Fünf neue Vorschläge für die Ferienverteilung
NewsAm 31. Januar endet die Befragung zur Festlegung der Schulferien in den beiden Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Fünf neue Vorschläge zielen auf eine gleichmässigere Verteilung ab. Im Interview mit dem Basler Schulblatt spricht Volksschulleiter Urs Bucher über die Konsultation.

Basler Schulblatt: Die verschiedenen Anspruchsgruppen nehmen bis Ende Monat Stellung zu den Vorschlägen. Was erhoffen Sie sich von der Konsultation?
Urs Bucher: Wir haben gemeinsam mit den zuständigen Stellen des Kantons Basel-Landschaft fünf neue Varianten ausgearbeitet. Von der Konsultation erhoffen wir uns Rückmeldungen zu diesen Vorschlägen. Befragt werden Lehrpersonenverbände, Erziehungsberechtigte, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften. Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen und darauf, wie die Anspruchsgruppen argumentieren.
Was ist Ihre persönliche Haltung zu den Vorschlägen?
Persönlich bin ich vom pädagogischen Ansatz geleitet. Ich wünsche mir, dass die Unterrichtsblöcke über das Jahr hinweg besser verteilt sind. Vor den Weihnachts- und den Sommerferien tritt eine gewisse Erschöpfungsphase ein, da die Unterrichtsblöcke dort länger sind. Das spüren wir an den Schulen. Mit einer gleichmässigeren Verteilung der Ferien könnten wir das optimieren. Meiner Meinung nach wäre das der beste Weg. Gleichzeitig bin ich offen für die Lösung, die angestrebt wird. Ich kann noch nicht sagen, in welche Richtung es geht. Vielleicht bleibt auch alles beim Alten.
Immer wieder wird mit der Hitze argumentiert. Wie stehen Sie dazu?
Für mich persönlich spielt das Thema Hitze eine weniger zentrale Rolle bei der Festlegung der Ferien. Meines Erachtens lässt sich die Hitze zeitlich nicht eindeutig verorten: Manchmal haben wir bereits im Juni sehr hohe Temperaturen, manchmal kommen sie erst im August. Wir stellen jedoch fest, dass wir zunehmend mehr solche Hitzetage haben. Es ist nicht die Frage, ob wir die Sommerferien nach vorne oder hinten verschieben – oder verlängern. Die zentrale Frage lautet vielmehr: Wie schaffen wir es, unsere Gebäude entsprechend zu kühlen? Dem Problem Hitze müssen wir nicht mittels der Ferienregelung Rechnung tragen.
Werden die pädagogischen Argumente bei der Konsultation entscheidend sein?
Das ist schwierig zu sagen. Auch die Wirtschaftsverbände haben ein Interesse daran, sich einzubringen. Hinter ihnen stehen alle Lehrbetriebe. Es sind unterschiedliche Interessen, welche die Antworten beeinflussen. Die einen werden von der Frage geleitet sein, was pädagogisch gesehen eine sinnvolle Verteilung ist. Andere werden aus einer individuellen Perspektive argumentieren.
Die beiden Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft bestimmen die Schulferientermine jeweils gemeinsam für mehrere Jahre. Weshalb ist das so?
Es ginge gar nicht anders. Es ist zentral, dass wir die Ferien mit dem Kanton Basel-Landschaft koordinieren. Die Verflechtungen sind sehr eng. Viele Menschen haben Kinder, die sowohl im einen als auch im anderen Kanton zur Schule gehen – gerade im Bereich der Berufsschulen spielen die Kantonsgrenzen keine Rolle.
Was sind die nächsten Schritte?
Wir werten die Konsultationsergebnisse aus und diskutieren allfällige Mehrheiten. Für beide Kantone ist klar, dass eine Koordination stattfinden muss. Anschliessend prüfen wir, ob ein Vorschlag weiterbearbeitet wird. Falls ja, würden wir den Regierungen einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Eine allfällige Anpassung wäre frühstens ab dem Schuljahr 2032/33 denkbar.
Interview von Tamara Funck, Foto: Grischa Schwank
Die Vorschläge
Parlamentarische Vorstösse fordern eine Neuverteilung der Schulferien. Vor diesem Hintergrund haben die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt folgende Varianten erarbeitet:
- Beibehaltung der aktuellen Ferienregelung
- Fixe, von Ostern losgelöste Frühlingsferien
- Herbstferien eine Woche später als bisher
- Fünf statt sechs Wochen Sommerferien und drei statt zwei Wochen Herbstferien
- Fixe, von Ostern losgelöste Frühlingsferien kombiniert mit Herbstferien eine Woche später als bisher
- Fixe, von Ostern losgelöste Frühlingsferien kombiniert mit fünf Wochen Sommerferien und drei Wochen Herbstferien