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Heiraten: Ja oder nein?

Sie sind mit einer Person zusammen. Vielleicht wollen Sie auch eine Familie gründen. Sie fragen sich: Sollen wir heiraten oder nicht? Was ist der Unterschied zwischen Ehe und Konkubinat? Was sind die Vorteile und Nachteile? Hier finden Sie wichtige Infos.

Zwei silberne Ringe mit gelbem Symbol.

Kurz erklärt


Ehe

Zwei Menschen wollen heiraten? Dann machen sie dafür einen Termin beim Zivilstandsamt. Das Zivilstandsamt bestätigt: Die beiden Menschen sind verheiratet.

Konkubinat

Zwei Menschen sind nicht verheiratet. Aber sie leben zusammen. Und sie wollen längere Zeit zusammenbleiben.

Partnerperson

Damit meinen wir Sie oder die Person, mit der Sie zusammenleben.
Eine Partnerperson kann eine Frau oder ein Mann sein. Sie kann auch ein weiteres Geschlecht haben.

Gesetze

Zwei Menschen leben zusammen? Dann müssen sie sich an bestimmte Gesetze halten. Die Gesetze stehen in verschiedenen Gesetzbüchern.

Wo finden Sie die Gesetze in den Gesetzbüchern? Das schreiben wir in die Antworten. 

Zum Beispiel so:

📖 ZGB: Artikel 111 und 114

📖 OR: Artikel 266m

Allgemeines

Fragen
Ehe
Konkubinat
Welche Gesetze gibt es?

Es gibt Gesetze für die Ehe. Die Gesetze stehen in zwei Gesetzbüchern:

Bundesverfassung: Hier steht das Recht für die Ehe im Artikel 14.

Zivilgesetzbuch ZGB: Hier stehen Gesetze für die Ehe ab Artikel 90.

Es gibt kein Gesetz für das Konkubinat.
Wer kann Partnerperson sein?
Zwei erwachsene Menschen können heiraten. Es ist egal, welches Geschlecht Sie beide haben. Sie können dasselbe Geschlecht oder ein anderes Geschlecht haben. 
Zwei erwachsene Menschen können im Konkubinat leben. Es ist egal, welches Geschlecht Sie beide haben. Sie können dasselbe Geschlecht oder ein anderes Geschlecht haben. 
Wann beginnt die Ehe oder das Konkubinat?

Sie machen einen Termin beim Zivilstandsamt. Dort unterschreiben Sie ein Papier. 

Zwei Menschen müssen dabei sein. Die Menschen heissen «Trauzeug:innen».

Es gibt keine Regeln. Sie ziehen einfach zusammen.
Wann endet die Ehe oder das Konkubinat?

Sie lassen sich scheiden. Sie melden zusammen die Scheidung an. Oder nur eine Person meldet die Scheidung an.

📖 ZGB: Artikel 111 und 114

Sie trennen sich einfach.
Wie ist mein Personenstand?

Nach der Hochzeit

Ihr Personenstand ist «verheiratet».

Nach der Scheidung

Ihr Personenstand ist «geschieden».

Ihre Partnerperson stirbt

Ihr Personenstand ist «verwitwet».

Ihr Personenstand ändert sich nicht.
Welchen Nachnamen können wir haben?

In der Schweiz können Sie nach der Heirat Ihren Namen behalten. Das kann der Nachname sein, den Sie seit Ihrer Geburt haben. Es kann auch der Nachname oder ein Doppelname sein, den Sie aus einer früheren Ehe haben. Sie können auch den Namen Ihrer Partnerperson als gemeinsamen Familiennamen wählen.

Bei einer Scheidung

Nach der Scheidung können Sie jederzeit wieder Ihren früheren Namen annehmen. Dazu machen Sie ein Gesuch an das Zivilstandsamt. 

Ihre Ex-Partnerperson kann Sie aber nicht dazu zwingen, Ihren Namen zu wechseln.

Ihr Nachname ändert sich nicht.

Rechtliche Regeln

Fragen
Ehe
Konkubinat
Müssen wir einander helfen?

Durch die Ehe werden Sie zu einer Gemeinschaft vor dem Gesetz. Sie sind gegenseitig füreinander verantwortlich und sorgen zusammen für die Kinder.

Ihre Partnerperson ist in Not? Dann müssen Sie helfen und für sie sorgen. 

📖 ZGB: Artikel 159 

Sie können bezahlten Urlaub bekommen: pro Notfall höchstens 3 Tage, insgesamt höchstens 10 Tage im Jahr.

📖 OR: Artikel 329 h

Sie müssen einander nicht helfen.

Ihre Partnerperson ist in Not und Sie betreuen Ihre Partnerperson? Dann können Sie bezahlten Urlaub bekommen: pro Notfall höchstens 3 Tage, insgesamt höchstens 10 Tage im Jahr.

📖 OR: Artikel 329 h

Wie müssen wir die Familie unterstützen?

Sie müssen gemeinsam für Ihre Familie sorgen.

So helfen Sie zum Beispiel
• Sie helfen mit Geld
• Sie arbeiten im Haushalt mit.
• Sie kümmern sich um die Kinder.
• Sie helfen einander im Beruf oder im Geschäft. 

📖 ZGB: Artikel 163 und Artikel 173

Sie lassen sich scheiden

Während der Trennung oder Scheidung müssen Sie weiterhin füreinander oder für die Kinder sorgen. 

Nach der Scheidung müssen Sie weiter für die gemeinsamen Kinder sorgen. Manchmal müssen Sie auch für die Ex-Partner:in sorgen.

📖 ZGB: ab Artikel 171

Sie müssen nicht füreinander sorgen. Sie haben gemeinsame Kinder? Dann müssen Sie Geld für die Kinder zahlen.

Sie trennen sich

Sie müssen nur für die gemeinsamen Kinder sorgen.

Wann bekomme ich Geld von meiner Partnerperson?

Sie arbeiten in Haushalt und Familie

Ihre Partnerperson muss Ihnen regelmässig genügend Geld zahlen: Sie dürfen selbst bestimmen, wofür Sie das Geld benutzen.

📖 ZGB: Artikel 164, Absatz 1

Sie arbeiten im Unternehmen Ihrer Partnerperson

Sie arbeiten dort mehr, als Sie eigentlich müssen? Dann muss Ihre Partnerperson Ihnen dafür genügend Geld zahlen. 

📖 ZGB: Artikel 165 Absatz 1

Sie arbeiten in Haushalt und Familie

Ihre Partnerperson muss Ihnen kein Geld zahlen.

Sie arbeiten im Unternehmen Ihrer Partnerperson

✓ Sie können einen Arbeitsvertrag abschliessen.

Was müssen wir uns erzählen?

Sie haben eine gegenseitige Auskunftspflicht. Das bedeutet: Sie müssen einander bestimmte Sachen erzählen.

Das müssen Sie sich erzählen:
• So viel Geld verdienen Sie.
• So viel Geld besitzen Sie.
• So viel Schulden haben Sie.

📖 ZGB: Artikel 170

✓ So können Sie sich noch mehr absichern
Sie machen Vollmachten bei Ihren Banken, bei der Post und den Versicherungen. Informieren Sie sich dort.

Sie haben keine Auskunftspflicht. Das bedeutet: Sie müssen einander nichts von sich erzählen.

In manchen Situationen kann es helfen, wenn Sie Informationen über die andere Person haben. Zum Beispiel: Ihre Partnerperson hat einen Unfall oder eine Krankheit und Sie müssen Dinge regeln.

✓ So können Sie sich absichern
Sie machen Vollmachten bei Ihren Banken, bei der Post und den Versicherungen. Informieren Sie sich dort.

Gemeinsame Mietwohnung: Welche Regeln gibt es?

Sie haben beide den Mietvertrag unterschrieben

Ihre Wohnung ist eine Familienwohnung. Deshalb haften Sie beide für die Miete. Das bedeutet: Sie sind beide für die Miete verantwortlich.

Sie wollen den Mietvertrag kündigen? Dann müssen Sie beide einverstanden sein.

Nur eine Person hat den Mietvertrag unterschrieben

Auch dann müssen Sie beide einverstanden sein.

