Direkt zum Inhalt springen

Breadcrumb-Navigation

Mitwirkung Parkieren im Quartier - St. Johann, Iselin, Gotthelf

Gemeinsam mit der Bevölkerung hat das Bau- und Verkehrsdepartement neue Lösungen für das Parkieren in Teilen des St. Johann-, Iselin- und Gotthelf-Quartiers gesucht. Dazu wurden zwei Workshops sowie eine Online-Umfrage durchgeführt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Die Ansichten und Forderungen von Autobesitzenden und Personen ohne eigenes Auto unterscheiden sich dabei teilweise erheblich. Einigkeit besteht jedoch darin, dass der Strassenraum ohne parkierte Autos schöner wäre.

Worum geht es?

Die Ansprüche an den öffentlichen Raum wachsen: mehr Begrünung, entsiegelte Flächen, bessere Fuss- und Velowege, genügend Parkierungsmöglichkeiten sowie Platz für Boulevardgastronomie und Begegnung. Aktuell sind jedoch grosse Flächen exklusiv für das Abstellen von Autos reserviert. Gleichzeitig sind bestehende private Parkplätze häufig nicht ausgelastet. Aus diesem Grund verfolgt der Kanton Basel-Stadt das politisch vorgegebenen Ziel, die Parkplätze vom öffentlichen Grund auf Privatareal zu verlagern. 

Dazu suchen wir neue Ansätze: 

  • Wie kann das Parkieren in Teilen des St. Johann-, Iselin- und Gotthelf-Quartier künftig organisiert werden, damit mehr Raum für alle entsteht?
  • Wie kann der öffentliche Raum von Parkplätzen entlastet werden?

Wer konnte mitmachen?

Bei der Mitwirkung suchten wir geeignete Lösungen für Teile des St. Johanns-, Iselin- und Gotthelf-Quartiers.

Alle Bewohnenden sowie das ansässige Gewerbe und deren Mitarbeitende in diesem Perimeter waren eingeladen, ihre Ideen und ihr lokales Wissen einzubringen. 

Aufbau der Mitwirkung

Workshop 1 und Online-Umfrage

In einem ersten Workshop am 22. April 2026 wurde ein gemeinsames Verständnis der Parkierungssituation im Quartier sowie einen Überblick über den Ist-Zustand geschaffen. Ebenfalls wurden Ideen zu Verbesserungs-Möglichkeiten gesammelt. Sowohl im Workshop 1 als auch in der nachgelagerten Online-Umfrage vom 27.4. bis 24.5.2026 teilten die Teilnehmenden lokales Wissen zu freien Parkflächen auf Privatareal und beurteilten neue Ideen und bestehende Lösungsansätze.

Workshop 2

Der zweite Workshop am 17.6.2026 baute auf dem ersten Workshop und der Online-Umfrage auf. Ziel war es, die gesammelten Lösungsansätze zu konkretisieren. Der Workshop wurde mit Akteuren aus den Bereichen Immobilienbesitzende, lokale Unternehmen mit Parkplätzen, Parkraumbewirtschaftung, Shared Mobility sowie ausgewählten Quartierbewohnenden aus dem ersten Workshop und Vertretenden der Politik aus dem Quartier durchgeführt.

Ergebnisse

Am ersten Workshop nahmen rund 40 Personen teil, an der nicht-repräsentativen Online-Umfrage rund 280 Personen. Autobesitzende beteiligten sich dabei überproportional: Sie machten rund Zweidrittel der Teilnehmenden aus, während nur rund 22 Prozent der Bevölkerung in den drei betroffenen Quartieren ein Auto besitzen.

Die Teilnehmenden beurteilen insbesondere die Mehrfachnutzung von privaten Parkplätzen, Quartierparkings, die Förderung von Velo- und Fussverkehr sowie die Einführung eines digitalen Parkleitsystems grossmehrheitlich positiv. Während grundsätzlich Einigkeit darin bestand, dass der Strassenraum ohne Parkplätze schöner wäre, unterscheiden sich Forderungen von Autobesitzenden und Personen ohne eigenes Auto teilweise deutlich. So zum Beispiel bei der Finanzierung von Quartierparkings: Eine Mehrheit der Autobesitzenden fordert eine vollständige oder hälftige Finanzierung durch den Staat. Die Mehrheit der Teilnehmenden ohne Auto erwartet hingegen, dass die Autofahrenden ganz oder mehrheitlich für die Kosten aufkommen. Weiter forderten einige Teilnehmende konsequentere Kontrollen des Parkraums sowie höhere Preise und Abgaben für Autobesitzende, während sich andere für eine Abkehr von der aktuellen Politik aussprachen, Strassenparkplätze in den privaten Raum zu verlagern.

