Highlights unserer Sammlung
Die Sammlung der Archäologischen Bodenforschung umfasst über 2 Millionen Einzelobjekte. Manche sind von nationaler Bedeutung, andere scheinen auf den ersten Blick wenig spektakulär, sind aber wertvolle Zeugnisse unserer Vergangenheit.
Funde, die Basler Geschichte schreiben
1/19Motive aus der griechischen Mythologie waren auf Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen der Antike weit verbreitet und brachten die Geschichten der Götter und Monster direkt in den Alltag. Diese römische Keramikscherbe, die 2023 im Luftgässlein gefunden wurde, zeigt rechts einen einäugigen Riesen. Eine der ältesten Erwähnungen eines Zyklopen – die des Polyphems – findet sich bereits in der Odyssee von Homer. Grösse ca. 8 cm. Inv.-Nr. 2023/20.220.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
2/19Flohfallen waren raffinierte, kleine Geräte aus Holz, Bein oder sogar Metall. Sie bestanden aus einem Gehäuse, einem einschraubbaren Stiel und einem Verschluss. Der Trick: Innen klebten Honig, Harz oder Sirup, während der Stiel mit Blut oder Haaren Flöhe anlockte – die dann durch kleine Öffnungen hineingelangten und feststecken blieben. Getragen wurden sie unauffällig unter der Kleidung, an Perücken oder als Anhänger. Das ca. 7 cm lange Exemplar aus Bein wurde bei Grabungen an der Kraftwerkstrasse geborgen. Grösse ca. 7 cm. Inv.-Nr. 2012/11.447.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
3/19Spätmittelalterlicher Siegelstempel (Messing, 4,8 cm) mit der Aufschrift ECCE(LESIA).BASILIEN(SIS) + S(IGILLVM) RVDOLFI.CANTORI. Das Wappen mit der Saufeder verrät, dass es sich um das Siegel des Domkantors Rudolf Kraft handelt. Der Siegelstempel wurde im Oktober 2025 bei archäologisch begleiteten Unterwasserarbeiten am Fuss der Pfalzmauer entdeckt. Inv.-Nr. 2025/26.21.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
4/19Diese kunstvoll verzierte Filigranscheibenfibel mit grünen Granaten, blauem Glas und Goldauflagen stammt aus dem späten 6./7. Jh. n. Chr. Mitarbeitende der Archäologischen Bodenforschung haben sie bei Ausgrabungen im heutigen Kleinbasel an der Riehentorstrasse im Grab einer ca. 35- bis 45-jährigen Frau entdeckt. Inv.-Nr. 2021/6.551.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
5/19Der spätrömischer Geweihkamm mit Futteral wurde auf dem Basler Münsterhügel ausgegraben. Der Kamm diente zum Kämmen und zum Entlausen der Haare. Aufgrund seiner Verzierung – auf der Griffplatte befinden sich vier Pferdeköpfe – könnte er auch in einem liturgischen Zusammenhang verwendet worden sein. Inv.-Nr. 2001/46.72.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
6/19Diese reich verzierten Gefässe aus der Siedlung Basel-Gasfabrik waren Teil des Trinkgeschirrs der keltischen Bewohnerinnen und Bewohner. Ihre Bemalung ist so aussergewöhnlich für die Region, dass sie wahrscheinlich nicht hier hergestellt wurden. Inv.-Nrn. 2009/22.197 und 2009/22.199.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
7/19Den Denar (Silbermünze) liess Gaius Julius Caesar 49–48 v. Chr. prägen. Er wurde 1999 bei einer Ausgrabung anlässlich des Erweiterungsbaus des Antikenmuseums gefunden. Inv.-Nr. 1999/6.13141.