📖 OR: Artikel 266m

Sie haben beide den Mietvertrag unterschrieben

Dann haften Sie beide für die Miete. Das bedeutet: Sie sind beide für die Miete verantwortlich. 

Sie wollen den Mietvertrag kündigen? Dann müssen Sie beide einverstanden sein.

Nur eine Person hat den Mietvertrag unterschrieben

Dann haftet diese Person für die Miete. Das heisst: Die Person ist für die Miete verantwortlich.

Aber die andere Person ist nicht geschützt. Das heisst: Sie muss ausziehen, wenn die andere Person das will. 

✓ So können Sie sich schützen: Sie unterschreiben beide den Mietvertrag.

Gemeinsame eigene Wohnung: Welche Regeln gibt es?

Sie dürfen die Wohnung nicht alleine verkaufen. Ihre Partnerperson muss einverstanden sein.

📖 ZGB: Artikel 169

Die Wohnung gehört nur einer Person

Dann ist die andere Person nicht geschützt.

✓ So schützen Sie sich: Sie machen einen Mietvertrag. Dann ist eine Person Mieter:in. Und die andere Person ist Vermieter:in.

Die Wohnung gehört beiden Personen

Dann kann jede Person ihren Anteil verkaufen.  

✓ Sie können einen Vertrag machen: Keine Person darf ihren Anteil verkaufen. Oder Sie schreiben Regeln für den Verkauf in den Vertrag.

Häusliche Gewalt: Was passiert, wenn meine Partnerperson gewalttätig ist?

Eine Person ist gewalttätig

Dann kann die Person aus der gemeinsamen Wohnung ausgewiesen werden. Das bedeutet: Die Person darf nicht mehr in der Wohnung wohnen. Und sie darf die Wohnung nicht mehr betreten.

📖 ZGB: Artikel 28 b

Eine Person ist gewalttätig 

Dann kann die Person aus der gemeinsamen Wohnung ausgewiesen werden. Das bedeutet: Die Person darf nicht mehr in der Wohnung wohnen. Und sie darf die Wohnung nicht mehr betreten.

📖 ZGB: Artikel 28 b

Darf ich meine Partnerperson vertreten?

Sie dürfen füreinander alles machen, was für Ihr alltägliches Leben nötig ist.

📖 ZGB: Artikel 166 

Eine Person kann nicht mehr selbst entscheiden

Dann dürfen Sie für Ihre Partnerperson weitere Dinge regeln:
• Sie verwalten das Geld von Ihrer Partnerperson. Sie nehmen zum Beispiel ihren Lohn.
• Sie verwalten das Vermögen von Ihrer Partnerperson. Sie bezahlen zum Beispiel ihre Rechnungen und sprechen mit ihrer Bank.

Eine Person kann nicht mehr selbst über medizinische Massnahmen entscheiden

Dann dürfen Sie einander vertreten. 

Es gibt Ausnahmen. Dann dürfen Sie einander nicht vertreten:
• In der Patientenverfügung oder in einem Vorsorgeauftrag steht eine andere Person.
• Oder es gibt einen gesetzlichen Beistand.

📖 ZGB: Artikel 374

Sie dürfen einander rechtlich nicht überall vertreten. 

Eine Person kann nicht mehr selbst über medizinische Massnahmen entscheiden

Dann dürfen Sie einander vertreten. 

Es gibt Ausnahmen. Dann dürfen Sie einander nicht vertreten:
• In der Patientenverfügung oder in einem Vorsorgeauftrag steht eine andere Person.
• Oder es gibt einen gesetzlichen Beistand.
• Oder die Partnerperson ist noch mit einer anderen Person verheiratet.

📖 ZGB: Artikel 378, Absatz 1, Ziffer 4

 

So können Sie sich weiter absichern

✓ Sie machen Vollmachten bei Ihren Banken, bei der Post und den Versicherungen.

✓ Sie machen einen Vorsorgeauftrag: Darin schreiben Sie, wie Sie sich bei einem Unfall oder bei Krankheit vertreten dürfen. 

Zum Beispiel: 
• Sie dürfen für die andere Person sorgen. 
• Sie dürfen sich um das Geld kümmern. 
• Sie dürfen sich rechtlich vertreten.

📖 ZGB: ab Artikel 360

✓ Sie machen eine Patient:innenverfügung: Sie schreiben, was nach Unfall oder Krankheit passieren soll. 

Zum Beispiel: 
• Welche medizinische Behandlung wollen Sie? 
• Darf die Partnerperson für Sie entscheiden? 
• Dürfen Ärzt:innen mit der Partnerperson über Ihre Krankheit reden?

So können Sie sich weiter absichern

✓ Sie machen Vollmachten bei Ihren Banken, bei der Post und den Versicherungen.

✓ Sie machen einen Vorsorgeauftrag: Darin schreiben Sie, wie Sie sich bei einem Unfall oder bei Krankheit vertreten dürfen. 

Zum Beispiel: 
• Sie dürfen für die andere Person sorgen. 
• Sie dürfen sich um das Geld kümmern. 
• Sie dürfen sich rechtlich vertreten.

📖 ZGB: ab Artikel 360

✓ Sie machen eine Patient:innenverfügung: Sie schreiben, was nach Unfall oder Krankheit passieren soll. 

Zum Beispiel: 
• Welche medizinische Behandlung wollen Sie? 
• Darf die Partnerperson für Sie entscheiden? 
• Dürfen Ärzt:innen mit der Partnerperson über Ihre Krankheit reden?

Finanzen

Fragen
Ehe
Konkubinat

Wem gehört was? 

Wer besitzt das Vermögen? Wie teilen wir den Besitz, wenn wir uns trennen oder eine Person stirbt?

Was gehört nicht dazu?

AHV, Pensionskasse und Unterhalt bei Trennung oder Scheidung gehören nicht zum Güterrecht.

In der Ehe gilt das Güterrecht. 

Es gibt verschiedene Güterstände. Ein «Güterstand» ist die Art, wie Sie Ihren Besitz regeln:

• Errungenschaftsbeteiligung
• Gütergemeinschaft (nur mit Ehevertrag)
• Gütertrennung (nur mit Ehevertrag)

Beim Konkubinat ändert sich am Vermögen nichts.

Beide Personen behalten das, was ihnen gehört. 

✓ Sie kaufen etwas gemeinsam? Dann können Sie das mit einem Konkubinatsvertrag regeln.

Sie trennen sich

• Dann teilen Sie Ihr gemeinsames Eigentum auf. 
• Keine Person darf einfach das gemeinsame Eigentum verkaufen oder weggeben: Die andere Person muss einverstanden sein. 
• Sie können sich nicht einigen? Dann muss das Gericht entscheiden.

Wem gehört was bei einer Errungenschaftsbeteiligung?

Errungenschaftsbeteiligung

Sie haben keinen anderen Vertrag gemacht? Dann gilt automatisch die Errungenschaftsbeteiligung. 

Das bedeutet: 

Sie teilen sich Ihre Errungenschaft. 
«Errungenschaft» ist alles, was Sie während der Ehe verdienen. Dazu gehört zum Beispiel der Lohn.

Jede Person hat Eigengut. 
Jede Person verwaltet ihr Eigengut selbständig. Sie darf auch ihr Eigengut selbst benutzen.

Das ist zum Beispiel Eigengut:

• Das Geld und der Besitz, die eine Person schon vor der Ehe hatte. 
• Alles, was eine Person während der Ehe erbt oder geschenkt bekommt.
• Persönliche Sachen, zum Beispiel Kleider oder Sportgeräte.

Sie lassen sich scheiden

Dann rechnet man Ihre beiden Errungenschaften zusammen. Man rechnet zum Beispiel alles zusammen, was Sie während der Ehe verdient haben. 

Sie haben während der Ehe einen Gewinn gemacht? Dann bekommt jede Person die Hälfte von der Errungenschaft.

Bei einem Konkubinat gibt es keine Errungenschaftsbeteiligung.
Wem gehört was bei einer Gütergemeinschaft?

Gütergemeinschaft

Hier gibt es zwei Arten von Eigentum:

1. Eigengut: Das sind Gegenstände, die Sie persönlich brauchen.

2. Gesamtgut: Das ist Ihr gemeinsames Einkommen und Vermögen. Dazu gehört auch das Vermögen, das Sie jeweils schon vor der Ehe hatten.

Über das Gesamtgut dürfen Sie nur zusammen bestimmen. Das bedeutet: Eine Person darf nicht alleine über das Gesamtgut entscheiden.

Für die Gütergemeinschaft brauchen Sie einen Ehevertrag. Ein Notar muss den Ehevertrag unterschreiben. Darin schreiben Sie genau: 

• Was gehört zum Eigengut und was zum Gesamtgut? 
• Sie können auch sagen, dass Sie bestimmte Gegenstände oder Eigentum nicht teilen wollen.

Ihre Partnerperson bringt viel Vermögen mit in die Ehe? Dann ist eine Gütergemeinschaft gut für Sie, weil das Gesamtgut grösser ist.

Sie lassen sich scheiden

Dann behält jede Person ihr Eigengut. Eine Person hat während der Ehe etwas geerbt? Dann gehört das auch zum Eigengut.

Sie teilen das Gesamtgut. Man rechnet das Gesamtgut bis zum Tag, an dem Sie den Antrag für die Scheidung stellen.

Bei einem Konkubinat gibt es keine Gütergemeinschaft.
Wem gehört was bei einer Gütertrennung?

Gütertrennung

Ihr Besitz bleibt während der Ehe getrennt. Sie brauchen dafür einen Ehevertrag. Ein Notar muss den Ehevertrag unterschreiben.

Sie lassen sich scheiden

Dann behält jede Person ihr Geld und Eigentum.

Bei einem Konkubinat gibt es keine Gütertrennung.
Was bekomme ich, wenn meine Partnerperson stirbt?

Eine Person stirbt? Dann gilt das Erbrecht.

Der Güterstand bestimmt, wie viel Vermögen die andere Person erbt:
• Man teilt das Vermögen nach den Regeln vom Güterstand, den Sie gewählt haben.
• Die überlebende Person bekommt ihren Anteil.
• Der Teil der verstorbenen Person ist der «Nachlass». Man verteilt den Nachlass, wie es im Erbrecht oder im Testament steht.

✓ Sie können ein Testament oder einen Erbvertrag machen. 
Denn ohne Testament oder Erbvertrag kann es Probleme geben: Vielleicht muss die lebende Partnerperson andere Erben auszahlen, zum Beispiel erwachsene Kinder. Aber dafür muss sie genug Geld haben. 
Mehr Informationen finden Sie unter «Wer erbt wie viel?».

📖 ZGB: ab Artikel 181

Eine Person stirbt?Dann erbt die andere Person nichts. 

✓ Sie können ein Testament oder einen Erbvertrag machen. Mehr Informationen finden Sie unter «Wer erbt wie viel?».

Wer erbt wie viel?

Eine Person stirbt? Dann gibt es genaue Regeln, welche Personen den Besitz bekommen.

Das Erbrecht hat Regeln für die Ehe.

Sie haben keinen Vertrag gemacht? Dann gelten diese Regeln:

Ehe mit Kindern

• Die Partnerperson erbt die Hälfte.
• Die Kinder erben die andere Hälfte.

Ehe ohne Kinder

• Die verstorbene Person hat noch Geschwister oder Eltern? Dann erbt die Partnerperson 75 Prozent, also drei Viertel. Die Geschwister oder Eltern erben 25 Prozent, also ein Viertel.
• Die verstorbene Person hat keine Geschwister oder Eltern mehr? Dann erbt die Partnerperson alles.

 ✓ Mit diesen Verträgen kann Ihre Partnerperson mehr erben:
• Ehevertrag
• Erbvertrag
• Testament

Sie können zum Beispiel bestimmen: Ihre Kinder bekommen ihr Erbe erst, wenn Sie beide tot sind. Die Kinder müssen dafür aber über 18 Jahre sein und einen Vertrag unterschreiben. Der Vertrag heisst «Erbverzichtsvertrag».

Sie lassen sich scheiden

Sie sind geschieden? Dann gilt das Erbrecht nicht mehr. Die andere Person erbt nichts.

📖 ZGB ab Artikel 457

Das Erbrecht hat keine Regeln für das Konkubinat.

Eine Person stirbt? Dann erbt die Partnerperson nichts, wenn Sie keinen Erbvertrag oder kein Testament gemacht haben.

✓ Mit diesen Verträgen können Sie Ihre Partnerperson schützen:
• Erbvertrag
• Testament

Muss ich Steuern für eine Erbschaft bezahlen?
Sie müssen keine oder nur wenig Steuern für eine Erbschaft bezahlen. Es gibt in jedem Kanton andere Regeln dafür. 
Das Gesetz sieht Sie und Ihre Partnerperson nicht als Familie. Für das Gesetz sind Sie fremde Personen. Deshalb müssen Sie höhere Steuern für eine Erbschaft bezahlen. Die Steuern sind in jedem Kanton unterschiedlich hoch. Sie hängen auch davon ab, wie lange Sie zusammengewohnt haben.
Wie bezahlen wir unsere Steuern?

Sie bezahlen Ihre Steuern gemeinsam. Sie machen zusammen nur eine Steuererklärung.

Wie hoch sind die Steuern?

Wenn Sie beide arbeiten, rechnet man Ihre beiden Einkommen zusammen. Deshalb zahlen Sie oft höhere Steuern als vor der Ehe. 

Etwa ab dem Jahr 2032 ändert sich das. Jede Person zahlt dann ihre Steuern selbst. Sie zahlen dann meistens weniger Steuern.

Jede Person zahlt ihre Steuern selbst. Jede Person macht eine eigene Steuererklärung.

Wie hoch sind die Steuern?

Sie zahlen meistens weniger, wenn jede Person einzeln Steuern bezahlt.

Muss ich die Schulden von meiner Partnerperson zahlen?

Es gibt ein Gesetz für Schulden.

Schulden im Alltag müssen Sie beide bezahlen: Schulden im Alltag sind zum Beispiel Miete, Krankenkasse, Kleidung oder Ausgaben im Haushalt. 

Nur eine Person hat einen Vertrag abgeschlossen, zum Beispiel einen Mietvertrag? Dann müssen trotzdem beide die Schulden bezahlen.

📖 ZGB: Artikel 166, Absatz 3

Ausnahme

Eine Person macht alleine Schulden? Die Person macht zum Beispiel Schulden für ein Auto. Oder die Person nimmt einen Kredit auf.

Dann muss die Person die Schulden selbst bezahlen.

Es gibt kein Gesetz für Schulden.

Aber Sie können einen Vertrag gemeinsam unterschreiben, zum Beispiel einen Leasingvertrag oder Mietvertrag.

Bürgerrecht, Familiennachzug

Fragen
Ehe
Konkubinat
Bürgerrecht: Kann ich einfacher den Schweizer Pass bekommen?

Eine Partnerperson ist Schweizer:in

Dann kann die andere Person einfacher den Schweizer Pass bekommen (erleichterte Einbürgerung).

Das ist wichtig

• Die Person muss mindestens 5 Jahre in der Schweiz gelebt haben.

• Sie müssen seit mindestens 3 Jahren verheiratet sein.

Eine Partnerperson ist Schweizer:in

Es ändert sich nichts. Sie bekommen den Schweizer Pass nicht einfacher.

Familiennachzug: Darf ich zu meiner Partnerperson in die Schweiz ziehen?

Für Ehepaare gilt der Familiennachzug

Eine Partnerperson lebt noch im Ausland? Dann darf sie vielleicht im Rahmen vom Familiennachzug in die Schweiz ziehen. Aber es gibt bestimmte Regeln dafür.

Was gilt bei Ihnen? Fragen Sie die Behörde oder eine Beratungsstelle.

Sie lassen sich scheiden

Ausweis C: Mit einem Ausweis C dürfen Sie auch nach der Scheidung in der Schweiz bleiben.

Ausweis B: Sie haben den Ausweis B durch Familiennachzug bekommen? Dann müssen Sie bestimmte Bedingungen erfüllen, damit Sie nach der Scheidung in der Schweiz bleiben können. Fragen Sie die Behörde oder eine Beratungsstelle.

Eine Person stirbt

Ausweis C: Mit einem Ausweis C dürfen Sie auch nach dem Tod der Partnerperson in der Schweiz bleiben.

Ausweis B: Sie haben den Ausweis B durch Familiennachzug bekommen? Dann müssen Sie bestimmte Bedingungen erfüllen, damit Sie nach dem Tod Ihrer Partnerperson in der Schweiz bleiben können. Fragen Sie die Behörde oder eine Beratungsstelle.

Für Konkubinatspaare gilt der Familiennachzug nicht

Sie oder Ihre Partnerperson lebt noch im Ausland? Dann dürfen Sie nicht im Rahmen vom Familiennachzug in die Schweiz ziehen. 

Vielleicht können Sie oder Ihre Partnerperson auch ohne Familiennachzug in die Schweiz ziehen. Für jedes Land gibt es andere Regeln. 

Was gilt bei Ihnen? Fragen Sie die Behörde oder eine Beratungsstelle.

Sozialversicherungen: 1. Säule

1. Säule: Alters- und Hinterlassenen-Versicherung (AHV)

Was bedeutet Alters- und Hinterlassenen-Versicherung?

Die Abkürzung für Alters- und Hinterlassenen-Versicherung ist «AHV»

Das gehört zur AHV: 

  • Altersrente
    Sie werden pensioniert? Dann bekommen Sie jeden Monat eine Rente.
  • Hinterlassenenrente
    Die Partnerperson stirbt: Dann bekommt die andere Person eine Witwenrente oder eine Witwerrente. 
    Die Eltern sterben: Dann bekommen Kinder unter 25 Jahren eine Waisenrente. 
  • Hilflosenentschädigung
    «Hilflos» bedeutet: Sie brauchen jeden Tag Hilfe im Alltag. Für diese Hilfe können Sie Geld bekommen.

Allgemeine Infos

  • Alle Menschen müssen Beiträge an die AHV zahlen. Sie zahlen die Beiträge, bis Sie pensioniert sind.
  • Wenn Sie mehr verdienen, zahlen Sie mehr. Wenn Sie weniger verdienen, zahlen Sie weniger. 
  • Es gibt einen Mindestbeitrag: Sie zahlen mindestens 530 Franken pro Jahr.
  • Sie sind angestellt? Dann wird der AHV-Beitrag von Ihrem Lohn abgezogen.

Wie viel AHV bekommen Sie im Alter?

Das kommt darauf an.

  • Haben Sie jedes Jahr Beiträge gezahlt? Oder gab es Pausen?
  • Wie viel Geld haben Sie eingezahlt?

Sie haben jedes Jahr Beiträge gezahlt: Dann bekommen Sie im Jahr 2026 mindestens 1'260 Franken und höchstens 2'520 Franken im Monat.

Fragen
Ehe 
Konkubinat

Wer von uns zahlt AHV?

Beide arbeiten

Dann zahlen beide Personen Beiträge an die AHV.

Eine Person arbeitet nicht

Dann muss die Partnerperson die AHV-Beiträge für beide Personen zahlen. Sie muss mindestens das Doppelte vom Mindestbeitrag zahlen. Das sind 1060 Franken pro Jahr.

Vielleicht kann die Partnerperson nicht zahlen. Dann muss die Person, die nicht arbeitet, den Mindestbetrag für sich selbst zahlen.

📖 AHVG: Artikel 3

Beide arbeiten

Dann zahlen beide Personen Beiträge an die AHV.

Eine Person arbeitet nicht

Dann muss die Person trotzdem den Mindestbetrag für sich selbst zahlen. Die Partnerperson muss nicht für beide Personen zahlen.

📖 AHVG: Artikel 3

Gutschriften für Erziehung oder Betreuung

Ich kümmere mich privat um andere Menschen. Bekomme ich dafür Beiträge für die AHV?

Vielleicht kann eine Person nicht arbeiten: Die Person kümmert sich um die Kinder oder um Verwandte. Dann bekommt die Person dafür eine Gutschrift für die AHV. Das bedeutet: Die Erziehung oder Betreuung zählt als Arbeit. Sie bekommen später Rente für diese Zeit. 

Diese Gutschriften gibt es:

• Erziehungsgutschriften
• Betreuungsgutschriften

Erziehungsgutschriften

Sie oder Ihre Partnerperson bekommt eine Erziehungsgutschrift? Dann teilen Sie sich die Gutschrift: Jede Person bekommt die Hälfte.

Sie lassen sich scheiden

Dann teilt man die Gutschriften für die Zeit von der Ehe auf: Jede Person bekommt die Hälfte. Danach können Sie schriftlich abmachen, wie Sie die Gutschrift miteinander teilen. Sie schreiben zum Beispiel: Eine Person kümmert sich mehr um die Kinder? Dann bekommt diese Person auch mehr von der Gutschrift.

📖 AHVG: Artikel 29sexies

Betreuungsgutschriften

Vielleicht ist eine Person krank oder hatte einen Unfall. Deshalb bekommt sie Hilflosenentschädigung. 

Die Partnerperson muss sie betreuen? Dann kann sie dafür Betreuungsgutschriften von der AHV bekommen.

📖 AHVG: Artikel 29septies

Erziehungsgutschriften

Sie haben ein gemeinsames Kind und die Partnerperson hat die Vaterschaft anerkannt? Dann können Sie schriftlich abmachen, wie Sie die Gutschrift miteinander teilen.

Sie schreiben zum Beispiel: Eine Person kümmert sich mehr um die Kinder? Dann bekommt diese Person die ganze Gutschrift.

📖 AHVV: Artikel 52fbis 

Sie können jederzeit neu schriftlich abmachen, wie Sie die Gutschrift miteinander teilen. 

Betreuungsgutschriften

Vielleicht ist eine Person krank oder hatte einen Unfall. Deshalb bekommt sie Hilflosenentschädigung. 

Die Partnerperson muss sie betreuen? Dann kann sie dafür Betreuungsgutschriften von der AHV bekommen. Dafür müssen Sie seit mindestens 5 Jahren zusammenwohnen.

📖  AHVG: Artikel 29septies

Altersrente

Wie viel Rente bekommen wir im Alter?

Sie sind pensioniert

Dann bekommt jede Person nicht die eigene volle Rente. Sie bekommen nur eineinhalb Mal so viel, also 150 Prozent.

📖 AHVG: Artikel 35, Absatz 1 und IVG: Artikel 37

Sie lassen sich vor der Pensionierung scheiden

Wie viel haben Sie beide für die AHV in der Zeit der Ehe gezahlt? Das zählt man zusammen und teilt es auf. Sie bekommen für die Zeit der Ehe später gleich viel Rente.

Sie sind pensioniert

Jede Person bekommt ihre eigene volle Rente. Das sind zusammen also 200 Prozent.

📖 AHVG: Artikel 29

Sie trennen sich

Dann ändert sich nichts an Ihrer Altersrente: Jede Person bekommt ihre eigene volle Rente.

Hinterlassenenrente

Wer bekommt eine Rente, wenn eine Person stirbt?

Eine Person stirbt

• Dann bekommt die Partnerperson vielleicht eine Witwenrente oder eine Witwerrente.

• Die Kinder bekommen eine Halbwaisenrente. Beide Eltern sind gestorben? Dann bekommen die Kinder eine Waisenrente.

Sie sind geschieden und dann stirbt eine Person

Auch dann bekommen Ihre Kinder eine Waisenrente oder Halbwaisenrente.

Witwenrente für geschiedene Frauen

Wenn Sie geschieden sind und Ihr Ex-Mann stirbt, bekommen Sie vielleicht eine Witwenrente.

Das ist wichtig:

• Sie waren mindestens 10 Jahre verheiratet und Sie haben Kinder.

• Oder Sie waren mindestens 10 Jahre verheiratet und Sie waren bei der Scheidung älter als 45 Jahre.

• Oder Ihr jüngstes Kind wird nach Ihrem 45. Geburtstag 18 Jahre alt.

Nichts davon trifft zu? Dann bekommen Sie eine Witwenrente, bis Ihr jüngstes Kind 18 Jahre alt wird.

