Vernetzung fördern und Diskussionen anregen
NewsOb Raumknappheit, Hitzebelastung oder bildungspolitische Reformen – Schulleitungen stehen vor grossen Aufgaben. Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Basel-Stadt (VSLBS) vertritt ihre Anliegen und fördert den Austausch unter Berufskolleginnen und -kollegen. Drei Fragen an Co-Präsident Tobias Binz.

Basler Schulblatt: Woher stammt Ihre Motivation für Ihr Engagement im VSLBS?
Tobias Binz: Meine Motivation ist zweigleisig: Zum einen möchte ich unterstützend für meine Kolleginnen und Kollegen im Kanton da sein. Ich möchte dort sein, wo ich helfen kann, indem ich innerhalb des Berufsnetzwerks vermittle und den Austausch fördere. Zum anderen interessiert mich aber auch die Möglichkeit, über den Kanton hinaus vernetzt zu sein. Der Austausch mit anderen Verbandspräsidentinnen und -präsidenten aus der ganzen Schweiz – sei es Thurgau oder Schwyz – bietet eine inspirierende Perspektive. Ich finde es extrem spannend, nationale Trends zu verfolgen und zu sehen, wie unterschiedliche Kantone mit ähnlichen Herausforderungen umgehen. Ich erhoffe mir dadurch Impulse, die ich in den Verband einbringen kann, um die Volksschule in unserem Kanton weiterzubringen.
Welche Projekte beschäftigen den Verband aktuell?
Ein zentrales Projekt ist die Selektion in der Volksschule. Unter dem Titel «Fördern statt Filtern» wird auf gesamtschweizerischer Ebene diskutiert, die Selektion der Schüler erst gegen Ende der Volksschule vorzunehmen. Aber da geht es in erster Linie um den Austausch unter den einzelnen kantonalen Verbänden. Zürich hat mit dem Langzeitgymnasium eine ganz andere Voraussetzung als wir. In Basel-Stadt sind auf Sekundarstufe I schon alle Leistungszüge unter einem Dach.
Ein weiteres Projekt ist das neue Branding des Verbands. Wir möchten uns als VSLBS klarer positionieren. Dafür stellen wir uns immer wieder die Frage: Was ist unsere Rolle und wo können wir diese noch schärfen? Diese Diskussionen sind wichtig, weil wir damit mit unseren Mitgliedern zusammen die Diskussionen anregen, wie diese Schule aussehen soll und wie wir sie verbessern können.
Zudem sind wir mit zentralen Alltagsthemen beschäftigt wie Raumnot oder Hitzebelastung an Schulen. Bei diesen Themen ist es uns wichtig, mit der Volksschulleitung zusammen Lösungen zu eruieren. Beispielsweise beim Thema Raumnot: Wenn die Grenzen erreicht sind, müssen wir sagen, dass nichts mehr möglich ist, und können entsprechend Druck ausüben. Wir haben aber auch das Netzwerk, können uns austauschen und uns gegenseitig helfen. Zum Beispiel können in der Planung von Turnhallen für den Sportunterricht vermitteln, wo wer noch für wen Platz hat.
Wo positioniert sich der Verband?
Wir sehen uns als «critical friend» an der Seite der Volksschulleitung. Das bedeutet, dass wir in der Lage sind, konstruktiv und respektvoll auf Probleme hinzuweisen und Vorschläge zu unterbreiten. Wir sind eine starke Gruppierung, weil wir die Schulen am Laufen halten. Ich wünsche mir, dass wir als Verband in den nächsten Jahren noch stärker wahrgenommen werden und als eine zentrale Stimme im Bildungssystem anerkannt werden. An den Standorten haben Schulleiterinnen und Schulleiter bereits viel Gestaltungsfreiraum. Dort können wir unsere Visionen ausleben und andere inspirieren. Nur so kommen wir weiter.
Interview von Maren Stotz, Foto: Grischa Schwank