Natur direkt vor der Haustür: Ruderalflächen im Erlenmattpark
NewsAuf dem Areal des ehemaligen DB-Güterbahnhofs im Erlenmattquartier ist ein neues Wohnquartier entstanden. Gleichzeitig sichert die Stadt im neu gestalteten Erlenmattpark vielfältige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere.

Mitten im Erlenmattquartier zeigt der Erlenmattpark, wie spannende Natur direkt vor der Haustür entstehen kann. Ein wichtiger Bestandteil sind die Ruderalflächen, das sind karge, offene Lebensräume auf Schutt, Kies oder nacktem Boden. Der Name leitet sich vom lateinischen rudus für «Schutt» ab und beschreibt Flächen, die durch natürliche Dynamik entstehen und spezialisierten Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bieten. Solche Flächen prägten früher die grossen Flusslandschaften der Schweiz, heute sind sie selten geworden.
Im Erlenmattpark werden sie deshalb bewusst gepflegt und erhalten. Regelmässige Bodenbearbeitung, Beweidung durch Schafe und die Entfernung invasiver Pflanzen sorgen dafür, dass immer wieder offene Stellen entstehen, die für die Biodiversität entscheidend sind. Die Ruderalflächen tragen so zu einem vielfältigen Lebensraummosaik im Park bei. Karge Pionierflächen, Trockenwiesen, Krautsäume und Gehölzgruppen schaffen Raum für seltene Pflanzen wie Feld-Mannstreu, Königskerze oder Rheinische Flockenblume sowie für Tiere wie Gottesanbeterin, Blauflügelige Ödlandschrecke oder Quendelschnecke.
Gleichzeitig macht der Erlenmattpark die Natur für die Menschen erlebbar: Führungen, Informationstafeln und Veranstaltungen zeigen, wie vielfältig und artenreich die Stadtnatur direkt vor der Haustür sein kann.
Mehr dazu im Interview mit Christoph Hügli im aktuellen Pro Natura Magazin.