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Weniger leerstehende Wohnungen, mehr leerstehende Geschäftsflächen

Medienmitteilung

Präsidialdepartement

Per 1. Juni 2026 zählt Basel-Stadt 912 leerstehende Wohnungen. Das sind 167 weniger als vor einem Jahr. Die Leerwohnungsquote sinkt somit von 0,9 auf 0,8 Prozent. Das Angebot an Geschäftsflächen hat um 15 Prozent zugenommen.

Die Leerwohnungsquote misst den Anteil leerstehender und per 1. Juni verfügbarer Wohnungen am Gesamtbestand. In Basel-Stadt sank diese Quote im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent. Die Zahl der leerstehenden Wohnungen sank von 1 079 auf 912 im aktuellen Jahr. Der Rückgang fällt in einen Zeitraum mit starker Bevölkerungsentwicklung: Zwischen Juni 2025 und Juni 2026 ist die Bevölkerung um 2 453 Personen gewachsen. Die Neubautätigkeit konnte mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten.

Rückgang bei den mittleren Wohnungsgrössen, Anstieg bei den Einzimmerwohnungen

Vor allem die Zwei- und Dreizimmerwohnungen sorgen für den Rückgang: Bei den Zweizimmerwohnungen sinkt die Leerstandsquote von 1,2 auf 1,0 Prozent, bei den Dreizimmerwohnungen von 0,9 auf 0,6 Prozent. Eine geringere Abnahme im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die Vierzimmerwohnungen mit 0,5 Prozent Leerstand (Vorjahr 0,6 Prozent). Unverändert tief bleibt die Quote bei Fünfzimmerwohnungen (0,4 Prozent) und bei Wohnungen ab sechs Zimmern (0,3 Prozent). Eine deutlich gestiegene Quote zeigen die Einzimmerwohnungen mit einer diesjährigen Quote von 1,7 Prozent (Vorjahr 1,3 Prozent). Insgesamt stehen 224 Einzimmerwohnungen leer. Ein Teil der Zunahme ist auf möblierte Einzimmerwohnungen zurückzuführen (106 im Vergleich zu 87 im Vorjahr). Gesamthaft ist die Zahl der möblierten leerstehenden Wohnungen von 143 im Vorjahr auf 168 im laufenden Jahr gestiegen.

5 Prozent der Leerwohnungen sind Neubauwohnungen, die in den letzten zwei Jahren fertiggestellt wurden. Knapp ein Viertel stammen aus Gebäuden, die in den vergangenen zwei Jahren renoviert wurden. 95 Prozent der leerstehenden Wohnungen (866 Einheiten) waren per Stichtag zur Miete ausgeschrieben, 46 Wohneinheiten zum Kauf.

Leerwohnungsquote im Vergleich

Die gesamtschweizerische Leerwohnungsquote für 2026 liegt noch nicht vor. Im Vorjahr betrug sie 1,0 Prozent. Für die Stadt Basel liegt die Quote aktuell bei 0,8 Prozent und damit weiterhin über derjenigen der anderen Grossstädte. Zum Vergleich: Bern und Genf melden je 0,4 Prozent, Winterthur 0,2 Prozent und Zürich 0,1 Prozent. 

Im Kanton Basel-Landschaft verringerte sich die Zahl leerstehender Wohnungen gegenüber dem Vorjahr um 216 auf insgesamt 980 Einheiten. Die Leerwohnungsquote sank damit von 0,8 auf 0,6 Prozent. In den Gemeinden der städtischen Agglomeration liegt die Quote meist etwas tiefer als in der Stadt Basel. Im Laufental und in vereinzelten Gemeinden des Oberbaselbiets ist der Leerstand etwas höher.

Innerhalb von Basel-Stadt zeigt sich der Leerstand grossräumig ausgeglichen: Gross- und Kleinbasel unterscheiden sich nur geringfügig (0,7 bzw. 0,8 Prozent). Auf Wohnviertelebene treten jedoch deutliche Unterschiede auf: Die höchsten Leerstandsquoten finden sich im Wohnviertel Vorstädte (2,4 Prozent), in der Altstadt Grossbasel (1,5 Prozent) und in der Altstadt Kleinbasel (1,2 Prozent). In den altstädtischen Wohnvierteln gibt es einen höheren Anteil von Einzimmerwohnungen, welche die Quote entsprechend erhöhen. Die niedrigsten Quoten weisen Wettstein (0,2 Prozent) und Bachletten (0,3 Prozent) auf.

Höherer Leerstand von Geschäftsräumlichkeiten in der Region

Gemäss der aktuellen Erhebung des Schweizerischen Verbands der Immobilienwirtschaft beider Basel (SVIT) ist das Angebot an leerstehenden Geschäftsflächen in den beiden Basel um 35,2 Prozent bzw. von 378 000 m² auf 511 000 m² gestiegen. Im Stadtkanton hat die Leerstandsfläche um 30 000 m² (+15 Prozent) auf 230 000 m² zugenommen. Dies ist eine gegenläufige Entwicklung zur letztjährigen Erhebung, als die leeren Geschäftsflächen im Vorjahresvergleich um 20 Prozent abgenommen hatten. Im Landkanton nahm die leerstehende Fläche um 103 000 m² (+58 Prozent) auf 281 000 m² zu.

Im Stadtkanton ist eine Zunahme an leerstehenden Ladenflächen sichtbar. Der Leerstand der Ladenflächen beträgt nun 21 000 m², ein Plus von 9 000 m² im Vergleich zum Vorjahr. Weiter hat die leerstehende Gewerbefläche (+22 000 m²) deutlich zugenommen. Im Kanton Basel-Landschaft ist der starke Anstieg knapp zur Hälfte auf die Zunahme der leerstehende Lagerflächen zurückzuführen (+44 000 m²). Leerstehende Geschäftsflächen werden beträchtlich durch einzelne grosse Objekte beeinflusst. In Allschwil weist beispielsweise ein leerstehendes Objekt eine Fläche von 35 000 m² auf.

Die Resultate basieren auf der Leerstandserhebung vom 1. Juni 2026. Der Wohnungsleerstand wurde gemeinsam vom Statistischen Amt des Kantons Basel-Stadt und dem Amt für Daten und Statistik des Kantons Basel-Landschaft erhoben. Parallel dazu führte der SVIT beider Basel die Erhebung der leerstehenden Geschäftsflächen durch.

Die Daten sind abrufbar unter http://www.statistik.bs.ch/leerstand

 

Trotz starkem Bevölkerungswachstum nur leicht tiefere Leerstandsquote 

Kommentar der Kantons- und Stadtentwicklung

In den vergangenen Jahren kamen im Kanton Basel-Stadt nach einigen starken Jahrgängen weniger neue Wohnungen auf den Markt. Trotz starkem Bevölkerungswachstum ist die Leerwohnungsquote per 1. Juni 2026 nur wenig zurückgegangen. Gründe dafür sind der leicht gesunkene Flächenverbrauch pro Kopf und die höhere Zahl leerstehender Einzimmerwohnungen. Die neue Wohnstrategie des Kantons, die der Regierungsrat derzeit erarbeitet, setzt bei diesen Herausforderungen an.

Die Leerwohnungsquote im Kanton Basel-Stadt ist von 0,9 Prozent im Vorjahr auf 0,8 Prozent gesunken. Nach einer längeren Phase mit einer Leerwohnungsquote von über 1 Prozent liegt sie seit drei Jahren knapp unter dieser Marke. Dies ist insofern wenig überraschend, als nach einer Phase des Baubooms zwischen den Jahren 2018 und 2023 in den vergangenen Jahren vergleichsweise wenig neue Wohnungen auf den Markt gekommen sind, während das Bevölkerungswachstum gestiegen ist. Vor dem Bauboom lag die Leerstandsquote bei 0,7 Prozent oder noch tiefer. 

Die Statistik zeigt zudem, dass die Menschen im Kanton etwas näher zusammengerückt sind. Der Wohnflächenverbrauch sank im Jahr 2025 von 41,5 Quadratmetern pro Person auf 41,2 Quadratmeter. Rein rechnerisch schuf der um 0,3 Quadratmeter pro Person geringere Wohnflächenverbrauch Platz für gut 1'500 zusätzliche Personen. 

