Viele Wege führen ins berufliche Glück
NewsDie Primarstufe Bruderholz hat in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit und der Handelskammer beider Basel für alle 6. Klassen einen Eltern-Kind-Abend entwickelt, der unterschiedliche Karrierewege aufzeigt. Mit diesem Pilotprojekt soll Druck von den Schultern der Schülerinnen, Schüler und Eltern genommen werden.

«Ich nehme mit, dass man nie aufgeben sollte. Ja, weil man auch von Leuten hört, was sie werden wollten und auch wenn es nicht geklappt hat, dass man andere coole Berufe machen kann», resümiert eine Schülerin oder ein Schüler mit Bleistift auf liniertem Papier. Ein anderer Kommentar geht in eine sehr ähnliche Richtung: «Ich nehme von diesem Abend mit, dass man, auch wenn man im A oder E war, immer noch einen sehr guten Job bekommt.» Oder: «Ich nehme mit, dass es eine riesige Auswahl von Berufen hat und dass jeder eine Chance hat auf einen Traumberuf.»
Die Veranstalterinnen des Eltern-Kind-Abends der Primarstufe Bruderholz hatten es sich zum Ziel gesetzt, den Blick für die Durchlässigkeit des Schweizer Schulsystems zu schärfen. 45 Schülerinnen und Schüler aus den 6. Klassen besuchten mit ihren Eltern die Veranstaltung im Ausbildungszentrum der Baloise.
Überblickt man das Feedback der Schülerinnen und Schüler, scheint der Abend ins Schwarze getroffen zu haben. Natürlich gab es auch Kritik: «Ich fand es auch ein bisschen langweilig» oder: «Ich fand, es war etwas unübersichtlich, die Posten zu finden». Die Kernbotschaft jedoch scheint angekommen zu sein. In Baselgibt es viele gleichwertige Bildungswege. Oder mit den Worten einer Schülerin: «Ich merke mir, dass man machen soll, was einem Spass macht.»
Druck am Ende der Primarstufe
Stephanie Aichele, Teamleiterin bei der Schulsozialarbeit (SSA), beobachtet an allen Primarschulstandorten einen zunehmenden Druck bei der Einteilung in die Leistungszüge: «In Beratungen berichten Kinder vermehrt von Konkurrenz oder von persönlicher Beschämung, wenn es nicht gelingt, die erhofften schulischen Leistungen zu erzielen.»
In Zusammenarbeit mit der Handelskammer beider Basel entstand ein vierteiliger Abend mit einführenden Inputs, verschiedenen Posten, an denen erfolgreiche Berufsleute aus der Wirtschaft zu ihren persönlichen Wegen in die Berufswelt Auskunft gaben, einer Podiumsdiskussion und – auch wichtig – einem abschliessenden Buffet mit der Möglichkeit zum ungezwungenen Gespräch.
«Wir waren nur von guten Leuten umgeben. Der Anlass war profimässig organisiert. Die mitwirkenden Berufsleute waren nahbar und engagiert, die Schulleitung top motiviert und die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet, sehr offen, positiv und neugierig», freut sich Brigitte Raaflaub, die den Anlass seitens der Handelskammer betreut hat.
Karin Vallone, Leiterin Bildung der Handelskammer beider Basel, ergänzt: «Die Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den Schulen ist mit Blick auf die Berufliche Orientierung ein Gewinn. Von Wirtschaftsseite können wir viel praktisches Wissen weitergeben und so die Lehrpersonen bei ihrer Arbeit unterstützen.» Dieses Pilotprojekt passe sehr gut in die Bildungsstrategie der Handelskammer. Ob und wie es weitergeführt werden soll, ist offen.
Text: Charlotte Staehelin, Foto: Marlène Sandrin
Anzug Johannes Barth und Konsorten betreffend Perspektive Berufsbildung: Berufswelten in der Primarschule entdecken
Passend zur Veranstaltung wurde Ende Januar im Grossen Rat mit 73 zu 3 Stimmen ein Anzug überwiesen, der eine stufengerechte Erkundung der Berufswelt auf Primarstufe in den Blick nimmt.