Cannabisstudie «Weed Care»: Positive Bilanz nach drei Jahren
MedienmitteilungGesundheitsdepartement
Die Studie «Weed Care», ein Pilotprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabisprodukten im Kanton Basel-Stadt, ist am 30. Januar 2023 mit 378 Teilnehmenden gestartet. Die Ergebnisse nach drei Jahren Studienlaufzeit zeigen, dass ein gesundheitsorientiertes Regulierungsmodell die Risiken für bestehende Cannabiskonsumierende reduzieren kann, ohne den Konsum zu erhöhen.
Über den dreijährigen Studienzeitraum berichteten die Teilnehmenden von einer Reduktion des problematischen Cannabiskonsums. Der Konsum via Joints mit Tabak nahm über die drei Jahre signifikant ab. Die monatliche Bezugsmenge pro Person blieb über die drei Studienjahre stabil. Nach wie vor wies ein Drittel der verkauften Produkte einen THC-Gehalt von unter 13 Prozent auf. Die im Herbst 2025 neu eingeführten risikoärmeren, nicht rauchbaren Produkte Cannabisöl, Vapes und Spray stiessen rasch auf Interesse und machten in den Monaten von September 2025 bis Februar 2026 rund 18 Prozent der gesamten monatlichen Bezugsmenge aus.
Verbesserte psychische Gesundheit
Die Studie zeigt weiter positive Entwicklungen bei der psychischen Gesundheit. Über die drei Jahre Laufzeit reduzierten sich depressive Symptome, Angstsymptome und Psychose-ähnliche Symptome. Ebenso gingen der Alkohol- und der Konsum anderer psychoaktiver Substanzen zurück. «Zentrale Faktoren für die positiven Effekte scheinen der Wegfall der Illegalität und kurze Kontakte in den Apotheken zu sein, die zur Entstigmatisierung des Konsums beitragen. Hinzu kommen sichere, deklarierte Produkte sowie risikoärmere Produktformen, welche einen kontrollierten Konsum vereinfachen», sagt Studienleiter Marc Walter.
Breites Interesse an sicheren und regulierten Produkten
Nach drei Jahren sind noch 265 Personen aktiv in der Studie beteiligt, was rund 70 Prozent der ursprünglichen Teilnehmenden entspricht. Insgesamt wurden in den ersten drei Studienjahren knapp 113 Kilogramm Blüten und Hasch sowie rund 21 Deziliter Vapes, Öl und Spray verkauft. Nach Einführung der neuen Produkte stieg die Zufriedenheit mit der Produktpalette von 53 auf 64 Prozent der Teilnehmenden. 75 Prozent der Teilnehmenden waren mit der Produktequalität zufrieden.
Weitere Erkenntnisse für die künftige Cannabispolitik
Mit der Studienverlängerung bis Januar 2027 wurde neben der Einführung neuer risikoärmerer Produktformen auch die Möglichkeit geschaffen, die auf dem Schwarzmarkt erworbenen Produkte im Drug Checking testen zu lassen. Bisher wurden im Rahmen des Drug Checkings allerdings nur vier Proben abgegeben.
Regine Steinauer, Leiterin Abteilung Sucht des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, sagt: «Die positiven Zwischenergebnisse nach drei Jahren zeigen den Bedarf nach einer gesetzlich verankerten Cannabisregulierung auch nach Ablauf der wissenschaftlichen Pilotstudien deutlich auf».
Nach Abschluss der gemeinsamen Studie des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, der Universitären Psychiatrischen Kliniken, der Psychiatrischen Dienste Aargau sowie der Universität Basel wird im Jahr 2027 ein Schlussbericht erstellt. Zusammen mit den Ergebnissen anderer Pilotprojekte in der Schweiz bilden die wissenschaftlichen Erkenntnisse eine fundierte Grundlage für die Diskussion über eine künftige verantwortungsvolle Cannabispolitik.
Allgemeine Informationen zur Studie zum regulierten Cannabisverkauf in Basel finden sich unter www.weedcare-basel.ch