Zusätzliche Unterstützung
Wenn ein Kind aufgrund einer Behinderung oder einer Einschränkung mehr spezielle Förderung braucht, erhält es zusätzliche Unterstützung. Das Vorgehen und die Angebote sind auf dieser Seite beschrieben.
Antrag und Entscheid für zusätzliche Unterstützung
Wenn Ihr Kind zusätzliche Unterstützung braucht
Zusätzliche Unterstützung muss beantragt werden. Dazu braucht es umfassende Abklärungen. Bei jedem Antrag wird sorgfältig überlegt, was das Kind braucht, um angemessen lernen zu können.
Vor dem Eintritt in den Kindergarten
Das Zentrum für Frühförderung (ZFF) prüft, ob Ihr Kind im Kindergarten zusätzliche Unterstützung benötigt. Eine Fachperson des ZFF untersucht Ihr Kind und empfiehlt Massnahmen in einem Bericht. In einem Gespräch erfahren Sie alles über diese Vorschläge und können anschliessend Ihre eigene Meinung sowie Ihre Wünsche äussern. Ihre Meinung ist wichtig und gehört fest zum Antrag.
Im Kindergarten, in der Primarschule, in der Sekundarschule
Wenn die Lehrpersonen Ihres Kindes merken, dass die Förderangebote nicht genügen, beantragt die Schulleitung zusätzliche Unterstützung. Der Schulpsychologische Dienst (SPD) untersucht die Situation daraufhin genau und empfiehlt in einem Bericht das weitere Vorgehen. Diese Vorschläge werden mit Ihnen besprochen. Ihre Meinung zählt und gehört fest zum Antrag dazu.
Vom Antrag zum Entscheid
Die Leitung Volksschulen entscheidet über die zusätzliche Unterstützung. Grundlage dafür sind der Bericht des ZFF oder des SPD, Ihre Sicht und Wünsche sowie der Bericht der Schulleitung.
Sie werden über den Entscheid mit einer sogenannten Verfügung informiert. Eine Verfügung gilt immer für einen bestimmten Zeitraum.
Integrationsklassen (IK)
Eine Regelklasse, in die vier Schülerinnen und Schüler mit einem besonderen Unterstützungsbedarf gehen, heisst Integrationsklasse. Integrationsklassen werden von einer Lehrperson zusammen mit einer heilpädagogischen Lehrperson geführt. Wenn es die Schülerinnen und Schüler brauchen, wird die Klasse zusätzlich von einer Assistenzperson unterstützt.
Eine Integrationsklasse ist eine Regelklasse mit besonders viel heilpädagogischer Unterstützung und einem zusätzlichen Raum für Pausen und Arbeit in Kleingruppen. Es lernen meistens vier Schüler und Schülerinnen mit besonderem Bildungsbedarf in der Klasse. Alle Schüler und Schülerinnen gehören zur gleichen Gemeinschaft und lernen gemeinsam.
Für Schüler und Schülerinnen mit einer kognitiven Beeinträchtigung und/oder mit Mehrfachbehinderungen, die intensive heilpädagogische Förderung brauchen.
Während der ganzen Unterrichtszeit arbeiten zwei Lehrpersonen zusammen. Eine davon ist eine heilpädagogische Lehrperson, speziell ausgebildet für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bildungsbedarf. Beide Lehrpersonen führen die Klasse gemeinsam. Die heilpädagogische Lehrperson kümmert sich vermehrt um die Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bildungsbedarf. In der Primarstufe arbeitet zusätzlich eine Assistenzperson mit und hilft den Kindern beim Ausführen von praktischen Aufgaben. In der Sekundarstufe gibt es Klassen mit oder ohne
Assistenzperson, je nach Bedarf der Schülerinnen und Schüler.
Integrationsklassen gibt es nur an wenigen Schulstandorten. Es kann daher sein, dass Ihr Kind einen weiteren Schulweg hat. Für Primarschulkinder wird ein Schulbus organisiert.
- Zwei Lehrpersonen im Unterricht: mehr Zeit für jede Schülerin, jeden Schüler, bessere Unterstützung.
- Verschiedene Ausbildungen der Lehrpersonen: breites Fachwissen.
