Quartierentsorgungspunkt Kannenfeld schliesst Ende Juli
MedienmitteilungBau- und Verkehrsdepartement
Das Bau- und Verkehrsdepartement schliesst den Quartierentsorgungspunkt Kannenfeld per Ende Juli 2026. Das Pilotprojekt weist kein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Dies unter anderem, weil es in der Region Basel ausreichend Alternativen gibt, um Abfälle und Wertstoffe zu entsorgen und zu recyceln.

Das Bau- und Verkehrsdepartement lancierte 2022 als Pilotprojekt den ersten und bislang einzigen Basler Quartierentsorgungspunkt im Magazin der Stadtreinigung beim Kannenfeldplatz. Der Quartierentsorgungspunkt Kannenfeld bietet Quartierbewohnerinnen und -bewohner die Möglichkeit, ohne Auto verschiedenste Abfälle fachgerecht zu recyceln. Er ist beliebt und wurde deshalb nach der ersten, einjährigen Pilotphase vorerst fortgesetzt. Vergangenes Jahr wurden 173 Tonnen Recyclinggut abgegeben oder andere Dienstleistungen in Anspruch genommen. Das Bau- und Verkehrsdepartement stellt den Quartierentsorgungspunkt Kannenfeld dennoch per Ende Juli 2026 ein. Die Quartierbevölkerung wird vor Ort informiert. Die Mitarbeitenden der Stadtreinigung, die den Quartierentsorgungspunkt betreuen, erhalten innerhalb der Stadtreinigung eine neue Aufgabe. Im Vergleich zu einem privaten Recyclingpark oder anderen Entsorgungsmöglichkeiten ist das Kosten- und Nutzenverhältnis des Quartierentsorgungspunkts ungenügend.
Den Baslerinnen und Basel stehen in Basel sowie den Nachbargemeinden Allschwil und Birsfelden insgesamt drei private Recyclingparks in kurzer Distanz zur Verfügung. Glas, Aluminium, Weissblech und Batterien können sie an 54 Wertstoffsammelstellen entsorgen. Für Sonderabfälle stehen 31 Abgabestellen bereit. Hauskehricht, Sperrgut, Papier und Karton, Metall, Unbrennbares sowie Grüngut sammelt das Tiefbauamt regelmässig ab dem Trottoir ein. Mit dem Pilotversuch Unterflurcontainer im Bachlettenquartier erprobt der Kanton Basel-Stadt ein System zur täglichen Entsorgung von Hauskehricht, Speise- und Rüstabfällen sowie Kunststoffabfällen. Der Kanton Basel-Stadt plant zudem bis Ende 2027, das bestehende Netz der Bio-Klappen um fünf bis zehn Standorte zu erweitern, und ein Pilotversuch mit der gemischten Sammlung von Grüngut sowie Rüst- und Speiseabfällen in Containern ab 2027.
Der Kanton entlastet mit der Schliessung die defizitäre Abfallrechnung um jährlich rund 170'000 Franken, die ansonsten die Bebbi-Säcke und weiteren Abfallgebühren verteuern würden. Gemäss Bundesgesetz über den Umweltschutz müssen die Verursacher die Kosten für die Abfallentsorgung tragen. In drei Jahren wird der Kanton Basel-Stadt die Abfallgebühren wieder überprüfen. Es ist möglich, dass die Gebühren dann steigen, weil rückerstattete Kehrichtverbrennungsgebühren aufgezehrt sein könnten. (siehe hier) Auch mit Blick auf diese Überprüfung führt der Kanton den vergleichsweise teuren Quartierentsorgungspunkt, der ein bereits ausreichendes Angebot ergänzt, nicht weiter.