Über 780 neue Wohnungen wurden im 2015 erstellt – So viele wie seit 1981 nicht mehr

Gemäss Mitteilung des Statistischen Amtes wurden im Kanton Basel-Stadt im vergangenen Jahr 788 Neubauwohnungen erstellt. Dieser Wert bedeutet die höchste Wohnungszunahme seit 1981. Da der Kanton Basel-Stadt auf zusätzlichen Wohnraum angewiesen ist, stellt die hohe Wohnbautätigkeit aus Sicht der Kantons- und Stadtentwicklung eine erfreuliche Entwicklung dar, hat der hohe Wohnungsbau doch auch zur Folge, dass der Druck auf die Mieten reduziert wird.

Heute hat das Statistische Amt des Kantons Basel-Stadt die Zahlen zum Wohnungsbau im Jahr 2015 veröffentlicht. Eine ausserordentlich hohe Anzahl neuerstellter Wohnungen führte zur höchsten Wohnungszunahme im Kanton seit 1981. Zum erfreulichen Ergebnis beigetragen hat hauptsächlich das Areal Erlenmatt West mit über 500 neugebauten Wohnungen im vergangenen Jahr. Dies zeigt, wie wichtig Arealentwicklungen zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum sind. Im Gegensatz zu den punktuellen Verdichtungsprojekten in den Quartieren, wie Dachstockausbauten oder Ersatzneubauten, entstehen bei Arealentwicklungen bedeutend mehr zusätzliche Wohnungen.

Veränderungsprozesse kennzeichnen eine lebendige und attraktive Stadt
Die Bevölkerung wächst zurzeit jährlich um 1‘000 bis 1‘500 Menschen. Bei einer aktuellen Belegung von durchschnittlich zwei Personen pro Wohnung, benötigt der Kanton daher rund 500 bis 750 zusätzliche Wohnungen pro Jahr. Sonst nimmt der Druck auf dem Wohnungsmarkt zu. Arealentwicklungen und kleinere Verdichtungsprojekte helfen, den benötigten Wohnraum zu schaffen. Zudem trägt dies zur "Siedlungsentwicklung nach Innen" bei, die einerseits von der Bevölkerung gewünscht ist und zu welcher sich der Kanton Basel-Stadt im Legislaturplan und dem kantonalen Richtplan auch klar bekennt.

Günstige Mietzinse in der Stadt Basel
Ein hoher Wohnungsbau mildert den Druck auf die Mietzinse. Dies ist wichtig, selbst wenn im Vergleich zu anderen Städten die Wohnungsmieten in Basel-Stadt nach wie vor vergleichsweise günstig sind. Dies zeigt eine Untersuchung, welche die Wohnungsinserate von 3- und 3.5-Zimmer-Wohnungen zwischen Januar 2013 und März 2015 analysierte (comparis.ch). Während man für eine solche Wohnung in Zürich über 2‘400 Franken oder in Genf über 2'000 Franken monatlich bezahlt, kostet sie in Basel durchschnittlich knapp 1'700 Franken und liegt damit auf dem Mietpreisniveau von Bern. Bereits in Winterthur bezahlt man mit durchschnittlich 1‘750 Franken mehr.

Kanton verstärkt die Förderung von preisgünstigem Wohnraumangebot
Damit zusätzlich preisgünstiger Wohnraum entsteht, fördert der Kanton gezielt das gemeinnützige Wohnraumangebot durch die Abgabe von Land im Baurecht, Bürgschaften, Projektentwicklungs-darlehen sowie spezifische Beratungsangebote. Durch die gezielte Abgabe von Land im Baurecht an Genossenschaften werden in den nächsten Jahren auf dem Schorenareal, an der Belforterstrasse beim Bachgraben, am Riehenring sowie am Kohlistieg in Riehen rund 300 neue Genossenschaftswohnungen entstehen. Hinzu kommt die Überbauung Maiengasse von Immobilien Basel-Stadt mit rund 50 flächensparenden, erschwinglichen Wohnungen.

Im Rahmen der beiden ebenfalls im Baurecht an Genossenschaften abgegebenen Areale Felix Platter-Spital und Stadtrand Nordwest wird sich das Angebot an genossenschaftlichem Wohnraum mittelfristig um weitere 700 Wohnungen vergrössern. Weiterer gemeinnütziger Wohnraum entsteht auf dem Areal Erlenmatt Ost, wo die Stiftung Habitat Parzellen im Baurecht an verschiedene Wohnbauträger abgegeben hat. Des Weiteren plant der Kanton auf dem Entwicklungsareal Volta Ost selber ein Neubauprojekt mit erschwinglichem Wohnraum für Studierende und ein-kommensschwache Personen.

Ausblick: Grösstes Potenzial für Wohnungsbau liegt in Arealentwicklungen
Der Kanton Basel-Stadt bleibt ein attraktiver Arbeits- und beliebter Wohnort. Die Zahl der Arbeits-plätze im Kanton und damit die potenzielle Nachfrage nach Wohnungen durch die Arbeitnehmenden und ihre Familien dürften weiterhin steigen. Deshalb ist es wichtig, dass weitere Wohnungen im Kanton gebaut werden. Verschiedene Wohnbauprojekte stehen kurz vor Baubeginn oder sind bereits im Bau: So entstehen in den nächsten drei Jahren allein in den Lehenmatten (Wohnüber-bauung Birspark), im Gellert (Überbauung Magnolienpark), im Schoren (Wohnhochhäuser Schoren) und am Bahnhof SBB (Meret Oppenheim Hochhaus) insgesamt über 600 neue Wohnungen.

Für die langfristige Wohnraumentwicklung sind Planungen wie auf dem Areal Volta-Nord (Lysbüchel) oder dem Dreispitz, welche nebst gewerblichen Nutzungen auch neue Wohnnutzungen ermöglichen, sowie weitere Arealentwicklungen wichtig.

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