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Jahresbericht 2025

Staatsarchiv

Gruppe von Menschen, die auf einem Weg spazieren gehen.
«Muess i denn zum Städteli hinaus» 1933
© Staatsarchiv Basel-Stadt, BSL 1060c 3/1/5494. Foto Lothar Jeck

Für das Staatsarchiv Basel-Stadt war 2025 ein Jahr des Übergangs. Esther Baur hat das StABS mit Weitsicht, Engagement, Besonnenheit und Klarsicht in eine neue Ära geführt. Neubau, Fotografiegeschichte und ein hervorragend aufgestelltes Team zeugen davon. Die Stabsübergabe war denn auch weniger Bruch als
Fortsetzung. 

Ankommen in einem Archiv heisst nicht, bei null anfangen. Man betritt, was andere geschaffen, geordnet, bewahrt und bisweilen liegen gelassen haben. Die Mitarbeitenden empfingen mich offen, neugierig und mit Humor; bereit, auch einem Outsider Einblick zu geben. Beeindruckend war, wie engagiert sie sich auf die gemeinsame Erarbeitung der neuen Strategie eingelassen haben. Dabei zeigte sich: Zusammenarbeit ist im Archiv keine Zutat, sondern Arbeitsform. Wir
arbeiten mit Menschen, Institutionen, Zeiten, Medien und Verantwortlichkeiten; mit Pergament und Daten, mit Dienststellen und Forscher/-innen, mit Vergangenheit und Zukunft.

In einer Welt ständigen Wandels braucht es Orte, die nicht verharren, aber dennoch verlässlich bleiben. Archive machen staatliches und städtisches Handeln nachvollziehbar und dienen damit Rechtsstaat, Demokratie und unabhängiger Meinungs- und Wissensbildung. Das Staatsarchiv bewahrt Unterlagen aus fast 1000 Jahren, übernimmt heutige analoge und digitale Spuren und bereitet sich auf einen datengetriebenen Staat vor, dessen Akten vielleicht nicht mehr wie Akten aussehen. Diese Aufgabe erfüllen wir nicht allein. Zusammenarbeit heisst auch, gemeinsam mit anderen Dienststellen Lösungen für die digitale Transformation zu entwickeln: als Querschnittsstelle, Katalysatorin und verlässliche Partnerin. Und es bedeutet, mit anderen Archiven Erfahrungen zu teilen, andernorts Bewährtes zu übernehmen und zusammen neue Lösungen zu entwickeln.

Auch der Neubau ist ein gemeinsames Vorhaben. Mit dem Naturhistorischen Museum Basel bereiten wir Umzug, Nachbarschaft und ein offenes Haus im St. Johann vor. Räumlich ist es ein kleiner Schritt von der Martinsgasse ins St. Johann; zeitlich ein Quantensprung vom 19. ins 21. Jahrhundert. Öffnung ist mehr als eine bauliche Frage, auch wenn barrierefreier Zugang wesentlich ist. Sie betrifft auch Digitalisierung, KI und neue Technologien – und den öffentlichen Sinn des Archivs. Ein Archiv für alle ist kein Archiv, das alles weiss. Aber eines, das hilft, besser zwischen Fake und News zu unterscheiden.

Stefan Nellen, Staatsarchivar
Juni 2026

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Jahresbericht 2025
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2026
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