Ausbau der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung im Kanton Basel-Stadt
MedienmitteilungRegierungsrat
Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt hat heute Verträge genehmigt für neue Staatsbeiträge in Form einer Finanzhilfe an die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK). Mit der Finanzhilfe in Höhe von insgesamt 2,64 Millionen Franken für die Jahre 2026 bis 2029 soll die ambulante psychotherapeutische Versorgung im Kanton Basel-Stadt ausgebaut werden.
Die neuen Angebote haben zum Ziel, die ambulante psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung im Kanton Basel-Stadt nachhaltig und strukturell zu stärken. Hintergrund sind bestehende Wartezeiten sowie zunehmende Engpässe im ambulanten Bereich, insbesondere bei der Versorgung von Menschen mit komplexen oder schweren psychischen Erkrankungen.
Die Angebote sollen dazu beitragen, den Zugang zu geeigneten Therapie- und Unterstützungsangeboten zu verbessern, Versorgungslücken zu schliessen und die Zusammenarbeit zwischen institutionellen und niedergelassenen Leistungserbringern zu stärken. Der Grosse Rat hat dafür die entsprechenden Finanzmittel auf Antrag des Regierungsrates bewilligt.
Zwei Untersuchungen durchgeführt
Basis für die neuen Angebote bilden zwei Untersuchungen, welche das Gesundheitsdepartement durchgeführt hat. Eine Umfrage des Gesundheitsdepartements bei psychologischen und ärztlichen Psychotherapeutinnen und -therapeuten mit eidgenössisch anerkanntem Weiterbildungstitel in Psychotherapie im Kanton Basel-Stadt schafft erstmals eine Datengrundlage, um den Zugang zu ambulanten Psychotherapieplätzen gezielt zu verbessern.
Ein zweiter Bericht fasst die Ergebnisse der Diskussionen zu möglichen Massnahmen zur Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung zusammen. Der Bericht wurde im Auftrag des Gesundheitsdepartements extern durch BSS erarbeitet. Grundlage bilden Gespräche mit psychologischen und ärztlichen Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie mit Betroffenen und Angehörigen.
Wartezeiten reduzieren, frühzeitig intervenieren können
Die Erkenntnisse aus den Berichten fliessen in die Weiterentwicklung der Massnahmen zur Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung ein. Neben konkreten Angeboten im Versorgungssystem ist der Aufbau einer Koordinationsstelle im Gesundheitsdepartement zentral. Diese soll die Vernetzung der Angebote stärken, Orientierung bieten und die fachliche Weiterentwicklung des Themenbereichs unterstützen.
Mit den neuen Angeboten «Ausbau der Transkulturellen Ambulanz (TKA)», «Aufbau psychiatrischer Liaisondienste» sowie «Aufbau von Expertennetzwerken» werden zudem die Versorgungskapazitäten erweitert, die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt und die Steuerung komplexer Behandlungsverläufe verbessert. Dadurch sollen insbesondere die Wartezeiten für akute und zeitkritische Behandlungen reduziert sowie frühzeitige und niederschwellige Interventionen bei psychischen Erkrankungen ermöglicht werden.
Die neuen Angebote nehmen besonders vulnerable Gruppen in den Fokus. Diese sollen raschen Zugang zu geeigneten Behandlungsangeboten erhalten. Dazu zählen Kinder und Jugendliche, Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status oder sprachlichen Barrieren, Personen mit Gewalt- und Traumaerfahrungen sowie Personen mit komplexen Krankheitsbildern.
Die neuen Angebote werden durch die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) erbracht.