Witwerrente für geschiedene Männer

Sie sind geschieden und Ihre Ex-Frau stirbt: Dann bekommen Sie eine Witwerrente, bis Ihr jüngstes Kind 18 Jahre alt wird.

Eine Person stirbt

• Dann bekommt die Partnerperson keine Witwenrente oder Witwerrente.

• Die Kinder bekommen eine Halbwaisenrente. Beide Eltern sind gestorben? Dann bekommen die Kinder eine Waisenrente.

Sie trennen sich und dann stirbt eine Person

Auch dann bekommen Ihre Kinder eine Waisenrente oder Halbwaisenrente.

Sie haben noch weitere Fragen?

Fragen Sie Ihre Ausgleichskasse.

1. Säule: Invalidenversicherung (IV)

Was bedeutet Invalidenversicherung?

Die Abkürzung für Invalidenversicherung ist «IV». 

Sie haben eine Krankheit oder einen Unfall. Deshalb können Sie nicht mehr arbeiten. Oder Sie können nicht mehr so viel arbeiten. 
Dann können Sie Geld von der IV bekommen.

Für die IV-Rente wird Ihr «Invaliditätsgrad» bestimmt. Der Invaliditätsgrad zeigt, wie sehr Sie an Einkommen verlieren durch Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung. 

Zum Beispiel: 

  • Sie können nicht mehr arbeiten oder Sie können nur sehr wenig arbeiten. Deshalb verdienen Sie kein Geld mehr oder Sie verdienen nur sehr wenig. Das bedeutet: Ihr Invaliditätsgrad ist hoch. Sie brauchen mehr IV-Rente.
  • Sie können Teilzeit arbeiten und verdienen etwas weniger Geld als früher. Das bedeutet: Ihr Invaliditätsgrad ist niedrig. Sie brauchen nicht so viel IV-Rente.
Fragen
Ehe 
Konkubinat
Wie viel IV-Rente bekomme ich?

Sie können wegen Krankheit oder Unfall nicht arbeiten

Dann bekommen Sie die volle Rente für Ihren Invaliditätsgrad. 

Ihre Partnerperson bekommt auch eine IV-Rente

Dann bekommen Sie vielleicht nicht die volle Rente für Ihren Invaliditätsgrad: Ihre beiden Einzelrenten dürfen zusammen nicht höher sein als 150 Prozent der maximalen Einzelrente. Ihre beiden Renten sind höher? Dann kürzt man Ihre Renten.

Ein Beispiel:
Im Jahr 2026 ist die maximale Einzelrente 2'520 Franken pro Monat. 150 Prozent von 2'520 Franken sind 3'780 Franken.
Ihre beiden Einzelrenten sind höher als 3'780 Franken pro Monat? Dann kürzt man Ihre Renten, bis Sie zusammen nur noch 3'780 Franken bekommen.

Sie können wegen Krankheit oder Unfall nicht arbeiten

Dann bekommen Sie eine volle Rente für Ihren Invaliditätsgrad.

Ihre Partnerperson bekommt auch eine IV-Rente

Dann bekommen Sie beide die volle Rente für Ihren Invaliditätsgrad.

Sie haben noch weitere Fragen?

Fragen Sie Ihre Ausgleichskasse.

1. Säule: Erwerbsersatzordnung (EO)

Was ist die Erwerbsersatzordnung?

Die Abkürzung für Erwerbsersatzordnung ist EO. 

Sie können eine Zeit lang nicht arbeiten und haben deshalb keinen Lohn? Zum Beispiel: Sie bekommen ein Kind. Oder Sie müssen sich um Ihr schwer krankes Kind kümmern. Dann bekommen Sie in dieser Zeit Hilfe von der EO.

Fragen
Ehe 
Konkubinat
Wann bekomme ich Hilfe von der EO?

Sie bekommen ein Kind

• Gebärende Mutter: Sie arbeiten und bekommen Lohn dafür? Dann bekommen Sie Geld von der EO für die ersten 14 Wochen nach der Geburt von Ihrem Kind. Dieses Geld heisst «Mutterschaftsentschädigung».

Sie bekommen 80 Prozent von Ihrem durchschnittlichen früheren Lohn. Sie bekommen aber nicht mehr als 220 Franken pro Tag. 

Ihr Kind muss direkt nach der Geburt länger als 14 Tage im Spital bleiben? Dann bekommen Sie länger Geld von der EO: so lange, wie Ihr Kind im Spital bleiben muss. Die EO zahlt aber höchstens zusätzlich 56 Tage. 

• Vater: Sie arbeiten? Dann bezahlt die EO Ihnen 2 Wochen Urlaub.

• Ehefrau von der Mutter: Sie sind auch vor dem Gesetz Mutter von Ihrem Kind? Dann bezahlt die EO Ihnen 2 Wochen Urlaub.

✓ Sie können die 2 Wochen Urlaub am Stück nehmen. Das Wochenende gehört dazu. Oder Sie können einzelne Tage vom Urlaub nehmen. Sie müssen den Urlaub in den 6 Monaten nach der Geburt von Ihrem Kind nehmen.

Sie bekommen ein Kind

• Gebärende Mutter: Sie arbeiten und bekommen Lohn dafür? Dann bekommen Sie Geld von der EO für die ersten 14 Wochen nach der Geburt von Ihrem Kind. Dieses Geld heisst «Mutterschaftsentschädigung».

Sie bekommen 80 Prozent von Ihrem durchschnittlichen früheren Lohn. Sie bekommen aber nicht mehr als 220 Franken pro Tag. 

Ihr Kind muss direkt nach der Geburt länger als 14 Tage im Spital bleiben? Dann bekommen Sie länger Geld von der EO: so lange, wie Ihr Kind im Spital bleiben muss. Die EO zahlt aber höchstens zusätzlich 56 Tage. 

• Vater: Sie arbeiten? Und Sie sind auch vor dem Gesetz Vater von Ihrem Kind? Dann bezahlt die EO Ihnen 2 Wochen Urlaub.

✓ Sie können die 2 Wochen Urlaub am Stück nehmen. Das Wochenende gehört dazu. Oder Sie können einzelne Tage vom Urlaub nehmen. Sie müssen den Urlaub in den 6 Monaten nach der Geburt von Ihrem Kind nehmen.

• Partnerin der Mutter: Sie bekommen keinen bezahlten Urlaub. Wenn Sie arbeiten, fragen Sie Ihren Arbeitgeber. Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten.

 

Sie adoptieren ein Kind

Sie adoptieren ein Kind unter 4 Jahren? Und Sie arbeiten? Dann bezahlt die EO Ihnen 2 Wochen Adoptionsurlaub. 

✓ Sie können die 2 Wochen Urlaub am Stück nehmen. Oder Sie können einzelne Tage vom Urlaub nehmen. Aber Sie müssen den Urlaub im ersten Jahr nach der Adoption nehmen.

Sie adoptieren Ihr Stiefkind

Sie adoptieren das Kind Ihrer Partnerperson? Dann zahlt die EO Ihnen keinen Urlaub.

Sie adoptieren ein Kind

Sie sind nicht verheiratet. Deshalb können Sie zusammen kein Kind adoptieren.

Sie können aber als einzelne Person ein Kind adoptieren. Das Kind ist jünger als 4 Jahre? Dann zahlt die EO Ihnen 2 Wochen Adoptionsurlaub.

✓ Sie können die 2 Wochen Urlaub am Stück nehmen. Oder Sie können einzelne Tage vom Urlaub nehmen. Aber Sie müssen den Urlaub im ersten Jahr nach der Adoption nehmen.

Sie adoptieren Ihr Stiefkind

Sie adoptieren das Kind Ihrer Partnerperson? Dann zahlt die EO Ihnen keinen Urlaub.

 

Sie kümmern sich um Ihr schwer krankes Kind

Ihr Kind hat grosse Probleme mit der Gesundheit. Deshalb müssen Sie sich um Ihr Kind kümmern. Sie können in dieser Zeit nicht arbeiten oder Sie müssen weniger arbeiten.

Die EO zahlt Ihnen 14 Wochen Betreuungsurlaub. Sie können den Urlaub miteinander teilen.

✓ Sie müssen vor dem Gesetz Eltern von dem Kind sein. Nur dann zahlt die EO den Urlaub. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt «Kinder».

