Asiatische Hornisse: Dank Meldungen aus der Bevölkerung konnten viele Nester entfernt oder neutralisiert werden
MedienmitteilungGesundheitsdepartement
Medienmitteilung in Absprache mit dem Kanton Basel-Landschaft
Mit den steigenden Temperaturen werden bald die Königinnen der Asiatischen Hornisse wieder aktiv und beginnen mit dem Bau der Vornester. Diese Vornester sollten möglichst frühzeitig entfernt oder neutralisiert werden, um eine Vermehrung einzudämmen. Im letzten Jahr konnten dank Meldungen aus der Bevölkerung und der engen Zusammenarbeit mit dem Bienenzüchterverband beider Basel insgesamt 337 Nester in den beiden Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft gefunden werden. Davon befanden sich 71 Nester im Kanton Basel-Stadt, wobei 63 davon fachgerecht entfernt oder neutralisiert werden konnten. Rund die Hälfte waren Vornester.
Die Asiatische Hornissenart stellt eine ernsthafte Bedrohung für die lokale Biodiversität, insbesondere für Honigbienen, Wildbienen und andere bestäubende Insekten sowie die Imkerei und Landwirtschaft dar. Die Ausbreitungs- und Ansiedlungsphase der invasiven Asiatischen Hornisse ist in der Region Basel weiterhin im Gange. Erwartungsgemäss gab es 2025 gegenüber dem Vorjahr fast sechs Mal mehr Nestfunde. Der grösste Teil dieser Nester konnte aber entfernt oder neutralisiert werden. Die Hälfte der 63 behandelten Nestern in Basel-Stadt waren Vornester. Durch eine frühzeitige Entfernung der Nester können Schäden so gering wie möglich gehalten werden. Dies wird insbesondere durch die Entfernung von Vornestern im Frühjahr erreicht, da zu diesem Zeitpunkt das Volk noch klein ist und jeweils erst eine Königin aufweist. Bald werden die überwinternden Königinnen ausfliegen, in der warmen Region Basel besonders früh. Erste Sichtungen im Jahr 2026 hat es bereits gegeben. Auch im laufenden Jahr setzen die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt die intensiven, risikobasierten Bekämpfungsmassnahmen fort.
Weiterhin enge Zusammenarbeit mit dem Bienenzüchterverband beider Basel
Die Suche und Bekämpfung der Asiatischen Hornisse bleibt weiterhin äusserst aufwendig. Die beiden Basler Kantone arbeiten deshalb eng mit dem Bienenzüchterverband beider Basel zusammen. Dieser übernimmt die Auswertung der Meldungen, organisiert - wenn nötig und möglich mit Unterstützung von Imkerinnen und Imkern - die Nestsuche und leitet die Bekämpfung ein. Besonders im Frühjahr werden die kleinen Vornester direkt bei der Entdeckung durch Fachpersonen entfernt.
Die Meldung von verdächtigen Nestern ist weiterhin enorm wichtig
In bebauten Gebieten ist die Nestsuche mit technischen Mitteln oft nicht möglich. Auch 2025 konnten die meisten Nester im Kanton Basel-Stadt aufgrund einer direkten Sichtung und Meldung von der Bevölkerung gefunden und anschliessend von Fachpersonen entfernt oder neutralisiert werden. Diese Erkenntnis zeigt, dass für die Eindämmung der asiatischen Hornisse weiterhin das wertvolle Engagement der Bevölkerung und der Imkerinnen und Imker erforderlich ist. Dafür bedankt sich das Kantonale Laboratorium auch an dieser Stelle sehr. Vor allem verdächtige Nester sollen fotografiert oder gefilmt und über die Schweizer Meldeplattform www.asiatischehornisse.ch gemeldet werden.
Nestentfernung nur durch Fachleute, von Fallen wird abgeraten
Die invasive Hornisse verteidigt ihr Nest vehement. Selbständige Bekämpfungen sollten deshalb unbedingt unterlassen werden. Die Entfernung von Nestern gehört ausschliesslich in die Hände von geschulten Fachpersonen. Gemeldete Nester werden deshalb im Auftrag der Kantone fachgerecht und risikobasiert entfernt. Konkret behält sich das Kantonale Laboratorium vor, in Einzelfällen keine Entfernung oder Neutralisierung der Nester durchzuführen. Gründe dafür können ein unverhältnismässig grosser Aufwand, eine mögliche Beschädigung von Eigentum oder ein Verletzungsrisiko des Fachpersonals sein. Im Spätherbst und Winter werden keine Nester mehr behandelt. Der Grund ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Jungköniginnen bereits ausgeflogen sind. Drohnen und Arbeiterinnen sterben nach einigen Wochen ab, so dass die Nester leer sind beziehungsweise keine Vermehrung mehr stattfindet.
Auf die Verwendung von Fallen soll verzichtet werden. Es gibt keine spezifischen Fallen für Asiatische Hornissen. Der Beifang an Bienen, Wespen und anderen, möglicherweise geschützten Insekten richtet einen grossen ökologischen Schaden an.
Hinweise
- Siehe auch die heutige Medienmitteilungen des Kantons Basel-Landschaft.
- Siehe auch den untenstehenden Fachbericht des Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt über den Vollzug der Freisetzungsverordnung im Jahr 2025. Das Kantonale Laboratorium ist im Rahmen des kantonalen Massnahmenplans Neobiota für die Koordination der Massnahmen gegen invasive Neobiota im Kanton Basel-Stadt zuständig und führt Kontrollen zur Einhaltung von Umgangs- und Verkaufsverboten, Informationspflicht und Bewilligungspflicht durch. Dieser separat erhältliche Fachbericht 2025 über die Kontrolltätigkeiten enthält nebst vorliegenden Informationen über die Asiatische Hornisse auch solche über Plattwürmer, gentechnisch veränderten Raps und Rotwangen-Schmuckschildkröten.
- Weitere Informationen: Asiatische Hornisse | bs.ch