Frühe Deutschförderung wirkt: Kinder starten sprachlich gestärkt in den Kindergarten
MedienmitteilungErziehungsdepartement
Gemeinsame Medienmitteilung mit der Fakultät für Psychologie, Universität Basel
Eine Studie der Universität Basel bestätigt die Wirksamkeit der frühen Deutschförderung im Kanton Basel-Stadt. Besonders Kinder mit anfänglich geringen Deutschkenntnissen profitieren deutlich. Damit leistet die obligatorische frühe Deutschförderung einen wichtigen Beitrag zu Chancengerechtigkeit und erfolgreichem Schuleintritt.
Der Kanton Basel-Stadt setzt seit vielen Jahren auf die obligatorische frühe Deutschförderung für Kinder, die zuhause kein oder kaum Deutsch sprechen. Die Universität Basel hat nun im Auftrag des Kantons untersucht, wie wirksam diese Förderung ist.
Untersucht wurden die beiden Schuljahre 2022/23 und 2023/24 – also noch bevor der Umfang der Förderung per August 2024 von zwei auf drei Halbtage pro Woche erhöht wurde.
Breite Datengrundlage und standardisierte Tests
Für die Studie wurde eine vertiefte Wirksamkeitsanalyse mit 225 Kindern durchgeführt, die an standardisierten Sprachtests der Universität Basel teilnahmen. Diese Untersuchungen ergänzten die kantonale Sprachstanderhebung, die rund 18 Monate vor Kindergarteneintritt durchgeführt wird, sowie eine zusätzliche Erhebung kurz vor dem Kindergartenstart.
Deutliche Fortschritte bei den geförderten Kindern
Die Ergebnisse der vertieften Wirksamkeitsanalyse zeigen, dass Kinder mit Förderverpflichtung ihre Deutschkenntnisse im Verlauf des Förderjahres deutlich verbesserten. Bei vielen Kindern konnte der Rückstand bis zum Kindergartenstart aufgeholt werden. Über 80 Prozent der getesteten Kinder verfügten kurz vor Kindergarteneintritt über ausreichende Deutschkenntnisse.
Am stärksten profitierten jene Kinder, die zu Beginn über die geringsten Deutschkenntnisse verfügten. Sie konnten ihren sprachlichen Rückstand klar verringern. Dieser positive Effekt zeigt sich auch dann, wenn familiäre Faktoren wie die Lernumgebung zu Hause oder der sozioökonomische Hintergrund berücksichtigt werden. Die frühe Deutschförderung trägt somit unabhängig von familiären Voraussetzungen zur sprachlichen Vorbereitung auf den Kindergarten bei. Sie wirkt damit gezielt dort, wo der Bedarf am grössten ist.
Die Studie zeigt ausserdem: Ob die Kinder in einer Kita oder in einer Spielgruppe gefördert werden, macht keinen Unterschied. Entscheidend ist die Qualität der sprachlichen Förderung im Alltag.
Förderung als Beitrag zur Chancengerechtigkeit
Regierungsrat Mustafa Atici, Vorsteher des Erziehungsdepartements, sagt:
«Die Studie zeigt klar: Frühförderung wirkt. Sie stärkt Kinder mit den grössten sprachlichen Startnachteilen und verbessert ihre Chancen im Kindergarten und darüber hinaus.»
Für die Praxis unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung früher alltagsnaher Sprachförderung vor dem Kindergarteneintritt. Entscheidend ist, dass Kinder im Alltag regelmässig sprachlich angeregt werden – etwa beim Spielen, Erzählen, Vorlesen oder im Gespräch – und dass Betreuungspersonen gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen. Damit leisten die Spielgruppen und Kitas einen wesentlichen Beitrag zur sprachlichen Vorbereitung auf den Kindergarten. Die Ergebnisse bestätigen den eingeschlagenen Weg des Kantons Basel-Stadt, die frühe Deutschförderung gezielt zu stärken.
Weitere Auskünfte
Sabrina Hollinger
Marina Jambreus M.Sc
Erziehungsdepartement
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