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Frühfranzösisch auf dem Prüfstand

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Die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn haben den Fremdsprachenunterricht an der Volksschule gemeinsam untersucht. Die Standortbestimmung zeigt: Entscheidend für den erfolgreichen Fremdsprachenerwerb ist weniger der Zeitpunkt des Unterrichtsbeginns als vielmehr die Qualität des Unterrichts und die Möglichkeit, die Sprache im Alltag anzuwenden.

Junge in rotem Hemd, der Karten auf eine Tafel klebt.

Die Diskussion um den Fremdsprachenunterricht beschäftigt derzeit mehrere Kantone. Auch in Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind politische Vorstösse eingereicht worden, die insbesondere den Zeitpunkt des Französischunterrichts thematisieren. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob Französisch weiterhin ab der 3. Klasse unterrichtet werden soll oder ob ein späterer Beginn sinnvoll wäre.

In der Nordwestschweiz setzen die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn die Sprachenstrategie der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) um: Französisch ab der 3. Klasse, Englisch ab der 5. Klasse. Im Rahmen einer gemeinsamen Standortbestimmung wurde nun untersucht, wie wirksam dieses Modell ist und wo Weiterentwicklungen möglich wären. Befragt wurden Französisch- und Englisch-Lehrpersonen sowie Schulleitungen der Primar- und Sekundarschulen. Ergänzend fanden Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Elternrätinnen und Elternräten sowie Vertretenden aus Berufsbildung und Wirtschaft statt. 

Wie früh soll Französisch beginnen?

Die Ergebnisse zeigen über alle drei Kantone hinweg ein ähnliches Bild: Die Qualität des Unterrichts ist zentral für den Erfolg des Fremdsprachenunterrichts. Ein abwechslungsreicher Unterricht mit starkem Alltags- und Anwendungsbezug wirkt sich positiv auf die Motivation der Schülerinnen und Schüler aus. Verbesserungspotenzial sehen die Befragten insbesondere darin, die Sprech- und Expositionszeit in den Fremdsprachen zu erhöhen.

Bei der Frage nach dem Startzeitpunkt des Französischunterrichts zeigen sich unterschiedliche Ergebnisse zwischen den Kantonen. Während sich in Basel-Landschaft und Solothurn eine knappe Mehrheit für einen späteren Beginn ausspricht, möchten im Kanton Basel-Stadt 51 Prozent der Befragten den Französischunterricht weiterhin ab der 3. Primarklasse beibehalten. 

Für Volksschulleiter Urs Bucher zeigt die Diskussion, dass es nicht nur um pädagogische, sondern auch um bildungspolitische Fragen geht. «Die Diskussion ist hochpolitisch, weil sie auch das Selbstverständnis der Schweiz als mehrsprachiges Land mit vier Landessprachen betrifft», sagte er im Zusammenhang mit der Standortbestimmung.

Die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt stimmen seit der Annahme des HarmoS-Konkordats ihre Volksschulen miteinander ab. Auf Basis der Standortbestimmung werden nun bis Sommer 2027 Umsetzungsvarianten zur Weiterentwicklung des Sprachenkonzepts geprüft und ausgearbeitet.

Text: Tamara Funck