© Philipp Emmel, Historisches Museum Basel
8/19Die frühmittelalterlichen Perlen wurden aus Glas, Bernstein oder Perlmutt hergestellt und kommen in einer Vielzahl von Formen und Farben vor. Im Grab eines etwa 12-jährigen Mädchens, das um 580 n. Chr. im Bereich der Riehentorstrasse bestattet wurde, bargen die Archäolog:innen rund 380 Perlen. Perlen aus Grab 3, 2021/6.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
9/19Die Goldohrringe fanden sich im Grab einer vornehmen Dame aus dem 17. Jahrhundert, die beim Münster in der Maria Magdalena-Kapelle bestattet worden war. Inv.-Nrn. 2009/18.4 und 2009/18.6.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
10/19Das Aquamanile in Form eines Hundes oder Löwen diente zum Händewaschen. Der Inhalt kann durch den Ausguss an der Schnauze des Tieres entleert werden, während es an einem Henkel gehalten wird. Das Handwaschgefäss kam im Brandschutt eines Kellers auf dem Marktplatz zum Vorschein. Der Brand von 1377 hat sichtbare Spuren auf der Keramik hinterlassen. Inv.-Nr. 2022/3.132.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
11/19Skelett eines Berberaffen aus dem 15. Jahrhundert: Die Knochen zeigen, dass der Affe wohl angekettet als Haustier gehalten und schlecht behandelt wurde. Nach seinem Tod wurde er in einem Latrinenturm entsorgt. Inv.-Nrn. 2018/32.285-286.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
12/19Die beiden Gefässe wurden 2018 in der Siedlung Riehen-Haselrain entdeckt. Das Vorratsgefäss war neben einem Gebäude eingegraben. Die Haube, die zum Backen oder Warmhalten von Speisen diente, hatte man um 1300 v. Chr. sorgsam in einer Grube mit weiteren Keramikbruchstücken deponiert. Inv.-Nrn. 2018/23.1323 und 2020/6.11.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
13/19Zwischen 364 und 367 n. Chr. liess Kaiser Valentinian diese Silbermünze in Lyon prägen. Sie wurde innerhalb der spätantiken Befestigung auf dem Münsterhügel entdeckt. Inv.-Nr. 2004/1.2.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
14/19Mittelpaläolithischer Faustkeil, Bettingen-Buechholz. Das spitz zugeschlagene Werkzeug aus einem Quarzitgeröll wurde auf einem Feld bei Bettingen gefunden. Neandertaler benutzten derartige Werkzeuge für mannigfaltige Arbeiten wie zum Beispiel das Spalten von Knochen. Inv.-Nr. 1991/46.52.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
15/19Am Schlüsselberg wurden Ofenkacheln aus dem 15. Jahrhundert ausgegraben mit Motiven der sieben freien Künste. Die Szene auf der abgebildeten Kachel zeigt eine Unterrichtsituation im Fach «Logik». Inv.-Nrn. 2011/20.319-323.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
16/19Spaniens Goldmünzen galten Anfang des 17. Jahrhunderts auf dem internationalen Markt als stabile Währung. Dass auch in Basel damit gehandelt wurde, mag wenig verwundern. Wie allerdings dieser Escudo, der zwischen 1615 und 1621 in Sevilla geprägt worden war, in den Besitz eines ca. 11- bis 14-jährigen Kindes – wohl ein Mädchen aus eher ärmlichen Verhältnissen – gelangte, bleibt unklar. Die Goldmünze war in ihrem Grab gefunden worden und vermutlich in ihr Gewand eingenäht. Er wurde 2017 bei Ausgrabungen im Stadtcasino entdeckt. Inv.-Nr. 2016/10.4168.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
17/19Unter den Glasschmuckfragmenten aus der Siedlung Basel-Gasfabrik (170–90 v. Chr.) fanden sich kleine Ringperlen, die beispielsweise an Halsketten getragen wurden. Auch Armringe waren sehr beliebt. Im durchscheinenden Licht werden die leuchtenden Farbtöne wie Blau, Purpur, Gelb und Grün sowie die unterschiedlichen Verzierungen sichtbar. Inv.-Nrn. 1989/5.8633a, 1992/1.36, 1992/34.9, 1992/34.70, 1993/5.151, 2004/31.23 u.a.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
18/19Das Medaillon der Heiligen Franz Xaver und Johannes Franz Régis und der Kreuzanhänger kamen 2019 in einem Massengrab bei der Kaserne zum Vorschein und gehörten einem Soldaten der alliierten Truppen der Napoleonischen Kriege. Inv.-Nr. 2018/19.3.1 und 2018/19.3.2.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
19/19Die zwei Fragmente eines etwa 3300 Jahre alten Mondhorns kamen 2024 in einer spätbronzezeitlichen Grube an der Rebgasse zum Vorschein. Mondhörner, die an Mondsicheln oder an Hörner erinnern, wurden möglicherweise als Kalender in mondbezogenen Zeremonien verwendet. Inv.-Nr. 2024/2.29 und 2024/2.224.
© Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt
Jeder noch so kleine Fund schreibt ein Stück Basler Geschichte und ist deshalb für die Archäologie bedeutend. Exemplarisch stellen wir hier ausgewählte Highlights unserer Sammlung vor: vom altsteinzeitlichen Faustkeil bis zur frühmittelalterlichen Goldscheibenfibel, vom keltischen Glasarmring bis zur spanischen Goldmünze aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs. Diese faszinierenden Stücke beleuchten, wie aus steinzeitlichen Jäger- und Sammler:innen-Gruppen, Bauern und Handwerkerinnen schliesslich eine moderne Dienstleistungsgesellschaft in Basel wurde. Die Highlights stehen für herausragende Kunstwerke, weitreichenden Handel und Reichtum, aber auch für Misswirtschaft, Migration und fatalen Irrglauben.