Start Aufarbeitung Fürsorgerischer Zwangsmassnahmen
NewsDer Kanton Basel-Stadt lässt ein Stück schwieriger Geschichte untersuchen. Seit September 2026 recherchieren Forschende im Staatsarchiv zu den Schicksalen von Betroffenen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen im 20. Jahrhundert. Das Projekt soll 2029 abgeschlossen werden.
Ein parlamentarischer Antrag von Nora Bertschi und weiteren Grossrät/-innen forderte vor einigen Jahren die Rehabilitierung administrativ versorgter Menschen. Gemeint sind damit Menschen, die bis 1981 von Behörden zwangsweise ihren Familien weggenommen und in Heimen/Kliniken platziert wurden.
Nach der Zustimmung von Regierung und Parlament ist seit September 2026 ein mehrköpfiges Forschungsteam aktiv an der Arbeit. Es untersucht die Situation Erwachsener und älterer Jugendlicher im Kanton Basel-Stadt, die zwischen 1930 und 1980 von zivil- und kantonalrechtlichen Anstaltseinweisungen, psychiatrischen Zwangseinweisungen und sonstigen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffen waren. Nach einer ersten Schätzung handelte es sich im Kanton Basel-Stadt um mindestens 5000 bis 6000 erwachsene Personen.
Das Ergebnis der wissenschaftlichen Aufarbeitung soll als Buch publiziert werden, verfasst in verständlicher Sprache. Es ist zudem geplant, dass die Publikation auch open source kostenlos verfügbar sein wird. Ausserdem sollen weitere Vermittlungsformate geprüft werden, um die Resultate stufengerecht in den Schulen sowie einem breiten Publikum zu vermitteln.
Sobald erste Erkenntnisse aus den Archivrecherchen vorliegen, wird das Staatsarchiv zusammen mit dem Forschungsteam detailliert informieren.
Hinweise
Link zum Ausgabenbericht des Regierungsrates mit der detaillierten Beschreibung des Forschungsauftrags: https://grosserrat.bs.ch/dokumente/100406/000000406706.pdf
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Staatsarchiv
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