- Zusätzliche Hilfe im Alltag durch die Schulassistenz.
- Die Schülerinnen und Schüler lernen voneinander.
- Die sozialen Kompetenzen aller werden gestärkt: Rücksicht, Verständnis, Zusammenarbeit.
Es kann nötig sein, dass Ihr Kind eine Schule ausserhalb des Quartiers besuchen und für den Weg einen Schulbus benützen muss.
In der Integrationsklasse arbeiten alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig, aber auf unterschiedliche Weise. Heute arbeitet die Klasse am Thema Waldtiere: Einige Kinder arbeiten allein an ihrem Wochenplan. Sie lesen kurze Texte über Tiere wie den Fuchs oder das Reh und schreiben wichtige Wörter dazu auf. Andere Kinder arbeiten zu zweit. Sie bereiten einen kleinen Vortrag über ein Waldtier vor, suchen Informationen in Büchern oder im Internet und gestalten dazu ein Plakat. Zwei Kinder basteln ein Waldtier aus Papier und Kleister. Zwei andere bauen einen kleinen Wald aus verschiedenen Materialien wie Ästen, Steinen und Moos. Die beiden Lehrpersonen ergänzen sich fachlich und unterstützen zusammen mit der Assistenzperson alle Kinder.
Am Ende des Projekts zeigen die Schülerinnen und Schüler einander, was sie gelernt und hergestellt haben. So können alle sehen, welche Waldtiere untersucht wurden und welche Ideen in den Gruppen entstanden sind.
Einzelintegration (EI)
Einzelintegration bedeutet, dass eine Schülerin oder ein Schüler in der Regelklasse mehrere Stunden pro Woche Unterstützung von einer heilpädagogischen Lehrperson bekommt. Manchmal geht die Schülerin oder der Schüler mit der heilpädagogischen Lehrperson in einen anderen Raum, um etwas zu lernen oder zu üben.
Der Schüler oder die Schülerin erhält in der Regelklasse mehrere Stunden pro Woche Unterstützung von einer heilpädagogischen Lehrperson. Die Unterstützung findet in der Klasse oder in einem anderen Raum statt, wo das Kind mit der heilpädagogischen Lehrperson allein oder in einer kleinen Gruppe lernt.
Sie passt für Schüler und Schülerinnen mit kognitiver Beeinträchtigung, mit Mehrfachbehinderungen oder mit schwerer Körperbehinderung, mit chronischen Erkrankungen oder anderen schweren Behinderungen, die intensive heilpädagogische Förderung brauchen. Die Schüler und Schülerinnen sollten phasenweise selbstständig oder mit wenig Unterstützung am Schulalltag in der Regelklasse teilhaben können.
Eine Regellehrperson leitet den Unterricht. Um die Schülerin oder den Schüler zu unterstützen, kommt für einige Stunden pro Woche eine heilpädagogische Lehrperson dazu. Sie ist speziell ausgebildet für Kinder und Jugendliche mit besonderem Bildungsbedarf und bietet ihnen gezielte, individuelle Unterstützung an. Auch berät sie die anderen Lehr- und Fachpersonen, wie sie die Schülerin oder den Schüler unterstützen können.
Die Einzelintegration findet in der Regelschule statt. Kindergarten- und Primarschulkinder besuchen die Regelschule im Quartier.
- Schulbesuch im Quartier für Kindergarten- und Primarschulkinder.
- Die Schüler und Schülerinnen lernen voneinander.
- Die sozialen Kompetenzen aller werden gestärkt: Rücksicht, Verständnis, Zusammenarbeit.
Lina besucht eine Regelklasse. Sie hat eine kognitive Beeinträchtigung und braucht mehr Zeit und Unterstützung beim Lernen. Deshalb wird sie von einer heilpädagogischen Lehrperson unterstützt.
Die heilpädagogische Lehrperson kommt mehrmals pro Woche in die Klasse. Sie beobachtet Lina im Unterricht, hilft ihr beim Verstehen der Aufgaben oder beim Konzentrieren. Manchmal arbeitet sie mit Lina auch kurz in einem anderen Raum, damit Lina in Ruhe oder mit angepasstem Material üben kann.
Die heilpädagogische Lehrperson arbeitet eng mit der Klassenlehrperson zusammen. Gemeinsam passen sie Aufgaben an, damit Lina mitlernen kann, ohne überfordert zu sein. Lina bleibt die ganze Zeit Teil der Klasse, arbeitet an denselben Themen wie die anderen Kinder – einfach in ihrem eigenen Tempo und mit zusätzlicher Unterstützung.
Assistenz
Eine Assistenzperson begleitet sie die Klasse oder ein einzelnes Kind im Unterricht oder in den Tagesstrukturen.
Eine Assistenz ist eine Person, die in der Regelklasse zeitweise die Lehrperson, die Klasse und einzelne Schülerinnen und Schüler unterstützt. Ihre Unterstützung dient dazu, dass alle Schüler und Schülerinnen am Unterricht und am Schulalltag teilhaben können – so selbstständig wie möglich. Die Assistenzperson kann eine Fachperson Betreuung (FaBe), eine Fachperson Gesundheit (FaGe) oder eine Schulassistenz (z. B. Praktikantin, Zivildienstleistender) sein.
Sie passt für Schülerinnen und Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung oder mit körperlichen Behinderungen, die viel Unterstützung, Betreuung oder Pflege brauchen. Mit der Assistenz soll Ihr Kind so unterstützt werden, dass es möglichst gut am Unterricht und am Klassenalltag teilnehmen kann.
Eine Regellehrperson leitet den Unterricht. Für die zusätzliche Unterstützung ist zeitweise eine Assistenzperson in der Klasse. Sie begleitet Schülerinnen und Schüler, die mehr Pausen und Rückzug im Schulalltag brauchen, teilweise auch ausserhalb des Klassenzimmers. Heilpädagogische Lehrpersonen unterstützen die Klasse stundenweise und beraten die Lehrperson und die Assistenzperson.
An allen Schulstandorten.
- Schulbesuch im Quartier für Kindergarten- und Primarschulkinder.
- Die Assistenzperson unterstützt Ihr Kind nach Anleitung der Lehrperson individuell, wo es Hilfe braucht.
- Die Schüler und Schülerinnen lernen voneinander.
- Die sozialen Kompetenzen aller werden gestärkt: Rücksicht, Verständnis, Zusammenarbeit.
1 - Matteo hat sehr brüchige Knochen und braucht einerseits Schutz, andererseits Hilfe bei verschiedenen Alltagstätigkeiten. Während der gesamten Unterrichtszeit ist eine Schulassistenz in der Klasse. Sie hilft Matteo beim Organisieren von Materialien und unterstützt ihn zum Beispiel beim Malen, Zeichnen und Werken, da er seine Hände nicht so gut einsetzen kann. Sie achtet zudem darauf, dass Matteo mit den anderen in die Pausen gehen kann. Wenn Matteo die Hilfe gerade nicht braucht, arbeitet die Schulassistenz auch mit anderen Schülerinnen und Schülern in der Klasse. Den regulären Sportunterricht kann Matteo nicht besuchen. Stattdessen erhält er in dieser Zeit psychomotorische Förderung. An allen anderen schulischen Aktivitäten nimmt er teil, wenn es für ihn möglich ist.
2 – Erina hat eine Autismus-Spektrum-Störung und benötigt im Schulalltag mehr Struktur, Ruhe und Vorhersehbarkeit. Besonders Übergänge, Pausen und andere unruhige Situationen sind für sie herausfordernd. Eine Assistenzperson begleitet sie deshalb zeitweise. Die pädagogische Verantwortung liegt dabei immer bei der Lehrperson: Sie plant den Unterricht, trifft die pädagogischen Entscheidungen und gibt der Assistenzperson klare Anleitungen, wie Erina unterstützt werden soll. Die Assistenzperson hilft Erina, sich auf dem Schulgelände zu orientieren, begleitet sie beim Kontakt mit anderen Kindern und unterstützt sie im Unterricht. Sie erstellt mit Erina Tages- und Wochenpläne, bespricht mit ihr wichtige Abläufe und hilft ihr zu erkennen, wann sie eine Pause oder einen ruhigeren Ort braucht. Das Ziel ist, dass Erina Schritt für Schritt mehr Selbstständigkeit entwickelt und Hilfsmittel wie Ablaufpläne eigenständig nutzen kann.
Kindergarten für Schülerinnen und Schüler im Autismus-Spektrum (ASS-Kindergarten)
Eine Kindergartenklasse können bis zu vier Kinder mit Autismus besuchen. In einem ASS-Kindergarten gibt es Räume für Rückzug und Pausen sowie für Arbeit in kleinen Gruppen.
Ein ASS‑Kindergarten ist ein Regelkindergarten mit zusätzlichen Fachpersonen, die auf Autismus spezialisiert sind. Maximal 20 Kinder, davon vier Kinder im Autismus-Spektrum, sind in der Klasse. Der Kindergarten bietet räumliche Möglichkeiten für Rückzug und Pausen sowie für die Arbeit in kleinen Gruppen.
Er ist für Kinder im Autismus-Spektrum geeignet, die Interesse am Kontakt mit anderen Kindern zeigen, aber auch noch viel Rückzug und Begleitung brauchen.
Im ASS‑Kindergarten arbeitet die Lehrperson mit zwei ausgebildeten Assistenzpersonen (Fachpersonen Betreuung, FaBe) zusammen. Etwa die Hälfte der Zeit ist zusätzlich eine heilpädagogische Lehrperson in der Klasse. Auch logopädische Förderung wird angeboten. Alle Mitarbeitenden kennen sich mit Autismus aus und wissen, wie man den Alltag klar und verständlich gestaltet.
Zurzeit gibt es einen ASS-Kindergarten in Basel-Stadt: Er gehört zur Primarstufe Bläsi und befindet sich an der Sperrstrasse. Schülerinnen und Schüler im Autismus-Spektrum, die nicht in diesem Quartier wohnen, haben deshalb einen weiteren Schulweg. Sie werden mit dem Schulbus zum Kindergarten gefahren.
- Das Angebot wurde speziell für Kinder im Autismus-Spektrum entwickelt.
- Alle Lehr- und Fachpersonen kennen sich mit Autismus aus.
- Ihr Kind ist mit anderen Kindern im Autismus-Spektrum zusammen.
- Die Räumlichkeiten sind an die besonderen Bedürfnisse angepasst.
- Die Kinder lernen voneinander.
- Die sozialen Kompetenzen aller werden gestärkt: Rücksicht, Verständnis, Zusammenarbeit.
Wenn Sie in einem anderen Quartier wohnen, hat Ihr Kind einen weiteren Schulweg. Die Benützung des Schulbusses kann anstrengend sein.
Liam ist vier Jahre alt und hat eine Autismus‑Spektrum‑Störung. Er reagiert schnell auf Lärm und braucht klare Abläufe. Im ASS‑Kindergarten fühlt er sich wohl, weil der Tag immer gleich beginnt und es Rückzugsmöglichkeiten gibt, wenn er eine Pause braucht. Der Kindergarten hat zwei Eingänge. Ein Eingang ist speziell für die Kinder im Autismus-Spektrum ausgelegt: reizarm und gut strukturiert. Nach Bedarf kann Liam den ruhigeren Eingang benützen und in seinem Tempo ankommen.
Liam nimmt wenn immer möglich am Kindergartenalltag teil, lernt dazwischen in einer kleinen Gruppe und bekommt viel individuelle Unterstützung. Zum Beispiel zeigt ihm die heilpädagogische Lehrperson den Tagesablauf in Bildern, damit er sich orientieren kann. Da er erst wenig spricht, übt sie mit ihm, seine Bedürfnisse mit Symbolen auszudrücken. Für Liam ist dieses Angebot passend, weil er hier in einer grossen Klassengemeinschaft Sicherheit, Struktur und eine intensive, gut angepasste Begleitung findet.
Spezifische Sprachförderung in der Regelklasse (SSR-Klassen)
Schülerinnen und Schüler, die starke Probleme mit der Sprache und der Kommunikation haben, besuchen eine Regelklasse mit viel logopädischer Unterstützung.
