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Ambulante Psychotherapeutische Versorgung (APV)

Das kantonale Programm Ambulante Psychotherapeutische Versorgung (APV) hat zum Ziel, eine gut erreichbare psychotherapeutische Versorgung zu stärken. Als kantonale Koordinationsstelle veranlasst das Programm Monitorings der Versorgungssituation, steuert Massnahmen zum Abbau von Zugangshürden und unterstützt Projekte, die zur Schliessung von Versorgungslücken beitragen.

Monitoring APV

Worum geht es?
Basel-Stadt verfügt über eine hohe Dichte an psychiatrischen und psychotherapeutischen Fachpersonen. Wie gut Betroffene tatsächlich Zugang zu einer Behandlung finden, lässt sich aus der Zahl der Fachpersonen allein aber nicht ablesen. Das Gesundheitsdepartement lässt deshalb die Versorgungssituation im Rahmen eines Monitorings erheben.

Was wird erhoben?
Das Monitoring stützt sich auf Rückmeldungen von Fachpersonen und Institutionen der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung. Es befasst sich insbesondere mit folgenden Fragen:

  • Wie gut sind Therapieplätze verfügbar und wie lange dauern die Wartezeiten?
  • Für welche Personengruppen und Behandlungsbedarfe ist der Zugang erschwert?
  • Wie gut sind die verschiedenen Versorgungsangebote miteinander vernetzt?

Ergebnisse und Nutzen
Das Monitoring zeigt, dass trotz hoher Versorgungsdichte Wartezeiten bestehen und sich der Zugang je nach Krankheitsbild und Personengruppe unterscheidet. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit Mehrfachbelastungen, Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und fremdsprachige Personen. Auf diesen Ergebnissen beruhen die Massnahmen des Programms APV. Mit dem Monitoring lässt sich zudem verfolgen, wie sich die Versorgungssituation entwickelt.

Kantonale Expertennetzwerke

Worum geht es?

Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung brauchen oft über längere Zeit eine intensive und gut abgestimmte Behandlung. Dazu gehören etwa eine Schizophrenie, eine Abhängigkeitserkrankung oder eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung. Die Versorgung dieser Personengruppe ist anspruchsvoll. Sie erfordert eine enge Abstimmung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung sowie zwischen verschiedenen Fachpersonen. Fehlt diese Abstimmung, kann es zu wiederholten Klinikaufenthalten kommen. Mit einer besser vernetzten ambulanten Betreuung liessen sich diese teilweise vermeiden.

Was machen die Expertennetzwerke?

Die Expertennetzwerke verbinden Fachpersonen der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) enger mit niedergelassenen Psychiaterinnen und Psychiatern, Psychologinnen und Psychologen sowie Hausärztinnen und Hausärzten im Kanton Basel-Stadt. Für Betroffene bedeutet das:

  • eine bessere Abstimmung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung
  • einfachere Übergänge, wenn ein Klinikaufenthalt endet oder eine ambulante Behandlung beginnt
  • Zugang zu spezialisiertem Fachwissen, auch ausserhalb der Klinik

Niedergelassene Fachpersonen werden im Rahmen der Netzwerke auf mehreren Wegen unterstützt:

  • Fallbesprechungen
  • Weiterbildungen
  • Sozialarbeitende der UPK bei sozialpsychiatrischen Fragestellungen
  • direkter Austausch mit den Spezialistinnen und Spezialisten der UPK
  • Notfallabdeckung durch die UPK

So können mehr Betroffene wohnortnah und kontinuierlich behandelt werden.

Ziel

Die Expertennetzwerke sollen dazu beitragen, dass niedergelassene Fachpersonen mehr Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen ambulant behandeln können. Langfristig soll so die Versorgung dieser Personengruppe im Kanton Basel-Stadt besser vernetzt, verlässlicher und tragfähiger werden.Hier kommt ein Inhalt

Ausbau der Transkulturellen Ambulanz

Worum geht es?

Gewaltbetroffene Personen sind oft psychisch stark belastet. Ein rascher Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung kann helfen, diese Belastung zu bewältigen und langfristige gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Für Betroffene mit Migrations- oder Fluchtgeschichte kommen häufig zusätzliche Hürden hinzu, etwa Sprachbarrieren. Die Transkulturelle Ambulanz (TKA) der UPK ist auf die Behandlung von gewaltbetroffenen Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte spezialisiert. Ihr Angebot ist bereits heute stark ausgelastet, was zu Wartezeiten führt.

Was umfasst der Ausbau?

Die TKA baut ihr Angebot aus, damit mehr Klientinnen und Klienten der Opferhilfe und der Frauenhäuser im Kanton Basel-Stadt zeitnah behandelt werden können, unabhängig davon, ob eine Migrations- oder Fluchtgeschichte vorliegt. Konkret bedeutet das:

  • mehr Therapieplätze für gewaltbetroffene Personen
  • kürzere Wartezeiten dank zusätzlicher Kapazitäten
  • weiterhin muttersprachliche und dolmetschgestützte Behandlung, gestützt auf die Erfahrung der TKA in trauma- und kultursensibler Versorgung
  • eine engere Vernetzung mit anderen Fachstellen in den Bereichen Gewalt und Migration

Ziel

Der Ausbau soll dazu beitragen, dass gewaltbetroffene Menschen in Basel-Stadt rasch und passend behandelt werden können.

Ausbau der psychiatrischen Liaisondienste

Worum geht es?

In Wohn- und Pflegeinstitutionen leben zunehmend Menschen mit komplexen psychischen Erkrankungen. Für das Personal ist das oft eine grosse Herausforderung, denn nicht immer ist das nötige Fachwissen vorhanden, um in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren. Spitzt sich eine psychische Krise zu, kann das zu einem Klinikaufenthalt oder sogar zum Verlust des Wohnplatzes führen. Werden psychiatrische Fachpersonen früher einbezogen, lassen sich solche Eskalationen oft vermeiden. Deshalb fördert der Kanton den Ausbau psychiatrischer Liaisondienste.

Was macht ein Liaisondienst?

Fachpersonen der UPK besuchen Kinder- und Jugendheime sowie Alters- und Pflegeheime. Sie betreuen dort die betroffenen Personen und unterstützen das Personal vor Ort. Das Angebot richtet sich an Einrichtungen für Kinder und Jugendliche sowie für ältere Menschen. Es umfasst folgende Leistungen:

  • gemeinsame Fallbesprechungen und Koordinationssitzungen
  • Beratung des Betreuungspersonals im Umgang mit psychisch belasteten Kindern, Jugendlichen oder älteren Menschen
  • Abklärungen und Beratungen direkt mit den Betroffenen

So können psychische Erkrankungen früher erkannt und Krisen besser aufgefangen werden.

Ziel

Die Liaisondienste sollen dazu beitragen, dass Kinder, Jugendliche und ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen in ihrem gewohnten Umfeld gut betreut werden können. Dadurch lassen sich vermeidbare Klinikaufenthalte reduzieren und bestehende Wohn- und Betreuungsverhältnisse erhalten. Zudem soll die frühzeitige Intervention einer Chronifizierung psychischer Erkrankungen vorbeugen.

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