Vorlage 6: Klybeckinsel-Volksinitiative

Kantonale Initiative «Für die Wiederherstellung und Wiederaufforstung der ehemaligen Klybeckinsel (Klybeckinsel-Volksinitiative)»
Die Klybeckinsel-Volksinitiative verlangt, dass das Gebiet der ehemaligen Klybeckinsel am Rhein in die Grünzone umgezont wird. Nach Beseitigung der industriellen Altlasten soll das Gebiet durch die Freilegung des aufgeschütteten Altrheins bis 2035 als Insel wiederhergestellt und mit einheimischen Bäumen und Sträuchern wiederaufgeforstet werden. Dadurch sollen eine neue Grünfläche entstehen und das Stadtklima verbessert werden.
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Erläuterungen barrierefrei
Vorlage im Detail
Die Klybeckinsel-Volksinitiative verlangt, dass das Gebiet der ehemaligen Klybeckinsel in die Grünzone umgezont wird. Nach Beseitigung der industriellen Altlasten soll das Gebiet durch die Freilegung des aufgeschütteten Altrheins bis 2035 als Insel wiederhergestellt und mit einheimischen Bäumen und Sträuchern wiederaufgeforstet werden. Damit sollen eine neue Grünfläche – die Klybeckinsel – geschaffen und das Stadtklima verbessert werden.
Auf der Klybeckinsel könnten vielfältige Lebensräume für geschützte und bedrohte Arten entstehen und deren Vernetzung gefördert werden. Die Errichtung vielfältig nutzbarer Sport- und Aufenthaltsflächen oder Spielplätze hingegen wäre aufgrund der geforderten Aufforstung sowie aus rechtlichen Gründen in der Grünzone nur begrenzt möglich.
Lage der ehemaligen Klybeckinsel

Die ehemalige Klybeckinsel liegt im Gebiet der laufenden Arealentwicklungen «Klybeckquai – Westquai» und «klybeckplus». Die Entwicklungen gehören zu den wichtigsten Transformationsgebieten im Kanton. Eigentümerin des Areals «Klybeckquai – Westquai» ist die Einwohnergemeinde der Stadt Basel. Der von der Initiative betroffene Teil von «klybeckplus» gehört der privaten Grundeigentümerin Rhystadt AG.
Der Grosse Rat hat die politischen Vorgaben für die Arealentwicklung «Klybeckquai – Westquai» im Jahr 2023 fast einstimmig beschlossen. Der aktuelle Planungsvorschlag wurde im Herbst 2025 veröffentlicht. Am Klybeckquai sollen Wohnungen, quartierdienliche Nutzungen sowie ein grosszügiger Quartierpark entstehen. Am Westquai liegt der Fokus auf Gewerbe, Freizeit und Kultur sowie weiteren Grün- und Naturräumen. Die Arealentwicklung «klybeckplus» sieht im Bereich der ehemaligen Klybeckinsel primär Wohnungen und eine neue Grünanlage vor. Der Grosse Rat wird die Bebauungspläne Klybeckquai und «klybeckplus» in den nächsten drei Jahren behandeln.
Die Wiederherstellung und Wiederaufforstung der ehemaligen Klybeckinsel würde nach ersten Schätzungen mindestens 700 Millionen Franken kosten. Diese Kosten würden teilweise auch bei der Umsetzung der Arealentwicklung «Klybeckquai – Westquai» anfallen – insbesondere die Kosten für die Verlegung der Hafenbahn von der heutigen Lage am Klybeckquai und Westquai zum Südquai in Kleinhüningen. Die Kosten für die Verlegung der Hafenbahn müssen beim Grossen Rat noch beantragt und von ihm bewilligt werden. Ohne die Verlegung der Hafenbahn wären weder die Initiative noch die Arealentwicklung umsetzbar.
Noch nicht eingerechnet sind mögliche hohe Kosten für eine allfällige Entschädigung gegenüber der privaten Eigentümerin. Deren Parzelle in der Bauzone am Rhein müsste gemäss Initiative in eine Grünzone umgezont werden. Diese Kosten würden nur bei Annahme der Initiative anfallen.
Zustandekommen
Die Klybeckinsel-Volksinitiative kam mit 3388 gültigen Unterschriften zustande.
Abstimmung im Grossen Rat
An seiner Sitzung vom 11. März 2026 sprach sich der Grosse Rat mit 84 zu 0 Stimmen gegen die Klybeckinsel-Volksinitiative aus.

Abstimmungsfrage und Empfehlung
Abstimmungsfrage
Wollen Sie die Volksinitiative «Für die Wiederherstellung und Wiederaufforstung der ehemaligen Klybeckinsel (Klybeckinsel-Volksinitiative)» annehmen?
Empfehlung
Die Initiative verunmöglicht den Bau von Wohnungen für mindestens 2500 Personen und hätte gravierende Auswirkungen auf die abgestimmte Hafen- und Stadtentwicklung in Basel Nord. Die Initiative bewertet das einzelne Bedürfnis nach mehr Grünraum sehr hoch und vernachlässigt andere wichtige Anliegen gänzlich. Die laufenden Arealentwicklungen ermöglichen Wohnraum, Arbeitsplätze sowie Grün- und Naturflächen. Regierungsrat und Grosser Rat empfehlen Ihnen deshalb, NEIN zur Klybeckinsel-Volksinitiative zu stimmen.