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Die Nasenlaichzeit in Wiese und Birs beginnt

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Jetzt, Anfang April, ist es wieder so weit: Wenn die Wassertemperaturen im Rhein und seinen Zuflüssen Wiese und Birs 10 bis 12 Grad erreichen, beginnt die Laichzeit der Nasen. In den letzten Jahren hat die Zahl der beobachteten Laichtiere leicht zugenommen. Dieser erfreuliche Trend bei der geschützten Fischart zeigt, dass die Gewässerrevitalisierungen der vergangenen Jahre wirksam sind.

Balkendiagramm Anzahl Nasen pro Jahr für Birs und Wiese bis 2025.
Geschätzte Grösse der Population der Laichtiere pro Jahr. Dargestellt ist die Anzahl Tiere am Tag mit den meisten Beobachtungen pro Jahr. *Aufgrund von Baustellen konnten in diesen Jahren nur wenige oder keine Nasen gezählt werden. In den übrigen Jahren mit fehlenden Angaben wurden keine Zählungen durchgeführt.
© Amt für Umwelt und Energie

Im Frühjahr ziehen die Nasen in grossen Schwärmen flussaufwärts zu ihren Laichplätzen. Dort versammeln sie sich vor der Eiablage dicht nebeneinander – ein eindrückliches Naturschauspiel. Während dieser Zeit sind die etwa 40 bis 50 cm grossen Tiere gut zu beobachten. Auffällig sind nebst den rötlichen Flossen kleine, weisse Punkte am Kopf der Fische, der sogenannte Laichausschlag.

An der Wiese halten sich die meisten laichenden Nasen zwischen Hochbergerplatz und Hochbergersteg auf. Ein geeigneter Beobachtungspunkt ist die Brücke am Hochbergerplatz. An der Birs sind die meisten Tiere zwischen Nasenweg und Redingbrücke zu finden. Während des Aufstiegs sind sie auch gut von der Birskopfbrücke aus zu sehen. Um den Laichakt nicht zu stören, ist es wichtig, das Naturschauspiel aus angemessener Distanz zu beobachten und die Laichplätze auf keinen Fall zu betreten. 

Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörte die Nase zu den häufigsten Fischarten in unseren Fliessgewässern. Heute sind die Nasen vom Aussterben bedroht und schweizweit geschützt. Gründe für ihren Rückgang sind vor allem die Verbauungen der Fliessgewässer, Wasserverschmutzungen sowie Wanderhindernisse (z.B. Schwellen und Kraftwerke). 

Die zum Laichen versammelten Nasen werden regelmässig gezählt respektive geschätzt. Je nach Wasserstand und Trübung sind die Fische unterschiedlich gut zu erkennen. Erfreulicherweise hat sich der Bestand der Laichtiere in Wiese und Birs in den letzten Jahren stabilisiert und sogar leicht zugenommen (siehe Abbildung). Im Jahr 2025 wurden in der Birs 800 und in der Wiese 1350 Tiere verzeichnet. Grund für diese positive Entwicklung sind Massnahmen zur Gewässerrevitalisierung wie beispielsweise die Entfernung von Wanderhindernissen, Kiesschüttungen zur Bildung von Laichhabitaten sowie die Schaffung von Flachwasserzonen und Unterständen für Jungfische. 

Mit dem Revitalisierungsprojekt «BirsVital» und der Beseitigung eines grossen Aufstiegshindernisses am Birskopf zwischen 2002 und 2004 konnte ein historisches Laichgebiet im Birsunterlauf reaktiviert werden. In den Folgejahren nahm die Zahl der laichenden Nasen zu. Mittlerweile halten sich in der Birs wieder ganzjährig Nasen auf. 

Die Wiese wurde von den Nasen bereits vor Beginn von Revitalisierungsmassnahmen zum Laichen im Bereich des Hochbergerplatzes aufgesucht. Von 2002 bis 2007 wurden jährlich rund 600 bis 800 Laichtiere gezählt. Ab 2008 kam es zu einem starken Rückgang, der wahrscheinlich auch mit den neu geschaffenen Laichmöglichkeiten in der Birs zu tun hatte. Mit der Revitalisierung des Wieseunterlaufs von der Mündung bis zum Freiburgersteg erholte sich die Population der Laichtiere ab 2019 markant. Heute sind neben dem ursprünglich bekannten Laichplatz am Hochbergerplatz weitere Laichgebiete bis auf Höhe des Tierparks Lange Erlen entstanden. Je nach Jahr und Abflussverhältnissen werden diese unterschiedlich intensiv genutzt. 

Insgesamt hat sich die Nasen-Population in beiden Gewässern über die vergangenen Jahrzehnte etwas erholt und präsentiert sich heute auf einem relativ stabilen Niveau. Die positive Entwicklung zeigt, dass die Revitalisierungsmassnahmen wirksam sind.

Weitere Auskünfte

Amt für Umwelt und Energie (AUE)

Spiegelgasse 15
4051 Basel

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