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«Der Umgang mit Hitzetagen ist eine gemeinsame Aufgabe»

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Wie gehen andere Kantone in Hitzewellen mit den hohen Temperaturen in Schulen und Tagesstrukturen um? Ein Augenschein beim Nachbarkanton Basel-Landschaft.

Offenes Fenster mit Blick auf Bäume.

Tagsüber Fenster und Storen schliessen, nur kurz lüften, elektronische Geräte ausschalten, wenn sie nicht im Einsatz sind, und ausreichend trinken: Diese bewährten Hitzeschutzmassnahmen empfiehlt Basel-Stadt den Lehr-, Fach- und Leitungspersonen, um im Sommer die Temperaturen in Schulgebäuden zu senken und gesundheitlichen Risiken an Hitzetagen vorzubeugen. Auf solche Hitzeschutz-Massnahmen setzt auch Basel-Landschaft. Zum Schuljahresbeginn 2026/27 hat er sie in mehreren Merkblättern und einem Video festgehalten. Damit schafft der Nachbarkanton einen praxistauglichen Orientierungsrahmen für Schulen im Umgang mit Hitzetagen. «Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass Beschattung und konsequente Nachtauskühlung die Hitzebelastung deutlich verringern», erklärt Jean-Pierre Hueber, Leiter Fachbereich Gebäudetechnik. 

Unterricht aufrechterhalten und Gesundheit schützen
Auch in Basel-Landschaft gilt: Trotz Hitze soll der Unterricht möglichst aufrechterhalten bleiben. Gleichzeitig hat die Gesundheit von Schülerinnen, Schülern und Mitarbeitenden hohe Priorität. Deshalb ergänzen die Merkblätter die bewährten Hitzeschutzmassnahmen mit weiteren Empfehlungen. Dazu gehören zusätzliche Trinkpausen und angepasste Unterrichtsformen wie beispielsweise Spezialtage. 

«Merkblätter allein lösen die Herausforderung überhitzter Schulräume nicht. Sie schaffen aber Klarheit darüber, welche Handlungsmöglichkeiten Schulen bereits heute haben, und sensibilisieren für einen gesundheitsbewussten Umgang mit Hitzetagen», sagt Beat Lüthy, Leiter des Amts für Volksschulen. «Damit geben wir Schulleitungen und Lehrpersonen eine verlässliche Orientierung für pragmatische und verhältnismässige Entscheidungen. Gleichzeitig arbeiten wir gemeinsam mit den beteiligten Direktionen weiter daran, die Auswirkungen zunehmender Hitze langfristig anzugehen.» 

Kantonale Direktionen und Gemeinden arbeiten zusammen
In Basel-Stadt sind mehrere Departemente für Hitzeschutz zuständig. Das ist auch im Nachbarkanton so: Daran beteiligt sind die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD), die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) sowie die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Hinzu kommen unterschiedliche Aufgaben von Kanton und Gemeinden. Der Kanton legt die rechtlichen Rahmenbedingungen fest und unterstützt die Schulen mit Empfehlungen für den Umgang mit Hitze. Die Gemeinden sind für die Kindergärten, Primarschulen und Musikschulen sowie für deren Infrastruktur verantwortlich. Dazu gehören beispielsweise Beschattung und Lüftung. Für Schulen ab Sekundarstufe I wiederum ist der Kanton zuständig. Beat Lüthy betont denn auch: «Der Umgang mit Hitzetagen ist eine gemeinsame Aufgabe.»

Pilotversuche
«In Absprache mit der BKSD erarbeitet das Hochbauamt anhand eines Massnahmenplanes Möglichkeiten, den baulichen sommerlichen Wärmeschutz an den kantonalen Schulen zu verbessern. Dieser beinhaltet kurzfristige Massnahmen wie Optimierungen an Storen, Nachtauskühlelemente oder Steuerungselemente», erklärt Jean-Pierre Hueber. Parallel dazu testete Basel-Landschaft im Sommer 2026 an ausgewählten Standorten unter anderem Deckenventilatoren. «Weiter folgen langfristige Massnahmen wie zusätzliche Öffnungen für die Nachtauskühlung oder die flächendeckende Umsetzung der Pilotversuche bei entsprechenden Auswertungsergebnissen», so Hueber.

Politische Vorstösse
Wie in Basel-Stadt gibt es auch im Nachbarkanton mehrere politische Vorstösse zu Hitzeschutzmassnahmen an Schulen. Das Postulat «Kühle und gesunde Köpfe lernen besser» zum Beispiel hat der Landrat im vergangenen April gestützt auf den Bericht des Regierungsrats abgeschrieben, das Postulat «Hitzemonitoring an den kantonalen Schulen» hat er dem Regierungsrat überwiesen. Im Mai 2026 schliesslich wurde die Interpellation «Planen statt Reagieren: Kantonale Schulanlagen im Hitzestress – eine Auslegeordnung tut not» eingereicht.

Dem Amt für Volksschulen ist ein enger Austausch mit Vertretungen der Schulleitungen, Lehr- und Fachpersonen sowie Schulräten zum Umgang mit Hitze in Schulen wichtig. Die Verwaltung kann viel aus ihren Erfahrungen lernen. Die Rückmeldungen aus der Praxis sind deshalb auch in die neuen Merkblätter eingeflossen.

Text: Valérie Rhein, Bild: Pixabay