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Landschaftspark Wiese: Otterbach wird umgelegt und revitalisiert

Medienmitteilung

Regierungsrat

Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat 2,4 Millionen Franken für die Umlegung und Revitalisierung des Otterbachs im Landschaftspark Wiese. Der letzte Abschnitt des Otterbachs soll in einem offenen, naturnahen Bachbett entlang der Freiburgerstrasse durch die Langen Erlen fliessen. Das unterirdische Rohr des heute zwischen Freiburger- und Hochbergerstrasse eingedolten Bachabschnitts dient künftig als Entlastungsstollen bei Hochwassergefahr. Das Projekt schafft wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen und wertet den Landschaftspark Wiese als Naherholungsgebiet auf.

Im Sinne des Gewässerschutzgesetzes und der Wiese-Initiative, die das Stimmvolk 2006 angenommen hat, möchte der Regierungsrat den bislang unterirdischen Abschnitt des Otterbachs umlegen und revitalisieren. Der Otterbach fliesst heute auf der Höhe des Eisernen Stegs aus der Wiese und danach im offenen Bachbett entlang der Landesgrenze durch die Langen Erlen bis zur Freiburgerstrasse. Nach der Freiburgerstrasse verläuft der Bach unterirdisch und mündet an der Hochbergerstrasse wieder in die Wiese. 

Der Otterbach soll neu entlang der Freiburgerstrasse oberirdisch verlaufen und bereits unterhalb des Freiburgerstegs in die Wiese münden. Auf der neuen Strecke wird der Bach mehrere bestehende Wege und eine Brücke der Deutschen Bahn unterqueren. Fische sollen ohne Hindernisse gut durch den Bach hindurchschwimmen können. Der Bach wird dem Nachwuchs von Fischen wie der geschützten Nase Sicherheit bieten. Auch kleine Fische wie der gefährdete Schneider oder das geschützte Bachneunauge sollen sich hier ansiedeln können. An den flachen Uferböschungen werden Gräser, Blumen und kleinen Sträucher wachsen. Im und am Bach werden zwischen Steinen, Wurzeln und im Kies viele Verstecke für Fische, Insekten und andere Kleinlebewesen entstehen. Für die Besucherinnen und Besucher des Landschaftsparks Wiese sind am Bach neue Sitzgelegenheiten bei einer bestehenden Grillstelle vorgesehen. 

Das unterirdische Rohr des heute zwischen Freiburger- und Hochbergerstrasse eingedolten Otterbachs wird verkleinert und zum Hochwasserentlastungskanal umfunktioniert. Der Entlastungskanal verhindert, dass der Otterbach bei Hochwasser über die Ufer tritt und die Trinkwassergewinnung in den Langen Erlen gefährdet. Die Langen Erlen liegen in der Grundwasserschutzzone. Hier produzieren IWB das Trinkwasser für die Stadt Basel sowie das südliche Markgräflerland. Damit das Basler Trinkwasser nicht durch das Wasser aus dem Otterbach verunreinigt wird, wird der Kanton das neue Bachbett des Otterbachs abdichten. 

Bauarbeiten in Etappen

Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat 2,4 Millionen Franken für die Umlegung und Revitalisierung des Otterbachs sowie den jährlichen Unterhalt der neu offen geführten Strecke des Baches. Der Regierungsrat geht davon aus, dass der Bund die Revitalisierung mit rund 0,83 Millionen Franken unterstützen wird. Die vom Bund noch zu sprechenden Gelder werden dem Projekt nachträglich gutgeschrieben. Den Beschluss des Grossen Rats vorausgesetzt, wird der Kanton das neue Bachbett des Otterbaches in mehreren Etappen frühestens ab Herbst 2027 bauen. Die Bauarbeiten müssen unteranderem mit dem Bau der neuen Brücke der Deutschen Bahn und dem Bau des Gateway Basel Nord abgestimmt werden.