Gemeinsam stark: Neues Frauennetzwerk der Kantonspolizei Basel-Stadt
NewsMit dem neuen Frauennetzwerk setzt die Kantonspolizei Basel-Stadt ein starkes Zeichen für Vernetzung, Chancengerechtigkeit und eine zukunftsorientierte Organisationskultur. Seit Mai 2026 verbindet das Netzwerk Mitarbeiterinnen über alle Bereiche hinweg, bündelt ihre Anliegen und bringt wichtige Impulse direkt in die Polizeileitung ein – zum Gewinn der gesamten Organisation.

Die Erhöhung des Frauenanteils gehört zu den strategischen Zielen der Kantonspolizei Basel-Stadt für das Jahr 2026. Dabei geht es nicht allein darum, mehr Frauen für den Polizeiberuf zu gewinnen. Ebenso wichtig ist es, bestehende Mitarbeiterinnen langfristig in der Organisation zu halten und Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sie ihr Potenzial entfalten können.
Einen wichtigen Anstoss gab Andrea Jug-Höhener bei einer Mitarbeitenden-Veranstaltung. Sie ist Chefin der Kriminalabteilung der Stadtpolizei Zürich und zweite Stellvertreterin des Kommandanten. In Zürich setzt sie sich gemeinsam mit dem Verein LadyPol, der Personalabteilung und der Polizeiführung für die Vernetzung von Frauen sowie für eine chancengerechte Führungs- und Organisationskultur ein. In ihrem Referat über Gleichstellung und chancengerechte Führung zeigte Jug-Höhener auf, dass Frauennetzwerke kein Selbstzweck sind. Sie können Erfahrungen sichtbar machen, den Austausch fördern und konkrete Veränderungen innerhalb einer Organisation anstossen. Ihr Referat bestärkte deshalb auch bei der Kantonspolizei Basel-Stadt das Bedürfnis, ein eigenes Netzwerk aufzubauen.
Vom Impuls zur Umsetzung
Im Frühsommer 2026 fand die Kick-off-Sitzung des neuen Frauennetzwerks statt. Im Juli folgte ein Referat von Sabine Horvath zur wirksamen Frauenförderung. Auch sie unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs und einer Organisation, die bereit ist, aus den Erfahrungen ihrer Mitarbeiterinnen zu lernen.
«Nicht die Frauen verlassen die Organisation, sondern die Organisation verliert die Frauen.» Mit diesem Satz brachte Sabine Horvath die Ausgangslage auf den Punkt: In den vergangenen Jahr en kündigten überdurchschnittlich viele Mitarbeiterinnen bei der Kantonspolizei Basel-Stadt. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage nach individuellen Gründen, sondern auch, welche Strukturen, Arbeitsbedingungen und kulturellen Faktoren dazu beigetragen haben.
Anliegen direkt in die Polizeileitung tragen
Das Frauennetzwerk wird von Major Valerie Profes geleitet. Sie steht der Hauptabteilung Prävention vor und ist Mitglied der Polizeileitung. Das Netzwerk möchte Frauen über alle Bereiche und Funktionen hinweg miteinander verbinden, gegenseitige Unterstützung ermöglichen und einen vertrauensvollen Raum für unterschiedliche Anliegen schaffen.
Die Impulse aus dem Netzwerk werden gebündelt und durch Valerie Profes direkt in die Polizeileitung eingebracht. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen den konkreten Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und den strategischen Entscheidungen der Organisation. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen Frauen ihre Fähigkeiten entfalten und langfristig ger ne bei der Kantonspolizei Basel-Stadt arbeiten. Dabei stehen beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitsmodelle, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und die Führungskultur im Zentrum.
Ein Netzwerk für die gesamte Organisation Den Beteiligten ist ein sachlicher und konstruktiver Austausch wichtig. Themen wie Führungskultur, Teilzeitarbeit oder die Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebensbereiche betreffen nicht ausschliesslich Frauen. Nachhaltige Lösungen können deshalb nur entstehen, wenn Frauen und Männer gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Das Frauennetzwerk versteht sich somit nicht als Abgrenzung, sondern als Beitrag zur Weiterentwicklung der gesamten Kantonspolizei. Es macht Erfahrungen und Bedürfnisse sichtbar, eröffnet neue Perspektiven und unterstützt die Organisation dabei, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen.