Basel-Stadt stärkt die Palliative Pflege mit neuer kantonaler Strategie
MedienmitteilungRegierungsrat
Der Regierungsrat hat heute die Strategie «Palliative Care im Kanton Basel-Stadt» genehmigt. Sie baut auf dem kantonalen Palliative Care-Konzept von 2013 auf und legt die Schwerpunkte für die kommenden Jahre fest. Die neue Strategie setzt Schwerpunkte in den drei Handlungsfeldern «Medizinische Versorgung», «Kommunikation» und «Qualität». Ziel bleibt eine bedarfsgerechte, würdevolle und möglichst selbstbestimmte Begleitung von Menschen mit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankungen.
Palliative Care richtet sich an Menschen mit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankungen. Sie hat zum Ziel, ihre Lebensqualität möglichst lange zu erhalten und Selbstbestimmung und Würde zu wahren. Dafür braucht es eine qualitativ hochwertige und gut zugängliche medizinische, pflegerische und psychosoziale Versorgung: im Spital ebenso wie im Pflegeheim oder zu Hause.
Im Rahmen der «Nationalen Strategie Palliative Care 2013–2015» entwickelte das Gesundheitsdepartement 2013 ein kantonales Palliative Care-Konzept. Dieses bildete seither die Grundlage für den gezielten Aufbau und die Weiterentwicklung der palliativen Versorgung in Basel-Stadt. Nach mehr als zehn Jahren Umsetzung wurde das Konzept nun evaluiert und mit Blick auf die künftigen Herausforderungen weiterentwickelt.
Die Evaluation zeigt, dass die palliative Pflege im Kanton Basel-Stadt heute strukturell gut verankert ist. Für die spezialisierte Palliative Care bestehen kantonale Leistungsaufträge, Konsiliardienste und zertifizierte Angebote. Auch die pädiatrische Palliative Care sowie ambulante Angebote wurden weiterentwickelt.
Parallel dazu hat der Kanton die Information, Beratung und Vernetzung gestärkt. Dazu gehören insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Verein palliative bs+bl und die jährlich stattfindende Palliativ-Woche. Mit Palliativ-Info Basel steht zudem eine niederschwellige Beratungsstelle für Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie medizinische und pflegerische Fachpersonen zur Verfügung. Sie bietet kostenlose Erstberatungen, klärt den Unterstützungsbedarf ab und vermittelt geeignete Angebote.
Gleichzeitig zeigt die Evaluation, dass insbesondere bei spezialisierten Angeboten, deren Finanzierung sowie in der Langzeitpflege und der ambulanten Versorgung weitere Herausforderungen bestehen.
Versorgung weiterentwickeln und Finanzierung sichern
Die neue Strategie trägt sowohl der demografischen Entwicklung als auch der zunehmenden Verlagerung von Behandlungen in den ambulanten Bereich Rechnung. Für die kommenden Jahre stehen insbesondere die Sicherung bestehender Versorgungsstrukturen, die Finanzierung spezialisierter Leistungen, die Weiterentwicklung der Palliative Care in Pflegeheimen sowie mobiler spezialisierter Angebote im Vordergrund. Zudem soll geprüft werden, wie hospizähnliche Strukturen im Kanton Basel-Stadt ausgestaltet werden könnten.
Neben der medizinischen Versorgung bilden Information und Sensibilisierung einen wichtigen Schwerpunkt. Bestehende Angebote wie die Palliativ-Woche und Palliativ-Info Basel werden weitergeführt und zielgruppengerecht weiterentwickelt. Damit soll der niederschwellige Zugang zu Informationen gewährleistet und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Lebensende sowie mit Fragen der Pflege und Begleitung gefördert werden.
Mit der neuen Strategie schafft der Regierungsrat die Grundlage, um die erreichte Versorgungsqualität langfristig zu sichern und gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollen unnötige Hospitalisationen vermieden und vorhandene Ressourcen möglichst wirksam eingesetzt werden. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse schwerkranker Menschen und das Ziel, ihnen bis zuletzt eine möglichst hohe Lebensqualität, Selbstbestimmung und würdevolle Begleitung zu ermöglichen.