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Care-Tracker

Wie viel arbeitest du unbezahlt? Mit dem Care-Tracker können Nutzende erfassen, wie viel sie für Haushalt und Familie arbeiten und was diese Arbeit kosten würde, wenn sie bezahlt wäre. Denn auch Menschen, die sich primär um Haushalt und Familie kümmern, leisten einen grossen Beitrag zur wirtschaftlichen Wertschöpfung. Mit dem Care-Tracker setzt der Kanton eine Massnahme aus dem kantonalen Gleichstellungsplan 2024-2027 um.

Einkaufstüte mit Lebensmitteln und Preisangabe.
© Kanton Basel-Stadt

Unbezahlte Arbeit sichtbar machen

Individueller Stundenaufwand mit Preisschild

Mit dem Care-Tracker stellt der Kanton ein Tool zur individuellen Erfassung von unbezahlter Care-Arbeit zur Verfügung. Nutzende erhalten eine Übersicht darüber, wie viel Stunden sie für Haushalt und Familie arbeiten und was es kosten würde, wenn diese Arbeit bezahlt wäre.

Der Care-Tracker basiert dabei auf den Daten zur unbezahlten Arbeit des Bundesamtes für Statistik. Dieses erhebt regelmässig die geleisteten Arbeitsstunden und berechnet, wie viel Geld es kosten würde, wenn die unbezahlte Arbeit durch bezahlte Arbeitskräfte ausgeführt würde.

Vergleichsfunktion für Paarhaushalte: Mental Load und Zufriedenheit

Was kochen wir diese Woche? Was kommt auf die Einkaufsliste? Wann stehen die nächsten kinderärtzlichen Kontrollen an? All diese Denkarbeit ist der «Mental Load» der einer ausführenden Aufgabe vorhergeht. 

Der Care-Tracker stellt dazu eine zusätzliche Funktion für Menschen zur Verfügung, die ihre Denkarbeit im Verhältnis zu einer anderen Person im Haushalt vergleichen möchten. Dabei werden sie ebenfalls zur Zufriedenheit über die jeweilige Aufgabenverteilung befragt. Die Ergebnisse liefern Paaren eine Grundlage, um über ihre Aufteilung zu sprechen und einseitiger Überbelastung vorzubeugen.

Key-Visuals

Care-Arbeit ist ungleich verteilt

Die Vereinbarkeit von unbezahlter Care-Arbeit und Beruf ist für viele Familien eine grosse Herausforderung. Nach dem Arbeitstag beginnt für Eltern oft die «zweite Schicht»: Kinder von der Kita oder Schule abholen, einkaufen, kochen, bei den Hausaufgaben helfen, soziale Kontakte der Kinder pflegen, medizinische Termine organisieren oder begleiten sowie die Abendroutine - nicht selten bis in die späten Stunden. Und auch der Haushalt muss nebenbei noch erledigt werden.

In heterosexuellen Beziehungen leisten nach wie vor Frauen einen Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit. Studien zeigen: Insbesondere Mütter gehen einer Teilzeitarbeit nach. Dies bedeutet häufig ungesicherte Arbeitsverhältnisse, schlechtere soziale Absicherung sowie geringere Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Andererseits bietet Teilzeitarbeit die Möglichkeit, neben der Erwerbsarbeit noch andere Arbeiten zu übernehmen, wie Kinderbetreuung, informelle Hilfeleistungen und Hausarbeit. 

Frau trägt die Hauptlast, Mann hilft mit

Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit ist Ergebnis tief verankerter traditioneller Rollenbilder. Dies zeigt sich darin, dass auch bei ähnlich hohem Erwerbspensum die Verantwortung für Care-Arbeit oftmals bei Frauen liegt. So leisten vollzeitarbeitende Mütter in Paarhaushalten mit kleinen Kindern rund 10 Stunden mehr unbezahlte Familien- und Hausarbeit pro Woche als vollzeitarbeitende Väter. In der Gruppe der Teilzeitarbeitenden beläuft sich der Unterschied gar auf 16 Stunden.

Die ungleiche Lastverteilung wird als Gender Care Gap bezeichnet und kann zu einer Überforderung im Alltag führen, mit negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, Partnerschaft sowie das familiäre Miteinander.

Ziel des Care-Trackers ist es einerseits, auf die Dimension der geleisteten unbezahlten Care-Arbeit aufmerksam zu machen. Andererseits bietet er Paarhaushalten ein praktisches Instrument, um ihre individuelle Verteilung von Care-Arbeit transparent zu machen und darüber ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Fachstelle Gleichstellung rund um Care-Arbeit und Vereinbarkeit finden Sie hier. 


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