmenbedingungen – speziell auch für Männer – sei neben der Politik und Verwaltung deshalb auch die Wirtschaft gefordert. "Best-Practice gäbe es sowohl in Grossunternehmen wie auch bei KMU genug", verweist Straumann auf Firmen, die mit familienfreundlichen Rahmenbedingungen erfolgreich wirtschaften. "Sie bieten mit Teilzeitstellen, flexiblen Arbeitszeiten oder einem Vaterschaftsurlaub auch Männern eine echte Wahl".

Beratungsbedarf

Walter Grisenti, Geschäftsleiter Männerbüro Region Basel, weiss aus unzähligen Beratungsgesprächen mit Männern aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Berufskontexten, dass diese ihr Arbeits- und Lebenskonzept selber bestimmen wollen. "Aber zu viele haben selber noch unbegründete Vorurteile gegenüber Teilzeitmännern oder schrecken vor geringeren Karrierechancen und finanzielle Einbussen zurück", so der Sozialarbeiter. Das neue Beratungsangebot des Männerbüros setzt an dieser Stelle an und bietet Ratsuchenden vorerst während den kommenden sechs Monaten individuelle Unterstützung bei der Umsetzung ihres Wunsches.

Kampagnenbotschafter

Beat Jans, Nationalrat; Christian Egeler, Grossratspräsident; Stephan Luethi-Brüderlin, Grossrat; Jürg Meyer, Grossrat

Plakate und Podiumsdiskussion

Die Plakate hängen ab heute bis zum 1. September 2014 an verschiedenen Standorten in der Innenstadt. Am Donnerstag, 25. September 2014 bildet eine kontroverse Podiumsdiskussion den Abschluss der diesjährigen Kampagne. Eine detaillierte Einladung dazu folgt.

Weitere Informationen

Kampagne Männersache

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