Umzug in die Schweiz

Ein Umzug in ein anderes Land ist aufregend, kann aber wegen der vielen Formalitäten auch ziemlich respekteinflössend sein. Dieses Kapitel beschreibt, was Sie erwartet, wenn Sie nach Basel kommen – ob zu Besuch, zum Arbeiten oder um sich langfristig niederzulassen.

Vor Ihrer Ankunft

Formalitäten

Das Schweizer Konsulat oder die Schweizer Botschaft in Ihrem Land informiert Sie gerne über die Einreisebedingungen in die Schweiz sowie die Anforderungen bezüglich Visum, Pass oder Personalausweis. Allen, die einen längeren Aufenthalt in der Schweiz planen, empfehlen wir, die wichtigsten Dokumente als Originale mitzuführen, beispielsweise Geburts- und Ehescheine, Versicherungspolicen, Arbeitszeugnisse und Einreisegenehmigungen, akademische Zeugnisse, ärztliche Verschreibungen usw.

Visum, Pass, Personalausweis

Für die Einreise in die Schweiz benötigen Sie einen gültigen Pass oder Personalausweis. Bürgerinnen und Bürger von EU-/EFTA-Staaten können mit einem gültigen Personalausweis in die Schweiz einreisen. Für Staatsangehörige aller anderen Länder ist ein gültiger Pass erforderlich. Die Schweizer Konsulate stellen Touristenvisen und Arbeitsbewilligungen aus.

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Einreise in die Schweiz

Grenzkontrollen

Alle in die Schweiz einreisenden Personen unterliegen einer Zollkontrolle.

Anmeldung

Nach der Einreise müssen sich Neuzuzügerinnen und -zuzüger innerhalb von 14 Tagen beim Amt für Bevölkerungsdienste und Migration melden und dabei ihren Pass, ein Passfoto (Staatsangehörige von Nicht-EU-/-EFTA-Ländern benötigen kein Foto) und ihre  Einreisegenehmigung/ihr Visum mitbringen. Wir empfehlen Einreisenden aus Nicht-EU-/-EFTA-Ländern, die für die Einreise ein Visum benötigten, sich auch bei ihrer Botschaft oder ihrem Konsulat zu melden. Neuzuziehende erhalten bei der Anmeldung ein umfassendes Informationspaket des Kantons Basel-Stadt. Einige Stadtviertel organisieren Willkommenspartys für Neuzuzügerinnen und -zuzüger.

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Umzug nach Basel

Einfuhr von Hausrat

Sobald Sie Ihre Einreisegenehmigung in die Schweiz erhalten haben, können Sie Möbel und weitere Haushaltsgegenstände entweder als Luftfracht über den EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg oder als Einfuhr im Strassenverkehr ins Land bringen. Wir empfehlen, grössere Transporte den Zollbehörden anzukündigen. In der Regel sind die Zollämter an grösseren Grenzübergängen zwischen 7.00 Uhr und 17.30 Uhr geöffnet. Im Allgemeinen werden auf gebrauchten Gütern keine Zollgebühren erhoben. Es muss eine vollständige Liste der eingeführten Artikel vorgelegt werden. Güter, die vor weniger als sechs Monaten erworben wurden, müssen verzollt werden. Ebenfalls vorgelegt werden müssen Personalausweise, Einreisegenehmigungen, Mietverträge für eine Wohnung oder ein Haus, Arbeitsverträge oder offizielle Abmeldebestätigungen des Herkunftslands.

Einfuhr von Privatwagen

Privatwagen müssen an der Grenze deklariert und danach bei der Motorfahrzeugkontrolle innerhalb von zwölf Monaten nach der Einreise angemeldet werden. Die Besitzer werden automatisch vor Ablauf dieser Frist an die Anmeldung ihres Wagens erinnert. Bei älteren oder etwas exotischeren Autos sollten die Anmeldebedingungen im Voraus geklärt werden. Wenn der Wagen weniger als sechs Monate alt ist, muss er verzollt werden. Weitere Angaben sind bei der Eidgenössischen Zollverwaltung erhältlich. Sämtliche Fahrzeugpapiere und Versicherungsdokumente müssen jederzeit im Wagen aufbewahrt und der Führerschein immer bei sich mitgeführt werden. Ausländische Führerscheine sind in den ersten zwölf Monaten nach der Ankunft in der Schweiz gültig und müssen dann in einen Schweizer Führerschein umgetauscht werden.

Einfuhr problematischer Güter

Die Einfuhr problematischer Güter, beispielsweise exotischer Pflanzen, unterliegt besonderen Bestimmungen. Weitere Angaben finden sich in den von der Eidgenössischen Zollverwaltung herausgegebenen Broschüren. Für Informationen zur Einfuhr von Haustieren wenden Sie sich bitte an das Veterinäramt.

Längerfristiger Aufenthalt

Wenn Sie planen, längerfristig und definitiv länger als drei Monate im Kanton Basel-Stadt zu wohnen, müssen Sie sich beim Einwohneramt innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise anmelden.

Arbeitsbewilligungen

In der Regel reichen die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Arbeitsbewilligungsanträge im Namen ihrer ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer direkt bei den kantonalen Behörden ein. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Nicht-EU-/-EFTA-Staaten muss der Antrag an das eidgenössische Staatssekretariat für Migration SEM weitergeleitet werden.

