Pilotversuch Unterflurcontainer im Bachlettenquartier
Der Pilotversuch «Unterflurcontainer im Bachlettenquartier» findet 2026 statt. Der Grosse Rat von Basel-Stadt hat den Versuch 2019 beschlossen. Gemäss ersten Umfrageresultaten sind 77 Prozent der Haushalte zufrieden mit dieser Abfallentsorgung. 2027 können Quartierbewohnende Abfall weiterhin in den Unterflurcontainern entsorgen.

Abfallentsorgung mit Unterflurcontainern
Mit Unterflurcontainern lässt sich Abfall täglich entsorgen. Die Zeiten der in den Strassen herumliegenden Bebbi-Säcke gehören damit der Vergangenheit an. Das Netz der Unterflurcontainer ist so dicht , dass die Distanz zu jeder Haustür rund hundert bis hundertfünfzig Meter beträgt. Zahlreiche andere Schweizer Städte haben bereits auf Unterflurcontainer umgestellt, die für die Einwohnerinnen und Einwohner Vorteile bringen und wesentlich kostengünstiger zu betreiben sind.
Der Pilotversuch
Der Pilotversuch «Unterflurcontainer im Bachlettenquartier» begann am 2. Januar 2026. Mit dem einjährigen Pilotversuch möchte der Grosse Rat herausfinden, ob sich die Abfallentsorgung mit Unterflurcontainern in Basel bewährt.
Der Pilotversuch soll unter anderem zeigen, wie die Quartierbewohnerinnen und -bewohner das Angebot einschätzen und ob das System «Sack im Behälter», wo verschiedene Abfallarten und Wertstoffe getrennt gesammelt werden können, funktioniert. Die Quartierbewohnerinnen und -bewohner werden detailliert befragt werden, um herauszufinden, wie das neue Angebot ankommt.
Für das Tiefbauamt ist wichtig zu wissen, was die Auswirkungen auf die Logistik der Stadtreinigung sein werden, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung das System einschätzen und wie es um die Wirtschaftlichkeit des Systems steht.
Weiterführung der Abfallentsorgung im Unterflurcontainer 2027
Aufgrund der ersten Umfrageergebnisse und positive Erfahrungen der Stadtreinigung mit dem System hat das Bau- und Verkehrsdepartement Ende Oktober 2026 entschieden, die Unterflurcontainer über den einjährigen Pilotversuch hinaus weiterzubetreiben. 2027 gibt es weiterhin keine Abfallsammlung ab dem Trottoir. Mindestens bis zu einem ersten politischen Entscheid können Quartierbewohnende ihre Bebbi-Säcke, Kunststoffsammelsäcke sowie Bio-Säcke weiterhin in den Unterflurcontainern entsorgen.
Wie Abfall entsorgen?
Während dem Pilotversuch kommt der Abfall zu Hause wie bisher in einen Bebbi-Sagg (10, 17, 35 und 60 Liter). Anstatt den Bebbi-Sagg zweimal pro Woche auf das Trottoir zu stellen, können die Abfälle und Wertstoffe jeden Tag (werktags von 6 bis 23 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 19 Uhr) in einen Unterflurcontainer geworfen werden.
Rüst- und Speiseabfälle und Kunststoffabfälle können neu getrennt in andersfarbigen Säcken gesammelt werden. Dies ermöglicht eine bessere Verwertung der Abfälle und schont Ressourcen. Die Bio- und Kunststoffsammel-Säcke gehören in denselben Unterflurcontainer wie die Bebbi-Säcke.
Rüst- und Speiseabfälle
Rüst- und Speiseabfälle können mit den Basler Bio-Säcken entsorgt werden. Die grünen Bio-Säcke sind in den Coop-Filialen Bachletten und Neuweilerplatz sowie Migros Neuweiler und Migros-Partner Birsigstrasse erhältlich. Die 10-Liter-Säcke kosten 0.70 Franken pro Stück.
Kunststoffverpackungen
Mit den violett-transparenten RecyBag-Kunststoffsammelsäcken können Kunststoffverpackungsabfälle wie Folien, Becher, Tuben, Schalen oder Getränkekartons (Tetrapaks) dem Recycling zugeführt werden. Die RecyBag-Säcke sind seit 2023 in ausgewählten Basler Coop-, Denner- und Lidl-Filialen erhältlich – darunter auch die Filialen Coop Bachletten und Coop Neuweilerplatz. Die 17-, 35- und 60-Liter-Säcke kosten 1.00, 1.60 bzw. 2.40 Franken pro Stück.
Versuchsgebiet und Standorte Unterflurcontainer