Eine SSR-Klasse ist eine Regelklasse mit viel logopädischer Unterstützung. Es lernen meist zwei bis vier Schülerinnen und Schüler mit einer schweren Spracherwerbsstörung zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Regelklasse. Alle gehören zur gleichen Klassengemeinschaft. SSR-Klassen gibt es vom Kindergarten bis zur 3. Primarschule. Ihr Ziel ist, dass alle Kinder im Unterricht mitmachen können, auch wenn Sprache für sie schwierig ist.
Sie passt für Schülerinnen und Schüler mit schweren Spracherwerbsstörungen, die sehr viel Unterstützung brauchen: beim Erlernen der Sprache, beim Sprachverständnis, beim Sprechen und beim Lernen weiterer Sprachen.
Die Klasse wird von einer Regellehrperson geführt. Sie arbeitet eng mit einer logopädischen Fachperson zusammen. Gemeinsam gestalten sie den Unterricht so, dass alle Schülerinnen und Schüler – auch jene mit einer Spracherwerbsstörung – lernen können. Die logopädische Fachperson arbeitet zeitweise im Unterricht mit, um die sprachliche Entwicklung aller Kinder zu unterstützen. Manchmal unterstützt sie die Kinder mit Spracherwerbsstörung auch einzeln oder in kleinen Gruppen.
SSR-Klassen gibt es nur an wenigen Schulstandorten. Es kann daher sein, dass Ihr Kind nicht im Wohnquartier zur Schule gehen kann, sondern einen weiteren Schulweg hat. Es benützt einen Schulbus oder den öffentlichen Verkehr.
- Die Kinder mit einem besonderen Bedarf im Bereich Sprache werden früh und intensiv gefördert: im Unterricht, einzeln oder in kleinen Gruppen. Der Unterricht wird so gestaltet, dass sie gut mitmachen können.
- Die Schüler und Schülerinnen lernen voneinander.
- Die sozialen Kompetenzen aller werden gestärkt: Rücksicht, Verständnis, Zusammenarbeit.
Es kann nötig sein, dass Ihr Kind eine Schule ausserhalb des Quartiers besuchen und für den Weg einen Schulbus benutzen muss.
Noé ist sechs Jahre alt und hat grosse sprachliche Schwierigkeiten. Sein Sprachverständnis ist eingeschränkt, und er spricht nur sehr kurze, oft unverständliche Sätze. Daher benötigt er enge logopädische Begleitung beim Wortschatzaufbau sowie beim Lesen- und Schreibenlernen.
Eine Logopädin unterstützt Noé sowohl direkt im Unterricht als auch in einer kleinen Gruppe. Durch spielerische Übungen fördert sie die Aussprache, den Wortschatz und das Sprachverständnis. Zudem berät sie das Lehrpersonenteam bei der Gestaltung eines sprachbewussten Unterrichts. So können die Kinder mit einer Spracherwerbsstörung dem Unterricht folgen, auch wenn die Logopädin nicht im Klassenzimmer ist.
Dank der Unterstützung fühlt sich Noé sicher. Er kann am Regelunterricht teilnehmen und macht sprachliche Fortschritte.
Heilpädagogische Spezialangebote (SpA)
SpA-Klassen der Volksschule werden von heilpädagogischen Lehrpersonen und Sozialpädagoginnen oder Sozialpädagogen geführt. Teilweise werden sie von Assistenzpersonen unterstützt. Der Unterricht erfolgt nach dem kantonalen Lehrplan. Bei Bedarf lernen die Schülerinnen und Schüler nach individuellen Lernzielen, angepasst an ihren Entwicklungsstand und ihre Bedürfnisse. Wenn sich die Situation verändert, ist ein Wechsel in die Regelschule möglich und wird durch die Fachpersonen sorgfältig begleitet.
Spezialangebote auf der Primarstufe
Auf der Primarstufe findet der Unterricht in kleinen Lerngruppen mit sechs bis zehn Schülerinnen und Schülern statt. Die Spezialangebote der Primarschule sind Ganztagesschulen. Sie bieten Unterricht, Verpflegung und Betreuung.
