Familienfreundlichkeit als Standortvorteil

Grossunternehmen, KMU, Verbände und die öffentliche Hand positionieren die Nordwestschweiz gemeinsam als Familienfreundliche Wirtschaftsregion. An einer gut besetzten Tagung auf dem Novartis Campus diskutierten sie heute Massnahmen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie speziell für Männer verbessern.

Eine für die Wirtschaftsregion Basel strategische Zukunftsfrage stand im Fokus der gut besuchten Tagung, die heute im Novartis Campus in Basel stattfand. Leila Straumann, Leiterin der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt und Organisatorin der Tagung, brachte es in ihrem Einleitungsreferat so auf den Punkt: «Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die wachsende Vielfalt der Lebens- und Familienformen verändert die Erwartungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird auch für Männer zu einem Schlüsselthema. – wie sollen Unternehmen, Verwaltungen und Politik auf diese Herausforderung reagieren?»

Auch eine «Männerfrage» Die unter dem Titel «Väterfreundliche Unternehmens- und Personalpolitik» durchgeführte Tagung machte deutlich, dass eine aktive Förderung von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen allen nützt: den Unternehmen, die dadurch einen Return in Investment von bis zu 8% erreichen können; den Beschäftigten, die sich sowohl an der Arbeit wie auch in ihrem sozialen Umfeld langfristig besser engagieren können; und der Wirtschaftsregion Basel insgesamt, die für qualifizierte Arbeitskräfte und damit auch für Unternehmen attraktiver wird. Leila Straumann machte klar, dass es dabei keineswegs um eine «Frauenfrage» geht: «Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird auch für männliche Arbeitnehmende immer mehr zum Thema. Teilzeitarbeit für Männer, Vaterschaftsurlaub, flexible Arbeitszeitmodelle und Home Office werden immer wichtiger. Innovative und dynamische Unternehmen setzen hier an und schaffen Rahmenbedingungen für die Männer von heute und morgen.»

Praktische Beispiele von väterfreundlichen Unternehmensstrategien und konkreten Massnahmen aus der Region standen denn auch im Zentrum der verschiedenen Inputreferate und Tagungsworkshops. Die rund 60 Tagungsteilnehmenden diskutierten dabei die Erfahrungen von Grossunternehmen wie der Novartis Pharma AG und Postfinance ebenso intensiv wie die Beiträge von KMU-Vertretern und des Amtes für Wirtschaft und Arbeit Basel-Stadt. Ein von Prof. Dr. Brigitte Liebig (FHNW) vorgestelltes Forschungsprojekt zu familienfreundlichen Organisationen und Vaterschaft lieferte zusätzliche Anhaltspunkte für Handlungsmöglichkeiten. „Durch die Anerkennung der familiären Verpflichtungen der Männer und durch innovative Arbeits- und Karrieremodelle können Unternehmen sich als väterfreundlich positionieren“, erklärt sie.

Public Private Partnership stärkt den Wirtschaftsstandort Basel Die heutige Tagung gehört zum Jahresschwerpunkt des Public Private Partnership «Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel». In diesem Kooperationsprojekt engagieren sich Unternehmen der Region, Wirtschaftsverbände und Verwaltungsstellen für vereinbarkeitsförderliche Arbeitsbedingungen und eine familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel. Es ist seit 2009 Teil des regierungsrätlichen Legislaturplans und wird von der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt koordiniert.

Hinweise:

Bilder vom Anlass: Bilddatenbank

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