Basel auf dem Teller – Kulinarische Stadtgeschichte(n)
MedienmitteilungBau- und Verkehrsdepartement
Ausstellung im Museum Kleines Klingental vom 23. Mai 2026 bis 21. März 2027
Die neue Sonderausstellung des Museums Kleines Klingental lädt zu einer Reise durch Basels Esskultur ein. Sie beginnt mit dem Kochbuch «Basler Kochschule» von 1877 und führt weiter durch die kulinarische Vielfalt der Stadt – serviert in thematischen Häppchen aus Vergangenheit und Gegenwart. Erzählt wird die Geschichte typischer Basler Spezialitäten, der Wandel von Einkaufsmöglichkeiten, aber auch die einschneidende Lebensmittelrationierung in Kriegszeiten. Neben bürgerlichen Ess und Tischsitten sowie überlieferten Rezepten aus dem alten Basel beleuchtet die Ausstellung auch Basler Erfindungen der Lebensmittelindustrie und Facetten der heutigen Food- und Gastroszene. Die Ausstellung läuft vom 23. Mai 2026 bis 21. März 2027.

Basler Spezialitäten und ihre Geschichte: Viele Basler Spezialitäten haben ihren Ursprung im traditionellen Bäckerhandwerk. Besonders während der Herbstmesse und der Basler Fasnacht erfreuen sich diese grosser Beliebtheit. Bis heute produzieren Basler Bäckereien und Confiserien traditionelle Spezialitäten und ergänzen sie mit eigenen Rezepturen und Hauskreationen, die jedem Betrieb ein individuelles Profil verleihen.
Nahrungsangebot und Einkauf im Wandel: Im 19. Jahrhundert kauften die Stadtbewohnerinnen und -bewohner Frischprodukte grösstenteils im öffentlichen Raum. Daneben gab es in den Erdgeschossen vieler Häuser kleine Läden verschiedener Branchen und Preisklassen. Mit dem Bevölkerungswachstum und den neuen Stadtteilen entstanden Filialgeschäfte wie jene des Allgemeinen Consumvereins Basel (ACV). Ab 1930 brachten die Migros-Verkaufswagen Lebensmittel in die Quartiere. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdrängten Selbstbedienungsläden den Verkauf über die Theke und Supermärkte entstanden.
Die hungernde Stadt: Auch nachdem sich die Versorgung mit den Agrarreformen im 18. und 19. Jahrhundert stabilisiert hatte, blieb die Ernährung vieler Menschen eintönig und knapp. Während der beiden Weltkriege verschärften Versorgungsengpässe die Lage und Lebensmittel wurden rationiert. Die Armenfürsorge gibt es in Basel schon seit Jahrhunderten. Heute führen Institutionen wie die Gassenküche diese Tradition fort.
À la mode bâloise – Grossbürgerliche Gastlichkeit: Die Esskultur des Basler Grossbürgertums war um 1900 von feinen Tischsitten und Bräuchen geprägt. Einladungen gehörten zum gesellschaftlichen Leben und das Essen spielte dabei eine zentrale Rolle. Während Teevisiten, Diners oder Familientage meist in Privathäusern stattfanden, wurden Hochzeitsessen gern im Hotel Drei Könige gefeiert. Der Abschluss des vielgängigen Menüs bildete der «Bhaltis». Dieser Brauch wird heute von den Zünften und den Drei Kleinbasler Ehrengesellschaften weitergeführt.
Wie die Industrialisierung unsere Ernährung revolutionierte: Die Industrialisierung veränderte Alltag und Essgewohnheiten grundlegend. Viele Menschen zogen vom Land in die Stadt, um in Fabriken zu arbeiten. Maschinen bestimmten neu den Tagesablauf, und die Trennung von Arbeits- und Wohnort wurde nicht nur in Bezug auf das Essen zur Herausforderung. Die moderne Nahrungsmittelindustrie entstand, und 1934 wurde in Basel eine Weltneuheit erfunden: der erste Senf in der Tube.
Food- und Gastroszene: Trends wie Veganismus, Lebensmittelrettung oder Rückbesinnung auf regionale Zutaten prägen die Gegenwart ebenso wie internationale Einflüsse. Die Basler Restaurantszene ist vielfältig und bietet von traditionellen Lokalen bis hin zu Gourmettempeln für jeden Geschmack etwas.
Die Ausstellung wird von einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm begleitet: Siehe Ausstellungsflyer
Hinweise
Informationen für Besucherinnen und Besucher
- Die Ausstellung im Museum Kleines Klingental dauert vom 23. Mai 2026 bis 21. März 2027.
- Die Vernissage findet am 20. Mai 2026, 18 Uhr, im Museum Kleines Klingental statt.
- Öffnungszeiten: Mittwoch und Samstag, 14 bis 17 Uhr, Sonntag, 10 bis 17 Uhr.
- Eintritt: CHF 8.–/5.–
- Zur Ausstellung erscheint ein bebildertes Leporello.
- Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung finden Sie auf: www.mkk.ch.
- Anfragen für private Führungen sind mindestens zwei Wochen im Voraus an das Sekretariat der Kantonalen Denkmalpflege Basel-Stadt zu richten: Tel. +41 (0)61 267 66 25.
- Museum Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, 4058 Basel, Tel. +41 (0)61 267 66 25/42, www.mkk.ch.
Impressum
Basel auf dem Teller
Kulinarische Stadtgeschichte(n)
Ausstellung im Museum Kleines Klingental vom 23. Mai 2026 bis 21. März 2027
- Veranstalterin: Stiftung pro Klingentalmuseum
- Kuration und Projektleitung: Désirée Hess
- Assistenz: Salome Bender
- Gestaltung: Stauffenegger + Partner, Basel