Es passt für Schülerinnen und Schüler, die intensive Unterstützung in unterschiedlichen Entwicklungsbereichen brauchen und auf kleine Gruppen und Rückzugsmöglichkeiten angewiesen sind. Verändert sich die Situation, ist ein Wechsel in die Regelschule möglich und wird durch die Fachpersonen sorgfältig begleitet.
Heilpädagogische Lehrpersonen, sozialpädagogische Fachpersonen sowie Assistenzpersonen arbeiten zusammen.
Spezialangebote gibt es in folgenden Kindergärten:
- Kindergarten Theodorskirchplatz 7
- Kindergarten Biascastrasse 22
- Kindergarten Raststatterstrasse 32
- Kindergarten Roggenburgstrasse 17
Spezialangebote der Primarschule gibt es an folgenden Schulstandorten:
Den Standort, den das Kind besuchen wird, legt die Volksschulleitung fest. Sie berücksichtigt dabei den Wohnort des Kindes, seinen individuellen Bedarf, die verfügbaren Plätze und die pädagogischen Rahmenbedingungen der Standorte.
- Kleinere Lerngruppe
- Die Lehr- und Fachpersonen haben mehr Zeit für die individuelle Betreuung.
- Durch unterschiedliche Ausbildungen haben die Lehr- und Fachpersonen ein breites Fachwissen zur Verfügung.
- Ein Wechsel in ein Spezialangebot kann in einer besonders schwierigen Phase hilfreich und entlastend sein.
- Es kann nötig sein, dass Ihr Kind eine Schule ausserhalb des Quartiers besuchen und für den Weg einen Schulbus benützen muss.
- Aufgrund der kleinen Klassen haben die Kinder weniger Vorbilder,
um voneinander zu lernen.
Viele Kinder kommen mit dem Schulbus ins Spezialangebot und treffen gestaffelt ein. Nach einer kurzen Begrüssungsrunde beginnt der Unterricht. Aufgrund der kleinen Lerngruppe können die Lehr- und Fachpersonen sehr individuell auf jedes Kind eingehen. Während einige Kinder an Aufgaben aus dem kantonalen Lehrplan arbeiten, erhalten andere gezielte Unterstützung bei ihren persönlichen Lernzielen. Die heilpädagogische Lehrperson nimmt sich Zeit, Lernschritte in Ruhe zu erklären. Der Sozialpädagoge und die Assistenzperson begleiten Kinder, die Struktur, Orientierung oder kurze Rückzugsmöglichkeiten benötigen.
Da das Spezialangebot als Ganztagesschule organisiert ist, findet der gesamte Tagesablauf – Unterricht, Betreuung, Mittagessen und Freizeitphasen – am gleichen Ort statt. Das gemeinsame Mittagessen ist ein wichtiger Bestandteil des Tages: Hier üben die Kinder soziale Fähigkeiten, Regeln im Zusammenleben und Selbstständigkeit. Am Nachmittag wechseln sich Lernzeiten, Fördersequenzen, kreative Projekte und Bewegungsangebote ab.
Die verschiedenen Fachpersonen arbeiten eng zusammen und stimmen sich laufend ab, sodass jedes Kind genau die Unterstützung erhält, die es braucht. Durch die klare Tagesstruktur, die kleinen Gruppen und die konstante Begleitung entsteht ein verlässlicher Rahmen, der vielen Kindern Sicherheit gibt und ihnen ermöglicht, sich auf das Lernen einzulassen.
Spezialangebote (SpA) in der Sekundarschule
Auf der Sekundarstufe I sind in einer SpA-Klasse höchstens acht Schülerinnen und Schüler. Die Schülerinnen und Schüler werden von der Schulleitung in einen der vier Schwerpunkte Arbeitspraxis, Lebenspraxis, Schulpraxis und Wiedereinstieg eingeteilt. Bei Fortschritten oder Änderungen können die Schülerinnen und Schüler den Schwerpunkt wechseln.
Es ist eine Klasse der Volksschule, die von heilpädagogischen Lehrpersonen und Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen geführt wird. Der Unterricht findet in kleinen Lerngruppen mit höchstens acht Schülerinnen und Schülern statt. Wie in der Regelschule basiert der Unterricht auf dem kantonalen Lehrplan. Die meisten Schülerinnen und Schüler lernen jedoch teilweise oder ganz nach individuellen Lernzielen, also angepasst an ihren Entwicklungsstand und ihre Bedürfnisse. Es gibt vier verschiedene Schwerpunkte, welche die Jugendlichen auf eine gute berufliche oder schulische Anschlusslösung nach der Schule vorbereiten.