Für eine volle Abdeckung mit Unterflurcontainern wurde ein Netz von 19 Standorten gebaut. Die Unterflurcontainer verteilen sich so im Quartier, dass die Luftlinie zum nächsten Unterflurcontainer für die meisten Haushalte weniger als 100 Meter beträgt.
Das Versuchsgebiet liegt zwischen der Allerheiligenkirche, dem Schützenhaus, dem Birsig- und dem Dorenbachviadukt. Die Elsässerbahn, der Zolli, der Schützenmattpark und das Sportzentrum Schützenmatte grenzen das Gebiet ab. Dies erlaubt eine möglichst klare Trennung zwischen der herkömmlichen Kehrichtsammlung und jener mit Unterflurcontainern. Die Grösse des Gebiets ermöglicht einen aussagekräftigen Versuch.
Nur die Einwurfsäulen sind sichtbar
Auf der Strasse sieht man von den Unterflurcontainern lediglich die Einwurfsäule. Deckel über dem Einwurfschacht sorgen dafür, dass auch in nächster Umgebung kaum Abfallgeruch wahrnehmbar ist. Aufgrund des containereigenen Schliessmechanismus mit Absenkautomatik, schliesst der Deckel nahezu geräuschfrei.

Verwertung der Abfälle
Zur Leerung hebt die Stadtreinigung die vollen Unterflurcontainer mit einem vollelektrischen Kran-Kehrichtfahrzeug aus dem Boden. Anschliessend werden die Sammelsäcke in eine Sortieranlage transportiert und dort nach Farbe sortiert. Die Bebbi-Säcke kommen wie bisher in die Kehrrichtverbrennungsanlage. Die Rüst- und Speiseabfälle werden in Biogasanlagen verwertet und die Kunststoffabfälle werden dem Recycling zugeführt.
Das System, bei dem verschiedenfarbige Säcke in denselben Unterflurcontainer geworfen werden, heisst «Sack im Behälter». Es ist in einigen europäischen Städten und Regionen erfolgreich im Einsatz, so zum Beispiel in Oslo, Nantes oder Lothringen.

Meilensteine
Jahr | |
|---|---|
Grosser Rat beschliesst Pilotversuch | 2019 |
Öffentliche Planauflage der Unterflurcontainer-Standorte | 2020 |
Bauarbeiten Unterflurcontainer-Standorte | 2025 |
Pilotversuch | 2026 |
Auswertung Pilotversuch und Entscheid weiteres Vorgehen | 2027 |
Erfahrungen mit den Unterflurcontainern

