Beide Basel legen erstmals Strategie zu grünem Wasserstoff vor
MedienmitteilungKantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft
Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben eine gemeinsame Strategie zu grünem Wasserstoff und seinen Derivaten verabschiedet. Sie zeigt auf, welche Rolle diese Energieträger auf dem Weg zu Netto-Null spielen können und unter welchen Voraussetzungen ihr Einsatz ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Die Strategie stützt sich auf einen technischen Grundlagenbericht und ist mit der Wasserstoffstrategie des Bundes abgestimmt.
Für die Erreichung der Klimaziele werden auch grüner Wasserstoff und seine Derivate eine wichtige Rolle spielen. Wasserstoff wird insbesondere dort wichtig, wo eine hohe Energiedichte gefordert ist – etwa bei Hochtemperaturprozessen, im Schwerverkehr, in der Schifffahrt oder bei der langfristigen Energiespeicherung: Da bei der Herstellung von grünem Wasserstoff erhebliche Energiemengen verloren gehen, sind seiner Nutzung jedoch Grenzen gesetzt. Für die meisten Anwendungen ist es effizienter, erneuerbaren Strom direkt zu nutzen, statt ihn zuerst in Wasserstoff umzuwandeln.
Eine neue Studie hat den Bedarf an Wasserstoff in der Region Basel für die Jahre 2037 und 2050 detailliert abgeschätzt. Je nach Szenario entspricht der Bedarf an grünem Wasserstoff in den Bereichen Industrie, Schwerverkehr und Schifffahrt im Jahr 2050 rund 0,4 bis 3,4 Prozent des jährlichen Gesamtenergiebedarfs der beiden Kantone im Jahr 2022.
Die Strategie hält fest, dass die beiden Basel ausschliesslich auf grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien setzen. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung der Region Basel als Energiedrehscheibe: Dank der trimodalen Verkehrsinfrastruktur, der Rheinhäfen und grosser Tanklager bestehen gute Voraussetzungen für den Import, die Speicherung und die Verteilung flüssiger Wasserstoffderivate wie Methanol. Damit kann die Region einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz leisten.
Um den Markthochlauf zu unterstützen, setzen die Kantone auf Wasserstoff-Cluster und Multi-Energy-Hubs, in denen Produktion, Speicherung und Nutzung räumlich gebündelt werden. Erste Projekte in der Region Basel ermöglichen es, Erfahrungen zu sammeln und Innovationen voranzutreiben. Die Kantone koordinieren ihr Vorgehen eng mit dem Bund, den Nachbarkantonen sowie mit Deutschland und Frankreich.
Die Strategie basiert auf dem heutigen Wissensstand und wird regelmässig überprüft sowie bei veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Mit der Strategie werden auch die Anliegen des Anzugs 23.5340 von Grossrat Daniel Albietz in Basel-Stadt und des inhaltlich gleichlautenden Postulats 2023/66 von Landrat Martin Dätwyler in Basel-Landschaft erfüllt.