Sie kümmern sich um Ihr schwer krankes Kind

Ihr Kind hat grosse Probleme mit der Gesundheit. Deshalb müssen Sie sich um Ihr Kind kümmern. Sie können in dieser Zeit nicht arbeiten oder Sie müssen weniger arbeiten.

Die EO zahlt Ihnen 14 Wochen Betreuungsurlaub. Sie können den Urlaub miteinander teilen.

✓ Sie müssen vor dem Gesetz Eltern von dem Kind sein. Nur dann zahlt die EO den Urlaub. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt «Kinder».

Sie haben noch weitere Fragen?

Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber über Regelungen in Ihrem Betrieb. Wenden Sie sich an Ihre Ausgleichskasse.

1. Säule: Familienzulagen (FZ)

Was sind Familienzulagen? 

Die Abkürzung für Familienzulagen ist «FZ».

Kinder kosten Geld. Die FZ sollen den Eltern helfen: Die Eltern bekommen jeden Monat etwas Geld für das Kind.

Das ist wichtig:

  • Sie müssen arbeiten und ein Mindesteinkommen haben. Im Jahr 2026 ist das Mindesteinkommen 630 Franken pro Monat.
  • Sie arbeiten nicht? Dann können Sie vielleicht trotzdem FZ bekommen.
  • Es gibt für jedes Kind nur eine FZ.
Fragen
Ehe
Konkubinat
Wann bekommen wir Familienzulagen?

Beide Eltern arbeiten oder eine Person arbeitet

Dann bekommen Sie FZ für Ihr Kind.

Die Partnerin der Mutter ist vor dem Gesetz nicht Mutter von Ihrem Kind 

Dann kann nur die rechtliche Mutter FZ für ihr Kind bekommen.

Beide Eltern arbeiten oder eine Person arbeitet

Dann bekommen Sie FZ für Ihr Kind.

Die Partnerperson der Mutter ist vor dem Gesetz nicht Vater oder Mutter von Ihrem Kind

Dann kann nur die rechtliche Mutter FZ für ihr Kind bekommen.
 

Sie haben weitere Fragen?

Informieren Sie sich bei Ihrer Ausgleichskasse.

1. Säule: Ergänzungsleistungen (EL)

Was sind Ergänzungsleistungen?

Die Abkürzung für Ergänzungsleistungen ist «EL». 

Sie sind pensioniert oder beziehen eine IV-Rente. Aber Ihre Rente reicht nicht zum Leben? Dann können Sie noch etwas Geld bekommen.

Das ist wichtig:

  • Sie bekommen eine AHV oder IV-Rente
  • Sie haben Ihren Wohnsitz in der Schweiz.
  • Und Sie leben auch wirklich in der Schweiz.
Fragen
Ehe
Konkubinat

1. Säule: EL

Wieviel EL bekomme ich?

Man rechnet Sie beide als eine Person zusammen

Man schaut:
• Wie viel Geld haben Sie insgesamt jeden Monat? 
• Wie viel Geld brauchen Sie jeden Monat?

Dann rechnet man aus:
• So viel EL bekommen Sie beide zusammen.

Man rechnet jede Person einzeln

Man schaut:
• Wie viel Geld hat jede einzelne Person?
• Wie viel Geld braucht jede einzelne Person jeden Monat?

Dann rechnet man aus:
• So viel EL bekommt jede einzelne Person.

Sozialversicherungen: 2. Säule

Berufliche Vorsorge

Was ist die «berufliche Vorsorge»?

Ihr Arbeitgeber muss Sie bei einer Pensionskasse anmelden, wenn Sie mehr als 22'680 Franken im Jahr verdienen. Dieser Betrag gilt für das Jahr 2026.

Die Pensionskasse ist eine Versicherung. Sie schützt in drei Situationen:

  • Im Alter: Sie bekommen eine Rente, wenn Sie nicht mehr arbeiten.
  • Nach Ihrem Tod: Ihre Angehörigen bekommen eine Rente.
  • Bei Invalidität: Sie können nicht mehr arbeiten, weil Sie dauerhaft krank sind oder einen Unfall hatten.

Das ist das Ziel: Zusammen mit der AHV-Rente können Sie mit der beruflichen Vorsorge auch im Alter gut leben.

Wie funktioniert die berufliche Vorsorge?

Sie zahlen jeden Monat Geld in die Pensionskasse ein. Ihr Arbeitgeber zahlt mindestens gleich viel Geld ein. Dieses Geld nennt man «Sparbeiträge und Risikobeiträge».

Ein Teil des Geldes ist für Ihr Alter bestimmt. Die Pensionskasse legt dieses Geld für Sie an. So wächst Ihr Guthaben mit der Zeit. Die Pensionskasse zahlt auch Zinsen auf Ihr Guthaben.

Wenn Sie in Pension gehen, bekommen Sie aus diesem Guthaben eine Rente von Ihrer Pensionskasse.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Pensionskassen?

Nicht alle Pensionskassen bieten die gleichen Leistungen an:

  • Einige Pensionskassen bieten sehr hohe Leistungen. Sie heissen «überobligatorische Leistungen».
  • Andere Pensionskassen bieten nur minimale Leistungen. Sie heissen «gesetzliche Mindestleistungen».

Gut zu wissen
Sie verdienen kein Geld oder nur wenig Geld? Dann haben Sie keine berufliche Vorsorge über die 2. Säule und Sie können keine Beiträge in die Pensionskasse einzahlen. Im Alter bekommen Sie deshalb keine Rente aus der beruflichen Vorsorge. 

Ihre Partnerperson zahlt Beiträge? Mit einer Heirat kommt alles in einen Topf. Bei einer Scheidung erhalten Sie die Hälfte vom gesparten Geld während der Ehe.

 

Fragen
Ehe
Konkubinat

2. Säule: Pensionskasse

Wer bekommt Geld von der Pensionskasse?

Sie heiraten? Dann informiert die Pensionskasse: So hoch war Ihr Guthaben zum Zeitpunkt der Heirat. Nach der Heirat kommt das Guthaben von Ihnen und Ihrer Partnerperson in einen Topf.

Sie und Ihre Partnerperson haben jeweils eine eigene Pensionskasse.

Gut zu wissen

Wenn Sie wegen Kinderbetreuung ihr Pensum reduzieren: Ihre Beiträge sinken. Das kann im Alter zu Armut führen.

 

Sie lassen sich scheiden

Bei der Scheidung prüft man das Guthaben, das Sie beide während der Ehe bis zur Anmeldung der Scheidung gespart haben. Das gilt für alle Ehen. Es ist egal, welchen Güterstand Sie haben. Man teilt dieses Geld in der Regel zur Hälfte.

Man teilt auch die berufliche Vorsorge. Das nennt man «Vorsorgeausgleich»:
• Sie bekommen die Hälfte der Vorsorge von Ihrer Partnerperson.
• Und Ihre Partnerperson bekommt die Hälfte Ihrer Vorsorge.
In der Regel verrechnen Sie dieses Geld miteinander.


Eine Person ist schon pensioniert

Auch dann teilt man die Vorsorge. 
Die pensionierte Person bekommt dann vielleicht weniger Rente.

Sie trennen sich

Es gibt keinen Vorsorgeausgleich. Das bedeutet: Beide Personen behalten ihr eigenes Geld aus der Pensionskasse.

 

Ihre Partnerperson stirbt

Die Pensionskasse Ihrer Partnerperson zahlt Ihnen eine Witwenrente oder eine Witwerrente. Sie müssen aber dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Jede Pensionskasse hat ihre eigenen Regeln.

In der Regel ist folgendes wichtig:
• Sie sind mindestens 45 Jahre alt und Ihre Ehe hat mindestens 5 Jahre gedauert.
• Oder Sie kümmern sich um mindestens ein gemeinsames Kind.

Nichts davon trifft zu? Dann bekommen Sie 3 Jahresrenten ausgezahlt. Danach bekommen Sie keine Witwerrente oder Witwenrente.

📖 BVG: Artikel 19

Ihre Partnerperson stirbt

Die Pensionskasse von Ihrer Partnerperson zahlt Ihnen nichts. 
Ausnahme: Vielleicht hat die Pensionskasse eine spezielle Regelung für Lebenspartner. Dann zahlt sie eine Lebenspartnerrente oder ein Todesfallkapital.

