Den Boden für den Sport bereiten
NewsTurnhallen, Rasen, Wasser und Eis: Noél Freund wird im Sommer 2027 mit grosser Wahrscheinlichkeit als erster Lernender in Basel den EFZ-Abschluss zum Fachmann Betriebsunterhalt mit dem Schwerpunkt Sportanlagen in der Tasche haben. Seine Ausbildung macht er in der St. Jakobshalle Basel, die zum Erziehungsdepartement gehört.

Es erinnert an ein Labyrinth: Gänge, Türen, Stufen, Abzweigungen, erneute Korridore. Die Farben der Wände leuchten einmal in Orange, dann wieder in Gelb oder Braun. Dahinter steckt ein konsequentes Farbkonzept. Der Gebäudekomplex der St. Jakobshalle Basel zieht sich über 20'000 Quadratmeter, verteilt auf unterschiedliche Stockwerke.
Neben der grossen Arena, dem Aushängeschild, gibt es fünf multifunktionale Hallen, vier Sporthallen, eine Schwimmhalle und einen VIP-Bereich. 543 Türen ermöglichen Zugang oder Durchgang zu den unterschiedlichen Bereichen.
Und diese Türen beschäftigen Noél Freund in seinem Arbeitsalltag: «Das Auswechseln der Schlösser interessiert mich. Sie unterscheiden sich von der Mechanik her jeweils stark. Ein Teil funktioniert elektronisch, andere Schlösser werden von unterschiedlichen Batterietypen angetrieben.» Neben den Türschlössern gehört die Reinigung der Turnhallen zum Aufgabenfeld des angehenden Fachmanns Betriebsunterhalt. Er macht das mithilfe eines Roboters, den er im oberen Bereich des Gebäudes in Betrieb setzen kann. Oder dann mit einer Reinigungsmaschine, die er selber fährt.
Der 18-Jährige mag grundsätzlich wiederkehrende Aufgaben mit einem klaren Ablauf, die er ruhig und genau erledigen kann. Doch schätzt er auch die Überraschungen, die der Arbeitsalltag im Hausdienst birgt: «Kein Tag ist wie der andere, es kommt immer wieder etwas Neues rein.» Kaputte Storen, Ausfälle bei der Heizung oder der Lüftung, Schäden am Mobiliar oder an der Gebäudehülle, eine Hecke, die geschnitten werden muss. Und dann sind da noch die Grossanlässe, die viel Trubel mit sich bringen. Klappsitze, bei denen sich während der Konzerte die Schrauben aus der Befestigung lösen, Zuschauerinnen oder Zuschauer, die ihr Handy in den Zwischenraum von Bande und Stuhlreihe fallen lassen, oder ein Star, dem die Temperatur in der Garderobe nicht passt.
«Wir sind die erste Anlaufstelle, decken alle Grundfunktionen ab, aber wir können natürlich keine Spezialistinnen oder Spezialisten ersetzen», ordnet der Berufsbildner Sidney Trachsel ein. Er hat die Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt vor fünf Jahren abgeschlossen. Im Hausdienst gehe es häufig darum, einen Sachverhalt zu beurteilen und weitere Schritte einzuleiten: «Wir werden oft wegen allem und jedem gefragt. Und müssen dann vermitteln.»
Die Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt mit dem Schwerpunkt Sportanlagen ist neu auf dem Markt. In der Grundlage basiert sie auf dem Hausdienst. Noél Freund besucht in der Berufsschule daher auch die Hausdienstklasse. Doch umfasst sein Aufgabenbereich noch weitere Arbeitsfelder, mit denen er sich im Verlauf des zweiten und dritten Lehrjahrs in den Gartenbädern und auf der Kunsteisbahn auseinandersetzen wird: Schwimmbadtechnik, Wasserkontrollen oder die Ausbildung zum Rettungsschwimmer gehören ebenso dazu wie die Pflege von Sportrasen und Eisfeldern. Für Noél Freund sind das inspirierende Arbeitsumgebungen. «Ich bin ein Sportfanatiker, das hilft und hat meine Entscheidung beeinflusst. Zudem habe ich grosses Glück mit dem Team hier», resümiert er und schliesst freundlich eine der grossen gläsernen Eingangstüren zur Halle.
Text: Charlotte Staehelin, Foto: Grischa Schwank