Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Wein aus den Ferien und den neuen Freundschaften
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Es ist ja nicht sicher, dass der Bündelitag auch in ein paar Jahren noch um den 1. Juli liegt, es gibt Stimmen in der Politik, die - auch aus Klimagründen - für einen späteren Start der Sommerferien plädieren. Aber irgendwann kommt er dann natürlich trotzdem, der Bündelitag - und dann beginnt die unbeschwerte Zeit. Wobei, ganz stressfrei sind auch Ferien nicht immer…
Die meisten von Ihnen haben sicher auch schon einmal eine Pauschalreise gebucht, möglicherweise mit Flug und Hotel inklusive Transfers im Arrangement. Gutgelaunt und ausgestattet mit den praktischen und vermeintlich überall passenden «Dreiviertelhosen» trifft man bereits am Flughafen auf mögliche Mitreisende, welche dieselbe Reise gebucht haben. Den ersten kleinen Dämpfer gibt’s dann, wenn man merkt, dass diese neuen Bekannten noch deutlich günstiger gebucht haben – obwohl man selbst schon im Glauben war, das ultimative Schnäppchen gefunden zu haben. Das steckt man dann aber bald einmal weg, es geht ja jetzt in die wohlverdienten Ferien ans Meer. Bei der Ankunft am Zielflughafen wird dann bald einmal klar, wer alles zur Reisegruppe gehört, das am Empfang in die Luft gehobene Kartonschild lässt keine Zweifel mehr offen, in welchen Bus des Reiseanbieters eingestiegen werden darf (oder muss…). Dabei sind dann vielleicht auch diejenigen, über die man sich bereits im Flieger geärgert hat, weil sie so überdreht und laut waren und den Gang verstopft haben, kaum ist das Flugzeug zum Stillstand gekommen. Aber es besteht ja immer noch Hoffnung, dass sie ein anderes Hotel gewählt haben, schliesslich folgt ja nun ein Shuttle mit vielen Stopps. Aussteigen möchte man eigentlich nie, die Hoffnung ist jeweils gross, dass die eigene Unterkunft doch etwas vornehmer aussieht und auch besser gelegen ist – aber irgendwann trifft es alle. Und wenn das Hotel dann zwar nicht ganz so schön ist wie im Katalog, aber immer noch einigermassen passabel und sogar schöner als die vorher gesehenen Unterkünfte, dann steht den erholsamen Ferien nicht mehr allzu viel im Wege - abgesehen davon, dass die Liegestühle möglicherweise bereits ab 7 Uhr morgens belegt sind (nicht mit Gästen, sondern nur mit deren Badetüchern). Dafür findet man vielleicht neue Freundinnen und Freunde, mit denen dann am Schluss selbstverständlich auch die Kontaktdaten geteilt werden. Beim Treffen nach den Ferien ist es dann aber wie mit dem Wein, den man heimgebracht hat – in den Ferien noch wunderbar, aber zu Hause ist die Faszination wie verflogen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne Ferien – in der Hoffnung, dass alles passt – egal ob pauschal oder eher individuell unterwegs.
Zum Autor
Jakob Gubler arbeitete während fast 30 Jahren als stellvertretender Basler Regierungssprecher und noch länger begleitete er den FC Basel als Fussballkommentator. Seit seiner Pension in diesem Frühjahr bietet er als Freelancer zusammen mit René Häfliger Medientrainings an und schreibt verschiedene Texte.