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Achtung vor dem bissigen Hund

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Bunte Grafik mit Schulutensilien wie Stifte und Lineale auf einem Hügel.

Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Schulhauswart in der Primarschule erinnern. Er hatte eine Wohnung angrenzend an den Pausenplatz, und am Eingang hing ein grosses Schild «Achtung vor dem bissigen Hund». Diese Deklaration war absolut korrekt, hätte aber durchaus zu Missverständnissen führen können, denn der wirklich bissige Hund steckte in einem blauen Arbeitskittel und knurrte auch ohne Bewachungsauftrag permanent. Ganz im Gegensatz zu seinem Schäfer, der sich vielleicht einmal in einen Ball verbiss, dabei aber sicher nur spielen wollte… Grundsätzlich war er (der Hund) sogar eher gutmütig, vor allem im Vergleich zu seinem «Herrchen».

Was für mich früher ein Kinderschreck war, erlebe ich heute aber anders. Im Verlaufe der Jahre hat sich das Berufsbild des Abwarts, wie er früher hiess (kam das von abwarten?), stark gewandelt. Das beginnt schon beim Namen. Aus dem Abwart mit obligatem Schraubenzieher in der Brusttasche des Arbeitskittels ist eine Hauswartin bzw. ein Hausauswart geworden, oder noch moderner eine Facilitymanagerin bzw. ein Facilitymanager. Statt endlose Gänge zu wischen und Hecken zu schneiden, gilt es, die komplexen technischen Anlagen im Griff zu haben, darauf zu achten, dass die Klassenzimmer im Sommer kühl und im Winter warm sind. Manchmal sind sie auch Ansprechpersonen für Sorgen und Nöte von Lehrerinnen und Lehrern, Fachpersonen oder geplagten Schülerinnen und Schülern. Und wenn die letzte Schulstunde dann vorbei ist, kommen am Abend die Vereine in die Turnhallen oder die Eltern in die Aula – überall ist die Hauswartin bzw. der Hauswart gefordert, sie gehören zu den wichtigsten Ansprechpersonen im Schulhaus. 

Dieses neue Jobprofil an der Schule ist natürlich nicht exklusiv. Auch andere Funktionen sind kaum mehr vergleichbar mit früher – auch eine Lehrerin oder ein Lehrer muss heute viel mehr erfüllen als «nur» den eigentlichen Lehrauftrag, vgl. dazu die Kolumne vom 19. März). Und apropos Hauswart – natürlich gab es auch früher schon tolle und engagierte Berufsleute unter dieser Bezeichnung, nur habe ich diese leider nicht kennengelernt. 

 

Der Autor

Jakob Gubler arbeitete während fast 30 Jahren als stellvertretender Basler Regierungssprecher. Noch länger begleitete er den FC Basel als Fussballkommentator. Seit seiner Pension im Frühjahr 2026 bietet er als Freelancer zusammen mit René Häfliger Medientrainings an und schreibt Texte.