- Schwerpunkt Arbeitspraxis für Jugendliche, die im Verhalten besondere Begleitung brauchen, damit sie Schritt für Schritt mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen entwickeln. Die Jugendlichen arbeiten in Projekten mit, erleben Ausflüge und Aktivitäten in der Natur und schnuppern in verschiedenen Betrieben.
- Schwerpunkt Lebenspraxis für Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen und teilweise weiteren komplexen Behinderungen. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier vor allem praktisch und nah am Alltag: Sie arbeiten in der Werkstatt, kochen, erkunden die Umgebung oder machen kleine Projekte.
- Schwerpunkt Schulpraxis für Jugendliche, die beim Lernen besondere Bedürfnisse haben, aber gut zurechtkommen im regulären Unterricht, wenn sie die nötige heilpädagogische Unterstützung bekommen. Die Schülerinnen und Schüler werden teilweise in Kleingruppen unterrichtet. Teilweise besuchen sie den regulären Unterricht der Sekundarschule Sandgruben (mit Unterstützung).
- Schwerpunkt Wiedereinstieg für Jugendliche, die aktuell Mühe haben, regelmässig und zuverlässig die Schule zu besuchen. Zu Beginn haben die Schülerinnen und Schüler nur wenige Lektionen pro Woche und arbeiten einzeln mit einer Lehrperson. Danach wird der Unterricht langsam Schritt für Schritt ausgebaut, bis wieder ein stabiler Schulalltag entsteht. Ziel ist, dass die Jugendlichen in einen anderen Schwerpunkt wechseln oder gut vorbereitet in die Berufs- und Arbeitswelt starten können.
Die Einteilung in den Schwerpunkt nimmt die Schulleitung vor. Bei deutlichen Fortschritten oder Veränderungen können Schülerinnen und Schüler den Schwerpunkt wechseln. Auch der Übertritt bzw. die Rückkehr in eine Regelklasse ist möglich, da das Spezialangebot an die Sekundarschule Sandgruben angegliedert ist.
Das Klassenteam besteht aus einer heilpädagogischen Lehrperson und einer Sozialpädagogin oder einem Sozialpädagogen. Eine dieser Personen führt die Klasse. Nach Bedarf arbeiten Assistenzpersonen in der Klasse mit.
Es ist an die Sekundarschule Sandgruben angegliedert und befindet sich in einem separaten Gebäudeteil, der speziell dafür eingerichtet ist.
- Kleine Lerngruppe
- Gut strukturierte Lernumgebung
- Die Lehr- und Fachpersonen haben mehr Zeit für die individuelle Betreuung.
- Durch unterschiedliche Ausbildungen haben die Lehr- und Fachpersonen ein breites Fachwissen zur Verfügung.
- Durch den gemeinsamen Schulalltag mit den Regelklassen der Sekundarschule Sandgruben haben die Jugendlichen soziale Kontakte und vielfältige Vorbilder.
- Für Jugendliche, die nicht bereits in die Sekundarschule Sandgruben gehen, ist ein Standortwechsel nötig.
- Für einige wenige Schülerinnen und Schüler kann das grosse Schulhaus eine Überforderung sein.
Sonderschulen
Sonderschulen sind spezialisierte Schulen für Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen und sehr intensivem Förderbedarf. Die Schulen haben unterschiedliche Ausrichtungen und sind teilweise auf bestimmte Beeinträchtigungen spezialisiert. Das Angebot besteht auf Externatsplätzen in kantonalen Schulheimen und aus der privaten GSR-Sprachheilschule:
- GSR, Zentrum für Gehör, Sprache und Kommunikation
- Schulheim Gute Herberge, Riehen
- Schul- und Förderzentrum Wenkenstrasse
- Waldschule, Pfeffingen
Kontakt
Volksschulen
Öffnungszeiten
Reduzierte Öffnungszeiten während den Schulferien.