Vorlage 5: Bahnknoten

Grossratsbeschluss vom 7. Januar 2026 betreffend Finanzierung der weiteren Arbeit im Zusammenhang mit dem Herzstück und dem Bahnknoten Basel
Die trinationale S-Bahn soll ausgebaut werden. Ein Schlüsselprojekt ist die Durchmesserlinie – eine direkte, unterirdische Verbindung zwischen dem Bahnhof Basel SBB und dem Badischen Bahnhof. Damit der Kanton parallel dazu das Umfeld der Bahnhöfe weiterentwickeln und im Zusammenhang mit diesen Projekten seine Interessen in Bundesbern vertreten kann, hat der Grosse Rat rund 3,6 Millionen Franken bewilligt.
Abstimmungsvideo
Erläuterungen barrierefrei
Vorlage im Detail
Wer heute durch die trinationale Agglomeration reist, gelangt mit der S-Bahn oft nicht auf direktem Weg an sein Ziel, sondern muss umsteigen und Wartezeiten in Kauf nehmen. Zudem sind die Gleise schon heute stark ausgelastet. Der Ausbau der Bahninfrastruktur in der Region ist daher in naher Zukunft unumgänglich. Der Bahnausbau in Basel dient auch dem Rest des Landes: Basel ist beim Gütertransport und beim internationalen Personenverkehr das Tor zur Schweiz, das aufgrund der knappen Bahnkapazitäten zu einem Flaschenhals werden könnte.
Ein Schlüsselprojekt des Bahnausbaus ist die unterirdische Verbindung zwischen den beiden Bahnhöfen Basel SBB und Basel Badischer Bahnhof: die Durchmesserlinie (vgl. Kasten). Dieser Tunnel ist das fehlende Stück im S-Bahn-Netz und ermöglicht künftig neue und schnellere Verbindungen.
Planungen Bahnausbau Basel

Vom Herzstück zur Durchmesserlinie
Seit 2017 planen der Bund, die Bahnen und die Region gemeinsam den langfristigen Ausbau des gesamten Bahnknotens Basel. Dazu gehörte das Herzstück, das zwei Bahntunnels zwischen den drei Basler Bahnhöfen (Basel SBB, Badischer Bahnhof und Bahnhof St. Johann) und verschiedene unterirdische Haltestellen umfasste. Dabei stellte sich heraus, dass sich das Herzstück so nicht innert nützlicher Frist realisieren lässt und die Kosten für den Vollausbau sehr hoch sind. Deshalb werden die weiteren Arbeiten nun auf Vorschlag der Region auf die unterirdische Verbindung zwischen dem Bahnhof Basel SBB und dem Badischen Bahnhof fokussiert: die sogenannte Durchmesserlinie. Mit ihr sollen die verschiedenen Teile der Agglomeration miteinander vernetzt und direkte Verbindungen aus dem Birs- und Ergolztal nach Kleinbasel, Riehen und Deutschland ermöglicht werden.
Für die Planung sowie die Finanzierung der Durchmesserlinie ist der Bund zuständig. Er sieht vor, die Durchmesserlinie in der kommenden Gesetzesvorlage zum Bahnausbau zu verankern und 2031 eine erste Bauetappe zu finanzieren.
Der Kanton Basel-Stadt auf der anderen Seite ist für die Entwicklung der Stadt rund um die Bahnhöfe zuständig. Er muss dafür sorgen, dass die zusätzlichen Passagiere rasch und einfach zu den Bahnhöfen und von den Bahnhöfen an ihr weiteres Ziel gelangen. Dafür soll etwa bei der Markthalle ein neuer ÖV-Umsteigeknoten entstehen, der den Centralbahnplatz entlastet. Zudem sollen neue Veloverbindungen insbesondere das Gundeli besser an die Innenstadt anbinden.
Der Kanton hat die Aufgabe, unserer Region in Bundesbern Gehör zu verschaffen. Dort engagieren sich die verschiedenen Kantone und Regionen um die begrenzten Bundesmittel für den Bahnausbau. Basel soll sich aktiv dafür einsetzen, dass der Bund den Bahnausbau in unserer Region weiter vorantreibt.
An seiner Sitzung vom 7. Januar 2026 hat der Grosse Rat rund 3,6 Millionen Franken für die Stadtplanungen und das Lobbying im Zusammenhang mit dem Bahnausbau bewilligt. Gegen diesen Beschluss wurde das Referendum ergriffen.
Abstimmung im Grossen Rat
An seiner Sitzung vom 7. Januar 2026 stimmte der Grosse Rat der Finanzierung der weiteren Arbeit im Zusammenhang mit dem Bahnknoten mit 78 zu 13 Stimmen zu.

Referendum
Gegen diesen Beschluss des Grossen Rates wurde das Referendum ergriffen, weil kein Geld mehr im Zusammenhang mit der Durchmesserlinie ausgegeben werden soll. Das Vorhaben würde lange dauern und wenig Nutzen bringen. Es kam mit 2244 gültigen Unterschriften zustande.
Abstimmungsfrage und Empfehlung
Abstimmungsfrage
Wollen Sie den Grossratsbeschluss vom 7. Januar 2026 betreffend Finanzierung der weiteren Arbeit im Zusammenhang mit dem Herzstück und dem Bahnknoten Basel annehmen?
Empfehlung
Damit die Region bald ein zukunftsfähiges S-Bahn-Netz erhält, muss der Kanton seine Interessen in Bundesbern vertreten und die Stadt rund um die Bahnhöfe auf das künftige Bahnangebot ausrichten. Das bisherige Engagement der Region trägt bereits Früchte: Der Bundesrat anerkennt die Notwendigkeit einer Durchmesserlinie Basel. Regierungsrat und Grosser Rat empfehlen Ihnen deshalb, JA zur Finanzierung der weiteren Arbeit im Zusammenhang mit dem Bahnknoten zu stimmen.