Während der Leerstand insgesamt gesunken ist, hat die Leerstandsquote bei den Einzimmerwohnungen zugenommen. Ohne diesen Effekt wäre die Gesamtzahl leerstehender Wohnungen in Basel-Stadt tiefer ausgefallen. Fast die Hälfte der leerstehenden Einzimmerwohnungen waren möbliert. Bei Einzimmerwohnungen und möblierten Wohnungen sind grössere Schwankungen nicht ungewöhnlich. Knapper geworden sind die verfügbaren grösseren Wohnungen, was insbesondere Familien auf Wohnungssuche fordert. 

Die leerstehende Gewerbefläche ist gestiegen, liegt jedoch unter dem Niveau vom Jahr 2024. Auffallend sind vor allem zwei grössere leerstehende Objekte beim Bahnhof SBB, wovon eines im Juli 2026 bereits wieder vermietet war. Die verfügbare Gewerbefläche dürfte Gewerbetreibenden neue Chancen in der Stadt bieten. Das Angebot an Büroflächen hat gegenüber dem Vorjahr geringfügig abgenommen. Aus Sicht der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ist die kurzfristige Verfügbarkeit von Flächen ein wichtiger Standortvorteil, um neue Unternehmen anzusiedeln. 

Kurzfristige Wohnbauprojekte

Es bestehen gute Aussichten, dass im laufenden und in den kommenden Jahren neue Wohnungen auf den Markt kommen, darunter viele Genossenschaftswohnungen. Beispiele dafür sind die Verdichtung der Eisenbahnergenossenschaft beider Basel in der Lehenmatte und das zusätzliche Angebot der Stiftung Habitat auf dem Areal Erlenmatt, das Bauende einer weiteren Etappe im Westfeld (Genossenschaft «Wohnen und mehr») sowie der Neubau der Wohnbaugenossenschaft Nordwest und der Wohngenossenschaft Jurablick im VoltaNord. Hinzu kommen Neubauten weiterer Eigentümer wie beispielsweise der Ersatz einer Gewerbeliegenschaft an der Zürcherstrasse in der Breite durch einen Wohnungsneubau und am Spalenring, wo vier Arbeiterhäuser aus dem Jahr 1900 durch eine grössere Wohnüberbauung ersetzt werden. Mit den zahlreichen genossenschaftlichen Vorhaben steigt zugleich der Anteil preisgünstiger Wohnungen – ein Beitrag zum gesetzlich verankerten Zielwert von mindestens 25 Prozent bis ins Jahr 2050.

Wohnraumpotenziale auf Entwicklungsgebieten

Bei wachsender Bevölkerung ist es wichtig, dass der Wohnungsbau mithalten kann, damit der Druck auf dem Wohnungsmarkt möglichst wenig ansteigt. Hier verfügt Basel über wichtige Potenziale auf den Arealen in Transformation. Diese ehemaligen Industrie- und Güterareale werden für das Wohnen geöffnet. Mit diesem Potenzial ist der Kanton auf gutem Weg, bis ins Jahr 2035 Wohnraum für den erwarteten Zuwachs von 10'000 Einwohnenden zur Verfügung zu stellen. Wachstumspotenzial besteht auf den Arealen klybeckplus, Dreispitz, Klybeckquai, Wolf, Volta-Nord, Walkeweg und Rosental Mitte. Insgesamt geht es um knapp 120 Hektar Boden, was knapp 170 Fussballfeldern entspricht. 

Ebenfalls werden dort wichtige Wirtschaftsflächen weiterentwickelt. Lukas Ott, Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung: «Der Kanton erwartet gegen Ende der 2020er Jahre wieder eine erhöhte Bautätigkeit. Ein Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum führt auch zu einem steigenden Bedarf an öffentlicher Infrastruktur wie Schulen, Parks und Quartiertreffpunkte. Diese werden ebenfalls frühzeitig geplant, um die Lebensqualität im Kanton hochzuhalten.»

Weitere Auskünfte

Sarah Carter

Statistisches Amt

Lukas Ott

Leiter Kantons- und Stadtentwicklung