Die Stadtreinigung bewirtschaftet 26 weitere Unterflurcontainer-Standorte auf dem Gebiet der Stadt Basel. Diese wurden auf Arealen durch Genossenschaften oder Immobilienbesitzer gebaut.
Im Basler Erlenmattquartier sammelt die Stadtreinigung Bebbi-Säcke bereits seit Jahren mit Unterflurcontainern. Ein Jahr nach der Einführung erachteten 97,5 Prozent der befragten und antwortenden Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Quartiers die Handhabung als einfach und die Gewöhnung an das neue System als sehr gut.
Der Anteil von illegal in den Unterflurcontainern entsorgtem Abfall lag auf der Erlenmatt bei knapp vier Prozent. Das Bereitstellen von Bebbi-Säcken auf dem Trottoir nahm rasch ab und lag nach einem Jahr nahe bei null. Ausserhalb der Unterflurcontainer werden manchmal Abfälle in Bebbi-Säcken oder auch illegale Abfälle deponiert, obwohl die UFC nicht voll sind.
In den Städten Zürich und Chur sind heute weitgehend Unterflurcontainer im Einsatz. Beide Städte haben die Erfahrung gemacht, dass sich der Wechsel nach ein paar Monaten einpendelt. Der Anteil illegal entsorgten Abfalls beträgt dort insgesamt weniger als fünf Prozent. Ein Grossteil der Bevölkerung beider Städte zieht Unterflurcontainer der Entsorgung ab Trottoir vor. Zudem bringen die Unterflurcontainer wesentliche Erleichterungen für die Abfallentsorgung.
Die ersten Resultate der repräsentativen Umfrage des Statistischen Amts im Bachletten-Quartier.
Zur Beurteilung des Pilotversuchs hat der Kanton Basel-Stadt zwei Umfragen an alle rund 2’000 Haushalte im Testgebiet verschickt: Die erste im Oktober 2025 – also vor Beginn des Versuchs –, und die zweite während des Versuchs im September 2026. Die Fragebögen konnte nur einmalig mittels Zugangsschlüssel online oder in Papierform ausgefüllt werden. Die ersten Ergebnisse der zweiten Befragung liegen seit Ende Oktober 2026 vor. 69 Prozent der Befragten geben an, die Entsorgung im Unterflurcontainer besser zu finden als die Sammlung ab Trottoir. 20 Prozent bewerten sie als schlechter. Wenn sie entscheiden könnten, würden 55 Prozent die Entsorgung von Bebbi-Säcken, Kunststoffsammelsäcken und Bio-Säcken im Unterflurcontainer und 16 Prozent die ausschliessliche Entsorgung von Bebbi-Säcken im Unterflurcontainer wählen. Jede fünfte Person bevorzugt hingegen die zweimal wöchentliche Entsorgung von Bebbi-Säcken ab Trottoir. 77 Prozent der Personen geben an, sehr oder eher zufrieden zu sein mit der Möglichkeit, ihre Abfälle im Unterflurcontainer entsorgen zu können. 22 Prozent sind mit dieser Variante eher oder sehr unzufrieden. Rund 860 Haushalte haben sich beteiligt. Von den Befragten, die eine Rückmeldung gegeben haben, machen Personen über 50 Jahre circa zwei Drittel aus.
Aktuelle Informationen
- Präsentation zu Infoveranstaltung UFC Pilot 25_11_2025.pdf
Präsentation Info-Veranstaltung 25.11.2025
- Pilotversuch Unterflurcontainer im Bachletten-Quartier startet im Januar 2026
Medienmitteilung vom 25.11.2025
- Bauarbeiten für den Unterflurcontainer-Pilot im Bachletten-Quartier starten
Medienmitteilung vom 03.06.2025
- Versuchsgebiet für Unterflurcontainer-Pilot wird wegen Teuerung verkleinert
Medienmitteilung vom 10.04.2025
- Pilotversuch für Abfalltrennung mit Unterflurcontainer im Bachlettenquartier ist einen Schritt weiter
Medienmitteilung vom 10.03.2023
- Standorte für Unterflurcontainer im Bachletten-Quartier stehen fest
Medienmitteilung vom 07.08.2020
Weitere Dokumente
- Beschlüsse des Grossen Rats
Hier finden Sie die Beschlüsse des Grossen Rats zur Durchführung eines Pilotversuchs mit Unterflurcontainern
- Newsletter Unterflurcontainer (Startet einen Download)
Hier finden Sie die Newsletter der Unterflurcontainer
- Präsentation Pilotversuch Unterflurcontainer (Startet einen Download)
Hier finden Sie die Präsentation zum Pilotversuch Unterflurcontainer