Staatsarchiv zieht ins St. Johann — Archivbetrieb für sechs Monate geschlossen
MedienmitteilungPräsidialdepartement
Das Staatsarchiv Basel-Stadt eröffnet im April 2028 seinen neuen Standort im St. Johann. Rund 26 Laufkilometer einzigartiger Geschichts- und Rechtszeugnisse müssen vorher sicher in den Neubau überführt werden. Deshalb bleibt der gesamte Archivbetrieb vom 4. Oktober 2027 bis 4. April 2028 geschlossen.
Das Staatsarchiv bewahrt die schriftliche Überlieferung des Kantons Basel-Stadt – von mittelalterlichen Urkunden bis zu aktuellen Verwaltungsakten. Diese Bestände dokumentieren das Handeln des Staates, sichern Rechte von Einwohnerinnen und Einwohnern und sind Grundlage für Forschung, Bildung sowie Erinnerung. Rund 26 Laufkilometer Unterlagen - Millionen einzigartiger Dokumente, Karten, Pläne, Fotografien und digitaler Bestände - lagern aktuell auf fünf Magazinstandorte in der ganzen Stadt verteilt. Ab Oktober 2027 werden sie in den Neubau im St. Johann überführt. Der Transport ist konservatorisch nur im Winterhalbjahr verantwortbar. Tiefe Luftfeuchtigkeit und stabile klimatische Bedingungen schützen Papier, Pergament, Fotografien und Filme vor unwiderrufbaren Schäden.
Während der Schliessung ist generell keine Einsicht in Archivgut möglich, die Bibliothek/Drucksachensammlung ist nicht zugänglich, es können keine Reproduktionen erstellt und keine Auskünfte erteilt werden. Der Umzug ist in seiner Komplexität so anspruchsvoll, dass er die volle Kapazität und Aufmerksamkeit des Staatsarchivs erfordert. Bestände aus fünf Magazinen müssen verpackt, transportiert, kontrolliert und am neuen Standort eingeordnet werden. Jedes einzelne Dokument muss anschliessend wieder eindeutig auffindbar sein. Diese Arbeit lässt sich nicht parallel zum laufenden Archivbetrieb bewältigen, ohne Qualität und Sicherheit zu gefährden. Aus diesem Grund können in dieser Zeit auch weder digitale noch analoge Unterlagen aus der Verwaltung übernommen und aufgearbeitet werden.
Für rechtsrelevante Anliegen bleibt das Staatsarchiv während der Schliessung jedoch erreichbar. Unaufschiebbare Rechtsauskünfte - etwa für laufende Verfahren, Erbangelegenheiten oder amtliche Bescheinigungen - werden weiterhin bearbeitet. Die Bauplanausgabe ist lediglich während eines Monats unterbrochen. Im digitalen Lesesaal verfügbare Unterlagen bleiben recherchierbar. Darüber hinaus wird das Staatsarchiv während der Schliessungszeit zusätzliches digitalisiertes Archivgut online verfügbar machen.
In der ersten Umzugsetappe (Oktober 2027 bis April 2028) werden die Bestände aus Martinsgasse und Weissem Haus in den Neubau verlegt. In einer zweiten Umzugsetappe (Winterhalbjahr 2028/2029) folgen die Bestände aus den restlichen Aussenmagazinen. Während dieser zweiten Etappe wird das Staatsarchiv geöffnet bleiben. Ab Frühjahr 2027 informiert das Staatsarchiv detaillierter.