Aufenthaltsbewilligungen

Neuzuzügerinnen und -zuzüger müssen sich innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise in die Schweiz beim Amt für Bevölkerungsdienste und Migration anmelden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten dann eine Aufenthaltsbewilligung B. EU-Staatsangehörige mit Arbeitsverträgen, die länger als ein Jahr dauern, müssen ihre Aufenthaltsbewilligung alle fünf Jahre erneuern lassen. Nicht-EU-Staatsangehörige müssen sie jedes Jahr erneuern lassen. Aufenthaltsbewilligungen L werden an Personen vergeben, die weniger als ein Jahr lang und für einen bestimmten Zweck (meistens Erwerbstätigkeit) in der Schweiz wohnen. Grenzgänger sind Ausländer, die im Schengen-Raum (EU-/EFTA-Staatsangehörige) oder in der Grenzregion (Staatsangehörige von Drittstaaten) wohnen. Sie erhalten eine Grenzgängerbewilligung. Um als Grenzgänger zu gelten, muss die entsprechende Person mindestens einmal pro Woche an ihren Hauptwohnort im Ausland zurückkehren.

Einreise des Partners oder der Familie in die Schweiz

Ausländische Staatsangehörige, die mit engen Familienmitgliedern in die Schweiz einreisen möchten, müssen ausreichend frühzeitig vor der geplanten Einreise beim Amt für Bevölkerungsdienste und Migration einen entsprechenden Antrag einreichen. In der Regel erhalten diese Familienmitglieder dann eine Aufenthaltsbewilligung B. Eine Einreise in die Schweiz zum Zwecke der Heiratsvorbereitung kann ebenfalls bewilligt werden. In diesem Zeitraum ist es dem Partner jedoch noch nicht erlaubt, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
Nicht verheiratete Partner von EU-/EFTA-Staatsangehörigen erhalten unter bestimmten Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung. Nicht verheiratete Partner von Nicht-EU-/-EFTA-Staatsangehörigen erhalten keine Aufenthaltsbewilligung. Der Partner müsste erst eine Anstellung in der Schweiz finden und dann einen separaten Aufenthaltsbewilligungsantrag stellen. Ehepartner und Kinder von Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie von Personen mit einer Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung können überall in der Schweiz ohne zusätzliche Bewilligung eine selbstständige oder angestellte Tätigkeit aufnehmen.

Niederlassungsbewilligungen

Abhängig vom Herkunftsland der Person können Niederlassungsbewilligungen C nach fünf oder zehn Jahren ausgestellt werden. Für diese Bewilligung bestehen keine besonderen Bestimmungen, keine zeitlichen Begrenzungen; sie wird alle fünf Jahre erneuert.

Einbürgerung

Für eine Einbürgerung muss man insgesamt zehn Jahre in der Schweiz gewohnt haben, von denen drei Jahre in den letzten fünf Jahren vor der Beantragung liegen müssen. Zudem muss man schon zwei Jahre in der Gemeinde des Kantons Basel-Stadt (Basel, Riehen oder Bettingen) gewohnt haben, in der man die Einbürgerung beantragt. Eine weitere Vorbedingung ist die Niederlassungsbewilligung C. Der Einbürgerungsprozess dauert normalerweise etwa zwei Jahre. Für Antragstellerinnen und Antragsteller, die mit einem Schweizer oder einer Schweizerin verheiratet sind, wird das Verfahren erleichtert: Sie müssen insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt haben und seit mindestens drei Jahren verheiratet sein.

Nannys, Au-pairs, Babysitter

Nannys, die schon lange in den Diensten einer Familie stehen, können eine  Aufenthaltsbewilligung B beantragen. Für Au-pairs gelten Sonderregelungen: Es werden nur Anträge von Au-pairs akzeptiert, die Staatsangehörige aus der EU-/EFTA, den USA, Kanada, Neuseeland oder Australien sind. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erlernen der deutschen Sprache und dem Kennenlernen der lokalen Kultur. Das Au-pair darf während höchstens 30 Stunden pro Woche normale Hausarbeiten erledigen und die Kinder betreuen. Au-pairs dürfen nicht den ganzen Tag alleine zu Hause gelassen werden. Mindestens ein Elternteil darf nicht länger als 22 Stunden pro Woche ausser Haus arbeiten. Babysitter oder Haushaltshilfen können über Stellenausschreibungen angestellt werden. Hauspersonal muss gemäss üblichen Verfahren angestellt werden, und es müssen die gesetzlichen AHV-Beiträge entrichtet und die vorgeschriebenen Unfallversicherungen abgeschlossen werden.

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Bücher über das Leben und Arbeiten in der Schweiz

Ganz schön Schweiz.
in Survival Guide.
Bergli Books, Basel 2017. Sergio J. Lievano und Wolfgang Koydl.
ISBN: 978-3-03869-022-1

Das neue Hoi Zäme.
Schweizerdeutsch leicht gemacht.
Bergli Books, Basel 2016. Nicole Egger und Sergio J. Lievano.
ISBN: 978-3-905252-81-1

Der Expert Guide für Glück und Erfolg in der Schweiz.
Bergli Books, Basel 2020. Diccon Bewes (Hg.).
ISBN: 978-3-03869-077-1

Schokolade ist nicht alles.
Ein Leitfaden zur Schweizer Kultur.
Bergli Books, Basel 2004. Margaret Oertig-Davidson.
ISBN: 978-3-905252-10-1

Leben und Arbeiten in der Schweiz.
GD Publishing Ltd., Berlin 2007. Rolf Breiner.
ISBN: 978-3-939338-25-3

Basel erfassen – erleben – geniessen.
Basler Stadtführer. Reinhardt Verlag, Basel 2006, Hannes Bertschi.
ISBN: 978-3-7245-1131-1

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