Optimierung der ökologischen Gewässerstrukturen im Wiese-Unterlauf
NewsDie Revitalisierungsmassnahmen von 2016 bis 2018 haben den ökologischen Zustand des Wiese-Unterlaufs deutlich aufgewertet. Ein besonderer Erfolg ist die Entstehung von zwei neuen Laichgebieten für die vom Aussterben bedrohten Nasen. Die Wirkungskontrollen von 2019 bis 2024 zeigten jedoch, dass weitere Verbesserungen nötig sind. Deshalb werden derzeit bestehende Bauwerke und Strukturen optimiert und zusätzliche Holzstrukturen eingebaut.

Von 2016 bis 2018 wurde der Unterlauf der Wiese zwischen dem Freiburgersteg und der Mündung in den Rhein revitalisiert. Dabei wurden verschiedene Strukturelemente (Buhnen, Baumstämme etc.) eingebaut, um die Vielfalt der Lebensräume im Gewässer zu erhöhen. Ebenso wurden bestehende Verbauungen und Wanderhindernisse für Fische entfernt. Die Auswirkungen der Massnahmen auf die biologische und strukturelle Vielfalt wurden von 2019 bis 2024 im Rahmen einer Wirkungskontrolle untersucht.
Die Revitalisierung führte u.a. zu einer grösseren Habitatvielfalt, einer Zunahme der Fischarten sowie der Uferpflanzen. Besonders positiv haben sich die Aufwertungen auf die Nasen-Population ausgewirkt. Seit 2019 sind zwischen Wiesen- und Hochbergersteg zwei neue Laichplätze dieser vom Aussterben bedrohten Fischart entstanden. Zudem steigen heute deutlich mehr Tiere zur Fortpflanzung in die Wiese auf und sind dort auch ganzjährig in grosser Zahl anzutreffen.
Leider zeigt sich aber bei der stark gefährdeten Äsche trotz verbesserter Strukturen eine Stagnation des Bestandes auf tiefem Niveau. Die Hauptursache dafür ist der rasch fortschreitende Klimawandel.
Auch die Beurteilung des biologischen Gewässerzustands anhand der wirbellosen Kleintiere fiel in den Jahren nach der Revitalisierung insgesamt schlechter aus als davor. Dies ist vermutlich auf die zunehmend heissen und trockenen Bedingungen der letzten Jahre zurückzuführen, die für empfindliche Arten wie beispielsweise Steinfliegen ungünstig waren.
Die Wirkungskontrolle zeigte zudem, dass einige Totholzstrukturen aufgrund der relativ starken Abflussdynamik beschädigt wurden. Zudem bestehen trotz verbesserter Habitatvielfalt weiterhin einzelne strukturarme Abschnitte. Ebenso wurde festgestellt, dass die Blockschwelle unterhalb des Freiburgerstegs von schwimmschwachen Fischarten nicht gut passiert werden kann.
Basierend auf diesen Erkenntnissen werden derzeit unter Bauherrschaft des Tiefbauamts weitere innovative Holzstrukturelemente eingebaut und Optimierungen der bestehenden Bauwerke und Strukturen vorgenommen. Ziel ist es, sich dynamisch entwickelnde, naturnahe Strukturen mit langfristiger Wirkung und möglichst geringem Folgeunterhalt zu schaffen. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Februar 2027 abgeschlossen.
Hinweise
Weitere Informationen zum Thema:
Weitere Auskünfte
Amt für Umwelt und Energie (AUE)
Öffnungszeiten
08.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
Dienstag, Donnerstag:
08.00 - 12.30 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr