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Der BehiG-Umbau der Haltestellen schreitet voran – wenn auch langsamer als geplant

Medienmitteilung

Regierungsrat

Damit auch mobilitätseingeschränkte Menschen den öffentlichen Verkehr möglichst autonom nutzen können, rüstet der Kanton seine Haltestellen mit hohen Haltekanten aus. Der fünfte BehiG-Statusbericht zeigt, dass per Ende 2025 insgesamt 43% der Tram- und Kombihaltestellen sowie ein Drittel der Bushaltestellen hindernisfrei umgebaut waren. An den meisten weiteren Haltestellen ist der Einsatz einer Klapprampe möglich. Die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes des Bundes schreitet voran, bleibt aber weiterhin hinter dem angestrebten Zeitplan zurück. Der Versuch mit dem velofreundlichen Gleis geht Anfang 2027 weiter.

Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes (BehiG) müssten seit 2023 sämtliche Haltestellen so umgebaut sein, dass mobilitätseingeschränkte Menschen ohne Hilfe einsteigen können. Basel-Stadt hat wie viele andere Kantone von Beginn an festgehalten, dass diese Frist zu ambitioniert ist. Der Kanton baut die Haltestellen wann immer möglich dann um, wenn er den entsprechenden Strassenabschnitt ohnehin saniert oder umgestaltet. Das reduziert die Kosten und die baustellenbedingten Beeinträchtigungen für die Anwohnenden, das Gewerbe und den Verkehr. 

Mehr als neun von zehn Haltestellen hindernisfrei zugänglich

Ende 2025 waren in Basel-Stadt 92% der Tram- und Kombihaltestellen sowie 95% der Bus-Haltestellen hindernisfrei zugänglich. Bei der Hälfte der Fälle ist dazu noch die Klapprampe als technisches Hilfsmittel nötig. An den restlichen Haltestellen können Betroffene seit Anfang 2024 als Ersatz einen Rollstuhltaxidienst bestellen. Das BehiG lässt solche Ersatzlösungen zwar vorübergehend zu, der Regierungsrat hält aber am Ziel fest, die Zugänglichkeit weiter zu erhöhen und wo immer möglich den gesetzlich geforderten autonomen Zugang über hohe Haltekanten zu gewährleisten. Baulich umgesetzt waren Ende 2025 43% der Tram- und Kombihaltestellen sowie 32% der Bushaltestellen. Die Zugänglichkeit ist heute also hoch, der Umbau geht insgesamt jedoch langsamer voran als geplant. Gründe hierfür sind beispielsweise langwierige rechtliche Verfahren auf Kantons- und Bundesebene oder die erwähnte räumliche und zeitliche Koordination mit Erhaltungs- und Umgestaltungsprojekten. Der Kanton treibt den Umbau weiter voran und prüft vorübergehende Teilerhöhungen für Haltestellen mit langer und unsicherer Umsetzungsdauer, die eine hohe Bedeutung für die Fahrgäste haben. Realisiert wurden solche Lösungen bereits am Aeschenplatz oder an der Haltestelle Universität. Der komplette Abschluss des Umbaus wird sich bis in die späten Dreissigerjahre hinziehen. 

Da sich die Beschaffung neuer Fahrzeuge der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) verzögert, bleiben die alten Trams mit Stufen und Sänfte zu bestimmten Tageszeiten auf einzelnen Linien im Einsatz. Diese Trams sind nur eingeschränkt zugänglich, da sie keine Klapprampe haben. Der Regierungsrat wird das weitere Vorgehen gemeinsam mit der BVB festlegen. 

Das velofreundliche Gleis kehrt Anfang 2027 zurück

Wie üblich berichtet der Regierungsrat im Rahmen des Statusberichts auch zum Stand des Pilotversuchs mit dem velofreundlichen Gleis. Dieser startete Ende 2021. Die bisherigen Erfahrungen und Befragungen zeigen, dass Velofahrende das velofreundliche Gleis als sicherer wahrnehmen als herkömmliche Tramgleise. Allerdings zeigten sich Probleme bei der Widerstandsfähigkeit des eingebauten Gummiprofils: Insbesondere durch das Bremsen und Anfahren der Trams entstanden Risse, in die Wasser eindringen konnte. Im Winter bestand jeweils die Gefahr, dass dieses Wasser gefriert und die Betriebssicherheit des Tramverkehrs gefährdet oder gar zu Entgleisungen führt. Das velofreundliche Gleis musste im Winter daher jeweils pausieren. Seit Dezember 2024 pausierte der Versuch vollständig, da für den Kanton und die BVB klar war, dass nur ein ganzjähriger Betrieb in Frage kommt. Der Hersteller arbeitete seither an der Wintertauglichkeit des Gummiprofils und konnte diese unterdessen in Werksversuchen nachweisen. Inzwischen liegt für die Fortsetzung des Versuchs mit kurzen Stücken des velofreundlichen Gleises vor und nach der Haltekante die Bewilligung des Bundesamts für Verkehr (BAV) vor. Der Bund macht allerdings die Auflage, dass das velofreundliche Gleis nun während vier bis fünf Winter-Halbjahren im regulären Betrieb getestet werden muss. Voraussichtlich Anfang 2027 wird die Haltestelle Bruderholzstrasse entsprechend umgebaut. Verläuft die Fortsetzung des Versuchs erfolgreich, entscheidet das BAV frühestens 2031, ob das velofreundliche Gleis an weiteren Haltestellen zum Einsatz kommen kann. Danach bräuchte es noch die entsprechenden politischen Entscheide.