✓ Sie wollen, dass Ihre Partnerperson das Geld nach Ihrem Tod bekommt? Dann informieren Sie sich bei Ihrer Pensionskasse. Bei vielen Pensionskassen können Sie Ihre Partnerperson im Todesfall absichern. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel: 
• Sie melden Ihre Partnerperson bei Ihrer Pensionskasse an.
• Sie geben eine Begünstigungserklärung ab.
• Sie machen einen Unterstützungsvertrag. 

Sozialversicherungen: 3. Säule

Private Vorsorge

Was ist die «private Vorsorge»?

Die «private Vorsorge» heisst auch 3. Säule. Sie können freiwillig eine 3. Säule einrichten und dort Geld einzahlen. So bekommen Sie nach der Pensionierung zusätzlich Geld.

Es gibt zwei Arten der 3. Säule: 

  1. Die gebundene Selbstvorsorge (Säule 3a)

    Gebunden heisst: Das Geld ist an den Vorsorgezweck gebunden. Es gelten gewisse Regeln und Sie können nicht frei darüber entscheiden. Dafür gibt es andere Vorteile: Zum Beispiel können Sie die Einzahlungen von den Steuern abziehen. Wie viel Sie einzahlen können, ist aber begrenzt.

  2. Die ungebundene Selbstvorsorge (Säule 3b)

    Ungebunden heisst: Sie können frei sparen. Sie können so viel einzahlen wie Sie wollen und frei über das Geld entscheiden. Sie können es aber nicht von den Steuern abziehen.

Fragen 
Ehe
Konkubinat

3. Säule: Private Vorsorge

Wer bekommt das Geld von der privaten Vorsorge?

Beide Eheleute können eine 3. Säule abschliessen. Für eine Säule 3a müssen Sie aber einen Lohn von mindestens 2500 Franken im Jahr bekommen. Als Lohn zählt auch Erwerbsersatzeinkommen, zum Beispiel bei Mutterschaft oder Arbeitslosigkeit.
Beide Personen können eine 3. Säule abschliessen. Für eine Säule 3a müssen Sie aber einen Lohn von mindestens 2500 Franken im Jahr bekommen. Als Lohn zählt auch Erwerbsersatzeinkommen, zum Beispiel bei Mutterschaft oder Arbeitslosigkeit.
 

Sie lassen sich scheiden

Sie haben keinen speziellen Ehevertrag gemacht? Dann gilt die «Errungenschaftsbeteiligung». Man schaut: Wie viel Geld haben Sie in die private Vorsorge eingezahlt? Dieses Geld teilt man in zwei gleiche Teile.

Sie trennen sich

Das Geld in der 3. Säule gehört jedem allein.

✓ Sie wollen die 3. Säule bei einer Trennung teilen? Dann können Sie das vorher in einen Konkubinatsvertrag schreiben.

 

Eine Person stirbt

Dann bekommt die andere Person das ganze Geld.

Eine Person stirbt

✓ Sie wollen, dass Ihre Partnerperson das Geld nach Ihrem Tod bekommt? Dann können Sie eine «Begünstigtenerklärung 3. Säule» machen. Melden Sie das bei der Vorsorgestiftung, wo Sie Ihre 3. Säule abgeschlossen haben.

Weitere Sozialversicherungen

Fragen
Ehe
Konkubinat

Unfallversicherung: Wann bekomme ich Geld?

Gut zu wissen
Ihr:e Arbeitgeber:in muss eine Unfallversicherung für Sie abschliessen. Wenn Sie einen Unfall haben, zahlt die Unfallversicherung Geld. Weitere Informationen zur Unfallversicherung finden Sie hier.

Ihre Partnerperson stirbt durch einen Unfall

Die Unfallversicherung von Ihrer Partnerperson zahlt Ihnen Geld: Sie bekommen eine monatliche Rente oder Sie bekommen einmal einen Geldbetrag. 

Ihre Kinder bekommen eine Waisenrente von der Unfallversicherung.

Eine Person stirbt nach der Scheidung durch einen Unfall

Sie bekommen eine Rente, wenn verschiedene Bedingungen erfüllt sind. Zum Beispiel: Die verunfallte Person musste Ihnen einen Unterhalt zahlen.

Ihre Partnerperson stirbt durch einen Unfall

Die Unfallversicherung von Ihrer Partnerperson zahlt Ihnen nichts.

Aber die Unfallversicherung von Ihrer Partnerperson zahlt Ihren gemeinsamen Kindern eine Waisenrente.

Arbeitslosenversicherung (ALV): Wann bekomme ich Geld?

Gut zu wissen
Sie sind angestellt? Dann sind Sie automatisch bei der ALV versichert. Sie werden arbeitslos? Dann können Sie Geld von der ALV bekommen. Sie müssen dafür Voraussetzungen erfüllen. Fragen Sie beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV).

Sie lassen sich scheiden oder eine Partnerperson stirbt

Sie haben nicht gearbeitet? Dann können Sie trotzdem Geld von der ALV bekommen. Melden Sie sich innerhalb eines Jahres beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV). 

📖 AVIG: Artikel 14, Absatz 2 AVIG

Sie trennen sich oder eine Partnerperson stirbt

Sie haben nicht gearbeitet? Dann bekommen Sie kein Geld von der ALV.

Finanzielle Hilfe

Haben Sie Probleme, als Paar Ihr Leben zu finanzieren? Dann können Sie finanzielle Hilfe beantragen, zum Beispiel für die Krankenkassenprämie oder für die Mietkosten.

Frage
Ehe 
Konkubinat

Bekomme ich Prämienverbilligung für die Krankenkasse?

Gut zu wissen
Sie können die Prämien für die Krankenkasse nicht bezahlen? Dann können Sie eine Prämienverbilligung beantragen. Das bedeutet: Sie zahlen weniger Prämien. Wie wenig Sie zahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
• von Ihrem Einkommen
• von Ihrem Vermögen
• von der Anzahl Personen im Haushalt. 
Informieren Sie sich beim Amt für Sozialbeiträge.

Als Ehepaar sieht man Sie als «wirtschaftliche Einheit». Das bedeutet: Wenn Ihre Partnerperson viel verdient, bekommen Sie vielleicht keine Prämienverbilligung.

Vielleicht sieht man Sie und Ihre Partnerperson als «wirtschaftliche Einheit». Das bedeutet: Wenn Ihre Partnerperson viel verdient, bekommen Sie vielleicht keine Prämienverbilligung.

Eine wirtschaftliche Einheit sind Sie, wenn Sie einen von diesen Punkten erfüllen:

• Sie haben ein gemeinsames Kind und leben im gleichen Haushalt.

• Sie leben seit 5 Jahren zusammen in einem Haushalt.

📖 SoAhV: Artikel 1

Bekommen wir Mietbeiträge?

Gut zu wissen
Sie wollen Beiträge für Ihre Miete bekommen? Dann darf das Einkommen Ihres Haushalts eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Und Sie müssen seit mindestens 2 Jahren im Kanton Basel-Stadt wohnen. Informieren Sie sich beim Amt für Sozialbeiträge.

Als Ehepaar sieht man Sie als «wirtschaftliche Einheit». Das bedeutet: Wenn Ihre Partnerperson viel verdient, bekommen Sie vielleicht keine Mietbeiträge. 

Vielleicht sieht man Sie und Ihre Partnerperson als «wirtschaftliche Einheit». Das bedeutet: Wenn Ihre Partnerperson viel verdient, bekommen Sie vielleicht keine Mietbeiträge.

Eine wirtschaftliche Einheit sind Sie, wenn Sie einen von diesen Punkten erfüllen:

• Sie haben ein gemeinsames Kind und leben im gleichen Haushalt.

• Sie leben seit 5 Jahren zusammen in einem Haushalt.

📖 SoAhV: Artikel 1

Kinder

Fragen 
Ehe
Konkubinat

Wie werden wir Eltern vor dem Gesetz?

Gut zu wissen
Die Person, die ein Kind zur Welt bringt, ist rechtlich automatisch die Mutter. 

