Care-Tracker erfasst unbezahlte Haus- und Familienarbeit
MedienmitteilungPräsidialdepartement
Mit dem Care-Tracker wird die individuell geleistete unbezahlte Care-Arbeit sichtbar gemacht. Nutzende können erfassen, wie viel sie für Haushalt und Familie arbeiten und was diese Arbeit kosten würde, wenn sie bezahlt wäre. Mit dem Care-Tracker setzt der Kanton eine Massnahme aus dem kantonalen Gleichstellungsplan 2024-2027 um.
Die unbezahlte Care-Arbeit ist gesellschaftlich unverzichtbar und schafft die Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Im Jahr 2020 wurde im Kanton Basel-Stadt unbezahlte Haus- und Familienarbeit im Wert von 9.5 Milliarden Franken geleistet. Insbesondere in Paarhaushalten mit kleinen Kindern ist das Arbeitsvolumen hoch, wobei Frauen 55.3 Stunden pro Woche und Männer 32.6 Stunden pro Woche in die Haus- und Familienarbeit investierten.
Individueller Stundenaufwand mit Preisschild
Der Care-Tracker macht die individuell geleistete Care-Arbeit sichtbar und stärkt dadurch die gesellschaftliche Wertschätzung. Er berechnet, wie viel Geld eine Person bekommen würde, wenn die unbezahlte Arbeit bezahlt wäre. Denn auch Menschen, die sich primär um Haushalt und Familie kümmern, leisten einen grossen Beitrag zur wirtschaftlichen Wertschöpfung. Der Care-Tracker basiert dabei auf den Erhebungen zur unbezahlten Arbeit des Bundesamtes für Statistik. Dieses erhebt regelmässig die geleisteten Arbeitsstunden und berechnet, wie viel Geld es kosten würde, wenn die unbezahlte Arbeit durch bezahlte Arbeitskräfte ausgeführt würde.
Mental Load und Zufriedenheit
Was kochen wir diese Woche? Was kommt auf die Einkaufsliste? Wann stehen die nächsten kinderärztlichen Kontrollen an? All diese Denkarbeit ist der «Mental Load», der einer ausführenden Aufgabe vorhergeht. Der Care-Tracker stellt dazu eine zusätzliche Funktion für Menschen zur Verfügung, die ihre Denkarbeit im Verhältnis zu einer anderen Person im Haushalt vergleichen möchten. Dabei werden sie ebenfalls zur Zufriedenheit über die jeweilige Aufgabenverteilung befragt. Die Ergebnisse liefern Paaren eine Grundlage, um über die jeweilige Aufteilung zu sprechen und einseitiger Überbelastung vorzubeugen.