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Verlagerung Hafenbahn in Kleinhüningen: Planung wird überprüft

Medienmitteilung

Regierungsrat

Der Kanton bearbeitet aktuell das Vorprojekt «Verlagerung Hafenbahn in Kleinhüningen». Es zeigt sich, dass für die Verlagerung der Hafenbahn mit rund 475 Mio. Franken deutlich höhere Kosten zu erwarten sind als in der vorgängigen Machbarkeitsstudie angenommen (erste Grobkostenschätzung von 275 Millionen, +/- 30%). Zudem wird sich der Umsetzungshorizont um mindestens fünf Jahre in die späten 2030er Jahre verschieben – anstatt wie ursprünglich geplant 2033. Aus diesem Grund will der Regierungsrat allfällige Auswirkungen auf die Hafen- und Stadtentwicklung prüfen. Bis im Herbst wird der Regierungsrat über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die erste grobe Kostenschätzung zur Verlegung der Hafenbahn in den Bereich der Südquai-Strasse («Variante Südquai») basierte auf einer Machbarkeitsstudie. Im Rahmen des laufenden Vorprojekts wurde die bauliche Umsetzung vertieft analysiert und bewertet. Dabei zeigen sich grosse Abweichungen zu den ersten Kostenschätzungen. Das Vorhaben im eng bebauten Raum in Basel Nord ist planerisch und baulich deutlich komplexer als anfänglich angenommen. Zudem haben sich durch das ‘Nein’ des Schweizer Stimmvolks zum Autobahnausbau – und damit auch zum Bau des Rheintunnels – die Rahmenbedingungen verändert: Durch den Wegfall des Rheintunnelprojekts gehen Synergien verloren. Arbeiten, die im Rahmen des Rheintunnelprojekts realisiert worden wären, entfallen nun auf das Hafenbahnprojekt und führen damit zu deutlich höheren Kosten. Ausserdem muss während der Bauarbeiten der Hafen- und Hafenbahnbetrieb gewährleistet sein, was provisorische Infrastrukturen erfordert (z.B. Hilfsbrücken oder provisorische Strassenunterführungen). Auch die Bereitstellung von Naturersatzflächen auf den neuen Flächen der Hafenbahn und die Infrastrukturen für die ökologische Vernetzung sind aufwändiger als angenommen, was die Kosten zusätzlich erhöht.  

Aufgrund der neuen Ausgangslage werden die Auswirkungen auf die Hafen- und Stadtentwicklung überprüft und das Kosten-/Nutzenverhältnis wird neu evaluiert. Bis im Herbst wird der Regierungsrat über das weitere Vorgehen entscheiden. Bis dahin pausieren die Vorprojektplanungen. 

Verlegung Hafenbahn als Chance für die Hafen- und Stadtentwicklung

Der Regierungsrat will die Gebiete am Klybeckquai und am Westquai städtebaulich entwickeln (siehe Planungsvorschlag Klybeckquai – Westquai). Am Klybeckquai sollen unter anderem preisgünstiger Wohnraum, quartierdienliche Nutzungen sowie ein grosszügiger Quartierpark entstehen, der das Quartier Klybeck mit dem Rhein verbindet. Am Westquai liegt der Fokus auf einer schrittweisen Entwicklung für Gewerbe, Freizeit und Kultur sowie weiteren Grün- und Naturräumen. Für die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen bietet sich damit die Chance, sich aus ihrem räumlichen Korsett zu lösen und schrittweise an den Rhein und an die Wiese zu wachsen. Die Verlagerung der heutigen Hafenbahn ist die Voraussetzung für diese städtebauliche Entwicklung. Der Hafen kann damit seine Infrastruktur modernisieren und weiterentwickeln.