Die Teilnehmenden waren auch gebeten, ihnen bekannte Orte für mögliche Quartierparkings zu nennen. Die eingegangenen Vorschläge werden nach einem allfälligen Grossratsbeschluss zur aktiven Förderung von Quartierparkings detailliert auf ihre Machbarkeit und Kostenfolge geprüft. Ebenfalls konnten die Teilnehmenden ihnen bekannte Orte mit privaten Parkplätzen, die ganz oder zu gewissen Zeiten leer stehen, nennen. Neben verschiedenen Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern oder von grossen Firmen wurde auch das City-Parking erwähnt, das in der Nacht über viele freie Parkplätze verfügt. 

Für den zweiten Workshop wurden Firmen und Organisationen eingeladen, die Parkplätze im Quartier besitzen oder bewirtschaften. Dabei zeigte sich, dass das Interesse am Thema seitens privater Parkplatzbesitzenden gering ist. Insgesamt fünf Parkplatzbesitzende oder -bewirtschaftende sind der Einladung jedoch gefolgt. Gemeinsam mit Anbietern von Parkierungslösungen, Car-Sharing sowie Vertreterinnen und Vertretern der Politik und des Quartiers haben sie die verschiedenen Lösungsansätze diskutiert. Die befürworteten Lösungsansätze deckten sich dabei mit denjenigen, die von der Bevölkerung am meisten Zustimmung erhielten. Obwohl die Teilnehmenden auch über positive Erfahrung bezüglich Mehrfachnutzung berichteten, war man sich einig, dass es weitere Anstrengungen braucht, um private Parkplatzbesitzende von den Vorteilen einer Mehrfachnutzung zu überzeugen. 

Die Ergebnisse der Mitwirkung zeigen, dass die Umsetzung des Konzepts zur Mehrfachnutzung sowie die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs konsequent vorangetrieben werden müssen. Damit die Mehrfachnutzung erfolgreich sein kann, muss dabei insbesondere auch das Interesse von Parkplatzbesitzenden steigen. 

Das Konzept zur aktiven Förderung von Quartierparkings wird zurzeit vom Grossen Rat beraten. Stimmt der Grosse Rat diesem zu, kann das Bau- und Verkehrsdepartement anschliessend Standorte für ein mögliches Quartierparking überprüfen und einen Privatparkplatzkataster erstellen, der Auskunft über die verfügbaren Parkplätze im privaten Raum gibt. Die Umsetzung eines digitalen Parkleitsystems wird nach der Erstellung des Privatparkplatzkatasters geprüft.

Bereits heute können ausserdem private Anbieter Quartierparkings erstellen und die Parkplätze zu Marktpreisen an Quartierbewohnende vermieten. Der Mobilitätsfonds unterstützt sowohl Quartierparkings als auch Projekte zur Einführung von Mehrfachnutzungen in bestehenden privaten Parkierungsanlagen.​ 

Detaillierte Ergebnisse und Auswertung

Hier finden Sie eine detaillierte Ergebnispräsentation. Diese enthält sowohl die Ergebnisse und Auswertung der Online-Umfrage als auch der beiden Workshops. Ebenso finden Sie darin die Fakteninputs, die am ersten Workshop zur Einleitung präsentiert wurden.

Kontakt

Arne Schöllhorn
Leiter Mobilitätsstrategie
+41 61 267 07 54arne.schoellhorn@bs.ch

Mobilität

Karte von Basel-Stadt
Zur Karte von MapBS. Externer Link, wird in einem neuen Tab oder Fenster geöffnet
Dufourstrasse 40/50
4052 Basel

Öffnungszeiten

Telefonische Erreichbarkeit:
Montag bis Freitag: 08.30 Uhr -11.30 Uhr, 13.30 Uhr - 16.30 Uhr

Inhalt aktualisiert