Eine Frau bekommt ein Kind und ist verheiratet? Dann ist der Ehemann vor dem Gesetz der Vater. Er muss das Kind nicht anerkennen lassen.

📖 ZGB: Artikel 252

Sie sind zwei Frauen

Das Kind wurde durch eine Schweizer Samenbank gezeugt? Dann ist die nicht gebärende Ehefrau vor dem Gesetz auch die Mutter. Sie muss das Kind nicht anerkennen lassen. 

Das Kind wurde nicht durch eine Schweizer Samenbank gezeugt? Dann muss die Ehefrau der Mutter das Kind adoptieren. Das nennt man «Stiefkindadoption». Erst dann ist die Ehefrau auch Mutter vor dem Gesetz.

Der Vater muss die Vaterschaft anerkennen. Oder ein Gericht entscheidet, dass er der Vater ist. Erst dann ist er auch Vater vor dem Gesetz.

📖 ZGB: Artikel 260 und Artikel 261

Sie sind zwei Männer oder zwei Frauen

Sie können das Kind von Ihrer Partnerperson adoptieren. Das nennt man «Stiefkindadoption».

Wer von uns hat das Sorgerecht?

«Sorgerecht» bedeutet: 
Beide Eltern haben Rechte und Pflichten für ihr Kind. Sie müssen ihr Kind erziehen und wichtige Sachen für ihr minderjähriges Kind entscheiden.

Sie sind vor dem Gesetz Vater oder Mutter von Ihrem Kind? Dann haben Sie auch das Sorgerecht.

📖 ZGB: Artikel 296, Absatz 2

Sie lassen sich scheiden

Auch dann haben Sie im Normalfall beide das Sorgerecht für Ihr Kind.

Sie sind vor dem Gesetz Vater oder Mutter von Ihrem Kind? Dann haben Sie auch das Sorgerecht.

📖 ZGB: Artikel 296, Absatz 2

Sie trennen sich

Auch dann haben Sie im Normalfall beide das Sorgerecht für Ihr Kind.

Dürfen wir ein Kind adoptieren?

Ja, Sie dürfen gemeinsam ein Kind adoptieren.

Auch 2 Frauen oder 2 Männer dürfen gemeinsam ein Kind adoptieren. 

📖 ZGB: Artikel 264a

Stiefkinder

Sie können das Kind Ihrer Partnerperson adoptieren. Aber Sie müssen verschiedene Punkte erfüllen.

📖 ZGB: Artikel 264c, Absatz 1, Ziffern 1 und 3

Nein, Sie dürfen nicht gemeinsam ein Kind adoptieren. Aber eine einzelne Person kann ein Kind adoptieren, zum Beispiel Sie oder Ihre Partnerperson.

📖 ZGB: Artikel 264b, Absatz 1

Stiefkinder 

Sie können das Kind Ihrer Partnerperson adoptieren. Aber Sie müssen verschiedene Punkte erfüllen.

📖 ZGB: Artikel 264c, Absatz 1, Ziffer 3 und Absatz 3

Welchen Nachnamen kann unser Kind haben?

Sie haben beide den gleichen Nachnamen? Dann bekommt auch Ihr Kind diesen Nachnamen. Sie haben unterschiedliche Nachnamen? Dann wählen Sie aus, welchen Nachnamen Ihr Kind bekommt.

📖 ZGB: Artikel 270

Sie lassen sich scheiden

Durch die Scheidung ändert sich der Nachname Ihrer Kinder nicht.

Sie haben beide gemeinsam das Sorgerecht? Dann wählen Sie zusammen, welchen Nachnamen Ihr Kind bekommt.

Nur eine Person hat das Sorgerecht? Dann bekommt das Kind den Nachnamen von dieser Person.

📖 ZGB: Artikel 270a

Bekommt unser Kind den Schweizer Pass?

Sie beide haben den Schweizer Pass

Dann bekommt Ihr Kind den Schweizer Pass. Es bekommt das Kantonsbürgerrecht und Gemeindebürgerrecht vom Elternteil, dessen Nachnamen es trägt. 

Ein Elternteil hat den Schweizer Pass

Auch dann bekommt Ihr Kind den Schweizer Pass.

📖 ZGB: Artikel 271

und BüG: Artikel 2

Kein Elternteil hat den Schweizer Pass

Wenn das Kind in der Schweiz geboren wird, bekommt es zuerst eine Aufenthaltsbewilligung B.

Sie beide haben den Schweizer Pass

Dann bekommt Ihr Kind den Schweizer Pass. Es bekommt das Kantonsbürgerrecht und Gemeindebürgerrecht vom Elternteil, dessen Nachnamen es trägt. 

Ein Elternteil hat den Schweizer Pass 

Auch dann bekommt Ihr Kind den Schweizer Pass.

📖 ZGB: Artikel 271

und BüG: Artikel 2

Kein Elternteil hat den Schweizer Pass

Wenn das Kind in der Schweiz geboren wird, bekommt es entweder eine Aufenthaltsbewilligung C oder eine Aufenthaltsbewilligung B. 

Die Eltern haben eine Aufenthaltsbewilligung F? Dann bekommt das Kind auch eine Aufenthaltsbewilligung F.

Wer von uns zahlt Unterhalt für das Kind?

«Unterhalt» bedeutet:
Sie müssen alle wichtigen Sachen bezahlen, die Ihr Kind braucht. Zum Beispiel: Essen, Miete, Schule und die Kosten für Gesundheit.

Sie beide sorgen für Ihr Kind, so gut Sie können: Sie pflegen und erziehen Ihr Kind. Und Sie bezahlen den Unterhalt für Ihr Kind.

📖 ZGB: ab Artikel 276

Sie lassen sich scheiden

Auch dann müssen Sie weiter Unterhalt für Ihr Kind zahlen.

Sie beide sorgen für Ihr Kind, so gut Sie können: Sie pflegen und erziehen Ihr Kind. Und Sie bezahlen den Unterhalt für Ihr Kind.

📖 ZGB: ab Artikel 276


Sie trennen sich

Auch dann müssen Sie weiter Unterhalt für Ihr Kind zahlen.

Scheidung, Trennung

Fragen
Ehe
Konkubinat
Wie trennen wir uns?

Sie sind sich einig

Dann reichen Sie die Scheidung gemeinsam beim Zivilgericht ein.

Sie müssen sich auch über die Zeit nach der Scheidung einigen. Zum Beispiel:
• Bei wem wohnen die Kinder?
• Wer zahlt Unterhalt für die Kinder?
• Zahlt eine Person Unterhalt an die andere Person?
• Wie teilen Sie die Vorsorge auf?
• Wie teilen Sie Ihr Vermögen auf?
 

Sie sind sich nicht einig

Dann können Sie beim Zivilgericht eine Bewilligung beantragen, dass Sie getrennt leben.

Wenn Sie das wollen, legt das Gericht auch Regeln für die Zeit der Trennung fest. Das nennt man «Eheschutz-Verfahren».
Das Gericht bestimmt zum Beispiel:
• Wer bleibt in der Wohnung.
• Wer bekommt welche Sachen aus dem Haushalt.
• Wie viel Unterhalt zahlt eine Person der anderen Person.
Vielleicht beschliesst das Gericht auch die Gütertrennung.

📖 ZGB: Artikel 176

Sie haben gemeinsame Kinder

Ihre Kinder sind noch minderjährig? 
Dann bestimmt das Gericht:

• Obhut für die Kinder: Bei wem wohnen die Kinder?
• Besuchsrecht: Wie oft darf der andere Elternteil die Kinder sehen?
• Betreuung: Wer betreut die Kinder wie oft?
• Unterhalt: Wer zahlt wie viel Geld für die Kinder?

📖 ZGB: ab Artikel 273

Es gibt keine Regelung. 

Sie haben gemeinsame Kinder 

Vielleicht sind Sie sich nicht einig, zum Beispiel: Bei wem wohnen die Kinder? Wer zahlt wie viel Geld für die Kinder? 

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hilft Ihnen weiter.

Beratungsstellen im Kanton Basel-Stadt

Fachstelle Gleichstellung

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Gartenstrasse 9
4052 Basel

Öffnungszeiten

08.00 - 11.30 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr

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