Sozialberichterstattung 2015

Aktuelle Kennzahlen zu den kantonalen Bedarfsleistungen

Die Sozialberichterstattung für das Jahr 2015 liegt vor.   

Das Statistische Amt stellt erneut detaillierte Informationen zu den einzelnen Sozialleistungen sowie den Bezügerinnen und Bezügern dieser Leistungen bereit. Im diesjährigen Schwerpunktkapitel werden die Familienmietzinsbeiträge evaluiert.

Die Sozialberichterstattung ist ein jährlich aktualisierter Kennzahlenbericht des Statistischen Amtes des Kantons Basel-Stadt. Der Hauptteil enthält detaillierte Informationen zu den einzelnen Sozialleistungen des Kantons. Dabei wird für jede Sozialleistung erläutert, wer die anspruchsberechtigten Personen sind, und wer die Finanzierung übernimmt. Dazu werden Informationen zu Geschlecht, Alter sowie Staatsangehörigkeit der Leistungsbezügerinnen und -bezüger vermittelt. Darüber hinaus werden im Schwerpunktkapitel die wichtigsten Ergebnisse der Evaluation der Familienmietzinsbeiträge präsentiert.

Im Jahr 2015 wurden im Kanton Basel-Stadt Sozialleistungen im Umfang von 636 Mio. Franken ausgerichtet. Mit 80% der Ausgaben kam der Grossteil den Bezügerinnen und Bezügern der Prämienverbilligung, der Sozialhilfe, der Ergänzungsleistungen zur AHV sowie der Ergänzungsleistungen zur IV zu. Mit etwas mehr als 50 000 Personen waren die Prämienverbilligungen erneut die am häufigsten genutzte Sozialleistung im Kanton Basel-Stadt.

Evaluation der Familienmietzinsbeiträge

Das Forschungsbüro Interface hat im Auftrag des Amtes für Sozialbeiträge die Familienmietzinsbeiträge des Kantons Basel-Stadt analysiert und kommt zum Schluss, dass die öffentlichen Mittel zielgerichtet, anreizverträglich und wirkungsvoll eingesetzt werden.

Rund 2 000 Familien mit tiefem Einkommen werden in Basel-Stadt mit Familienmietzinsbeiträgen unterstützt. Das sind elf Prozent der Familien und zwei Prozent der Gesamthaushalte. Einelternfamilien sowie Familien mit mehr als zwei Kindern erhalten überdurchschnittlich oft Familienmietzinsbeiträge. Dank dieser bedarfsabhängigen familienpolitischen Sozialleistung kann die Belastung des Haushaltsbudgets durch die Mietkosten von durchschnittlich 29 auf 21 Prozent reduziert werden. In Kombination mit der Prämienverbilligung kann so bei 792 Familien verhindert werden, dass sie die Unterstützung der Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen.

Der Vergleich mit den Ergänzungsleistungen für Familien der Kantone Solothurn und Waadt zeigt, dass Basel-Stadt mehr Haushalte erreicht, diese jedoch mit durchschnittlich kleineren Beiträgen unterstützt werden. Hingegen weisen die Familienmietzinsbeiträge keine Fehlanreize auf. Weder besteht ein Anreiz, auf Erwerbseinkommen zu verzichten, noch aufgrund der Unterstützung eine teurere Wohnung zu wählen.

Mit den Familienmietzinsbeiträgen reiht sich der Kanton Basel-Stadt in die Reihe derjenigen Kantone ein, die Familien durch eine spezifische Bedarfsleistung unterstützen. Die Evaluation zeigt, dass mit wenig personellen und finanziellen Ressourcen und Dank einer zielgerichteten Konzeption die angestrebten Zielgruppen erreicht werden. Die vollständige Studie ist auf der Homepage des Amtes für Sozialbeiträge abrufbar.

Hinweise:

Die Sozialberichterstattung (einschliesslich Kommentar von Regierungsrat Christoph Brutschin) ist zu finden unter: www.statistik.bs.ch/sozialberichterstattung.html

Die vollständige Studie zu den Familienmietzinsbeiträgen ist zu finden unter: www.asb.bs.ch

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